Sprache – Kultur – Kompetenz Martina Ducqué

Erzähle mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere mich, lass mich tun und ich verstehe. (Konfuzius)

Beiträge mit Schlagwort Praxis

Wertheim: In der Walpurgisnacht am 30. April wurden früher mit Feuer die bösen Wintergeister ausgetrieben. In Wertheim wirft man dieses Jahr symbolisch Vorurteile in die Flammen.

Passender Rahmen ist „Feuer und Zauber auf der Burg“ am Donnerstag, 30. April. Diese Familienveranstaltung ist eine Premiere in Wertheim und Auftakt der Integranz-Reihe 2015. Dazu sind Besucher jeden Alters eingeladen, der Eintritt ist frei.

Beginn ist um 19.30 Uhr mit einem Sternlauf, bei dem die Burg mit Fackeln von drei Standorten in der Altstadt aus erklommen wird. Treffpunkte sind die Stiftskirche, der Rathausinnenhof und die „Bunte Ecke“ am Eichelgassenkreuz. Fackeln gibt es für zwei Euro an folgenden Vorverkaufsstellen: Stadtbücherei, Tourismus-Info, Rathaus, Diakonie im Stiftshof und Spielwarengeschäft Knecht Ruprecht. Natürlich sind auch eigene Fackeln und Laternen erlaubt.

Wer erst später dazu stoßen will, kann direkt auf die Burg kommen. Oben angekommen wird gegen 20.15 Uhr gemeinsam das Feuer entzündet. Im Vorfeld der Veranstaltung haben Vereine und Einrichtungen hölzerne Buchstaben des Wortes „Vorurteil“ beschriftet. Diese werden dann gemeinsam dem Feuer übergeben. Die Gewölbegaukler des Kleinkunstvereins Convenartis unterhalten mit der szenischen Darstellung alltäglicher Situationen.

Danach sollen „Feuer und Zauber“ und das Miteinander beim Feiern in den Mai im Vordergrund stehen. Die Besucher können es sich einfach am Feuer gemütlich machen, für Lieder, Essen und Getränke ist gesorgt. Wer mehr Programm möchte, darf sich auf die Feuershow der Gruppe „Caldera“ freuen, auf eine Nachtwächterführung durch die Burg, den Geschichtenerzähler Bousch, eine Schwertkampf-Einlage sowie eine Kontakt-Jonglage mit Leuchtkugeln und Feuer von Kerry Balder. Durch das Programm führt Zauberer Beninni. Zum Abschluss spielen die Lone Piper.

Der Integranz-Initiative geht es dem Titel entsprechend – einem Wortspiel aus Integration und Toleranz – um das gute Miteinander zwischen verschiedenen Kulturen und um Respekt vor dem Anderssein. Die Reihe steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Stefan Mikulicz. Dem Auftakt mit der Familienveranstaltung „Feuer & Zauber“ auf der Burg am 30. April schließen sich in loser Folge verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen bis in den Herbst hinein an.

Weil ich das weiß und in meiner täglichen Arbeit mit den Kindern erlebe, versuche ich einen Beitrag für Integration und Toleranz zu leisten, in dem ich mich in verschiedenen Gruppierungen engagiere bspw. der Integranz Gruppe und dem Familiennetzwerk. Wie in der Pressemitteilung der Stadt Wertheim erwähnt, die Informationen  zu „Feuer & Zauber auf der Burg“, am 30. April 2015 in Wertheim
- ein Maifeuer der besonderen Art.

https://youtu.be/dse9A783Ojc

Feuer und Zauber auf der Burg

Vorurteile belasten und behindern Beziehungen.

Tu was.

Mit uns.

So geht´s:

1. Kauf´dir eine Fackel: Wo?
Stadtbücherei
Rathaus
Knecht Rupprecht
Tourist Info
oder Diakonie

2. Komm´ am 30. April um 19:30 Uhr zu einem Startpunkt:
Stiftskirche
Rathausinnenhof
oder Bunte Ecke (Barrierefrei)

3. Laufe mit uns zur Burg

4. Entzünde mit uns das Feuer und setze ein Zeichen gegen Vorurteile

5. Genieße mit uns das Spektakel im Burggraben.


Wertheim. Zu einem gemeinsamen Frühstück trafen sich am Sonntag auf Einladung des Mosaikvereins Wertheim die Mitglieder und Unterstützer des Integranz-Teams 2015. Traditionell ist dieses Frühstück der Auftakt für die Veranstaltungsreihe im Zeichen von Integration und Toleranz. Bei dem familiären Zusammensein wurden letzte organisatorische Absprachen für die Gemeinschaftsaktion getroffen, die dieses Jahr bereits zum fünften Mal stattfindet. Die Schirmherrschaft hat wieder Oberbürgermeister Stefan Mikulicz übernommen.Als Vorsitzender des Mosaikvereins begrüßte Levent Akbulut die Gäste im voll besetzten Saal des Kulturhauses. Sein Verein gehört von Beginn an der Integranz-Initiative an „und wir haben davon sehr profitiert und viel Unterstützung erfahren.“ Die Grüße des Schirmherrn überbrachte OB-Stellvertreter Bernd Hartmannsgruber. Er fand es „ermutigend, dass das Integranz-Netzwerk sich so gut entwickelt.“ In der aktuellen Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen in Wertheim würde deutlich, welche Ängste, Bedenken und Vorbehalte es dem Fremden gegenüber gebe. Da sei es umso wertvoller, dass mit dem Integranz-Team eine Gemeinschaft entstanden sei, die klar auf ein gutes Miteinander und partnerschaftliche Zusammenarbeit setzt.

Koordinator Alex Schuck vom Diakonischen Werk erinnerte an die Anfänge der Integranz-Reihe im Jahr 2011 und freute sich über den stetigen Zuwachs an Mitgliedern und Unterstützern. Er stellte kurz das Integranz-Programm 2015 vor und präsentierte dazu Plakate und Flyer frisch aus der Druckerpresse. Die Integranz-Reihe bietet in diesem Jahr traditionelle und bewährte Programmpunkte wie das Internationale Kinderfest am 8. Mai, Intant Acts am 5. Oktober und Poetry Slam am 7. November. Sie setzt aber auch eine ganze Reihe neuer Akzente.

Zum Auftakt veranstaltet das Integranz-Team mit „Feuer & Zauber“ am 30. April auf der Burg ein Maifeuer der besonderen Art. Das Wertheimer StadtErlebnis am 9. Mai bereichert das Integranz-Team mit einer Kulturbühne. Auch den 1. Wertheimer Fotomarathon wird es dieses Jahr (26. September) geben. Und stand in den ersten Jahren vor allem das gute Miteinander unterschiedlicher Kulturen im Vordergrund, so geht es 2015 auch um den Respekt vor dem Anderssein: Im Juni und Juli findet unter Federführung des Diakonischen Werks die Reihe „Jede Liebe verdient Respekt“ statt.

Insgesamt 14 Kooperationspartner gehören dem Integranz-Team 2015 an: Comenius Realschule, Kleinkunstverein Convenartis, Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis, Förderverein offene Jugendarbeit, Jugendmigrationsdienst des DRK, Jugendhaus Soundcafé, Mosaikverein Wertheim, PhotoArt Tastan, Russisch-Orthodoxe Gemeinde, Stadtbücherei, Stadtjugendring, Stadt Wertheim, Wertheimer Zeitung, und Zauberer Bennini. Als Privatperson unterstützt Martina Duqué die Integranz-Reihe. Auch der Sportverein Türk Gücü ist „auf dem Sprung“ und wird eventuell noch dieses Jahr einen Beitrag leisten.

Weitere Infos unter www.facebook.com/Integranz.

Wertheim: In der Walpurgisnacht am 30. April wurden früher mit Feuer die bösen Wintergeister ausgetrieben. In Wertheim wirft man dieses Jahr symbolisch Vorurteile in die Flammen.

Passender Rahmen ist „Feuer und Zauber auf der Burg“ am Donnerstag, 30. April. Diese Familienveranstaltung ist eine Premiere in Wertheim und Auftakt der Integranz-Reihe 2015. Dazu sind Besucher jeden Alters eingeladen, der Eintritt ist frei.

Beginn ist um 19.30 Uhr mit einem Sternlauf, bei dem die Burg mit Fackeln von drei Standorten in der Altstadt aus erklommen wird. Treffpunkte sind die Stiftskirche, der Rathausinnenhof und die „Bunte Ecke“ am Eichelgassenkreuz. Fackeln gibt es für zwei Euro an folgenden Vorverkaufsstellen: Stadtbücherei, Tourismus-Info, Rathaus, Diakonie im Stiftshof und Spielwarengeschäft Knecht Ruprecht. Natürlich sind auch eigene Fackeln und Laternen erlaubt.

Wer erst später dazu stoßen will, kann direkt auf die Burg kommen. Oben angekommen wird gegen 20.15 Uhr gemeinsam das Feuer entzündet. Im Vorfeld der Veranstaltung haben Vereine und Einrichtungen hölzerne Buchstaben des Wortes „Vorurteil“ beschriftet. Diese werden dann gemeinsam dem Feuer übergeben. Die Gewölbegaukler des Kleinkunstvereins Convenartis unterhalten mit der szenischen Darstellung alltäglicher Situationen.

Danach sollen „Feuer und Zauber“ und das Miteinander beim Feiern in den Mai im Vordergrund stehen. Die Besucher können es sich einfach am Feuer gemütlich machen, für Lieder, Essen und Getränke ist gesorgt. Wer mehr Programm möchte, darf sich auf die Feuershow der Gruppe „Caldera“ freuen, auf eine Nachtwächterführung durch die Burg, den Geschichtenerzähler Bousch, eine Schwertkampf-Einlage sowie eine Kontakt-Jonglage mit Leuchtkugeln und Feuer von Kerry Balder. Durch das Programm führt Zauberer Beninni. Zum Abschluss spielen die Lone Piper.

Der Integranz-Initiative geht es dem Titel entsprechend – einem Wortspiel aus Integration und Toleranz – um das gute Miteinander zwischen verschiedenen Kulturen und um Respekt vor dem Anderssein. Die Reihe steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Stefan Mikulicz. Dem Auftakt mit der Familienveranstaltung „Feuer & Zauber“ auf der Burg am 30. April schließen sich in loser Folge verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen bis in den Herbst hinein an.

 

 

Nutzen Sie die vielfältigen Angebote der Bilderbücher, welche druckfrisch von der Frankfurter Buchmesse vorgestellt werden.

Sie erfahren welche Auswahlkriterien für eine kreative Umsetzung hilfreich sind und schulen ihren Blick .

Bücher können Impulse geben, die es zu erkennen gilt. Das Kind als Betrachter und Zuhörer ein zu binden ist die beste Möglichkeit, die Welt aus der Sicht der Kinder zu erfahren. Ihre Fragen und Anmerkungen können für den erfahrenen Lese- und Literaturpädagogen das Grundgerüst für die Erstellung eines literaturpädagogischen Projektes dartstellen.Wie ein Buch seinen Platz im tägliche Miteinander finden kann und welche Projektideen in ihm stecken werden wir in diesem Seminar gemeinsam entdecken.

 

Dass in einem Buch mehr steckt, das haben die Teilnehmer eindrucksvoll von Referentin Martina Ducqué erfahren. Voller neuer Eindrücke und Impulse starten sie weiter durch in ihren Projekten.
Einige Rückmeldungen:

Am 24 und 25 Mai 2014 fand das Stadtteilfest auf dem Reinhardshof statt:

Hier die Pressemitteilung:

Das diesjährige Motto „Toleranz – Leben“ soll den Prozess aufzeigen in dem wir uns in unserem Stadtteil Wertheim- Reinhardshof befinden.

Durch die monatlichen Treffen, immer am ersten Montag im Monat, haben sich die Akteure besser kennengelernt. Da wir viele unterschiedliche Glaubensrichtungen in unserem Stadtteil vertreten sind konnten wir viel voneinander und miteinander lernen. Gegenseitige Einladungen zu unterschiedlichsten Anlässen sind selbstverständlich und werden gerne wahrgenommen.

Aus Rücksicht auf die Fastenzeit der muslimischen Mitglieder wurde der Termin um zwei Monate nach vorn verlegt, was für alle Beteiligten verständlich war.

Die Entscheidung, die wetterbedingt ein Risiko darstellte war jedoch genau richtig –

wir hatten Sonnenschein und viele Besucher fanden den Weg in die Willy – Brandt- Straße.

Beim Abbau am Sonntag blickte man in zufriedene Gesichter und alle waren sich einig, dass wir auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam unser Fest wieder feiern werden.

Hintergrund:

Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.

Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.

Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt.Das Adjektiv tolerant in der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung , belegt, ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.

Der Gegenbegriff zu Toleranz ist die Intoleranz, in der Bedeutung „Unduldsamkeit“ im 18. Jahrhundert aus dem französischen intolérance entlehnt. Als Steigerung der Toleranz gilt die Akzeptanz, die verstehende Haltung gegenüber einer anderen Person oder ihrem Verhalten.

(Quelle Wikipedia)

BVL Fachkräfteaustausch in Afacan/Türkei 2011

Vom 2. – 8. Mai 2011 fand der erste vom Bundesverband Leseförderung e.V. initiierte Fachkräfteaustausch in der Begegnungsstätte Afacan in der Türkei statt. 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Woche der Begegnung, um sich über Möglichkeiten zur Stärkung von Lese- und Sprachkompetenzen in einer interkulturellen Gesellschaft austauschen zu können.

Neben Impulsreferaten, Gruppenarbeit und Zeit für Projektvorstellungen prägten vor allem offene Gespräche zwischen den Teilnehmern die Woche. Leseförderer, Projektleiter und Stadtteilmütter tauschten sich über kindliche Sprachförderung und Bildung aus. Für die Entwicklung interkultureller Kompetenz sorgten Begegnungen, bei denen Erfahrungen aus unterschiedlichen Ländern (Deutschland, Türkei, Pakistan, Indien, Sri Lanka, Libanon, Algerien) ihren Platz hatten. Beispielhaft trugen dazu jene Begebenheiten außerhalb der Begegnungsstätte bei, bei denen die nicht Türkisch sprechenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Sprachkenntnisse anderer Mitreisender angewiesen waren. Erlebnisse, die Sprache als Schlüssel gesellschaftlicher Teilhabe selbst erfahrbar machten.

Gemäß dem Thema des Fachkräfteaustauschs – die Stärkung der Lese- und Sprachkompetenz – wurden die türkische und deutsche Sprache miteinander verglichen. Viele in Deutschland aufwachsende Kinder lernen Deutsch nicht als Erstsprache, sondern als Zweit- oder Drittsprache. Der Vergleich trug zum Erkennen typischer „Stolpersteine“ bei, beispielsweise denen der unterschiedlichen Formen der Mehrzahlbildung im Deutschen, mit denen Kinder konfrontiert sind. Je mehr Lehrende über diese Unterschiede informiert sind, desto besser können sie Kinder und Jugendliche bei ihrem Schriftspracherwerb unterstützen. Sowohl bei den einsprachigen als auch den mehrsprachigen Teilnehmern sorgte der Fachkräfteaustausch für neue Erkenntnisse.

Zum Programm gehörte außerdem der Besuch einer türkischen Schule in Aliağa, im Bildungsministerium in Izmir sowie die Besichtigung der Akropolis von Bergama (Pergamon).

Ermöglicht wurde der Fachkräfteaustausch durch die großzügige Unterstützung der Stiftung  Umverteilen! Für eine, solidarische Welt in Berlin: „Gemeinsame Reisen von jungen Menschen deutscher, türkischer und/oder anderer Herkunft in die Türkei bieten die Chance, Raster von Vorurteilsstrukturen aufzureißen – und zwar besonders, wenn solche Reisen sich abseits der gängigen Touristenstraßen, der Bettenburgen und Konsumtempel bewegen.“

Diese Erfahrung machten auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachkräfteaustauschs in Afacan. Ihr Fazit lautete einstimmig: Eine Neuauflage ist erwünscht!

Quelle:

Bundesverband Leseförderung e.V. | Appener Weg 3b | 20251 Hamburg
Telefon: +49 40 31 706 422 | Telefax: +49 40 31 706 423
Email: info@bundesverband-lesefoerderung.de
© 2009 – 2011

Bundesverband lädt ein zum Fachkräfteaustausch in Afacan

Wenn Kinder die Welt entdecken, spielen Bücher eine bedeutende Rolle: Jede
Geschichte, die ihnen erzählt oder vorgelesen wird, trägt zu ihrer Sprachentwicklung
bei und fördert Weltwissen. Die entspannte Beschäftigung mit Büchern ermöglicht
Entdeckungsreisen ins Leben und ins Lesen. Denn Kinderbücher vermitteln
Erfahrungen, Werte und Sprachkompetenz.

Welche Sprache(n) und Werte helfen uns, in einer interkulturellen Gesellschaft soziale
Kompetenzen zu entwickeln? Welche Projekte und Konzepte eignen sich dafür, in
Kindertagesstätten, Schulen und anderen Orten ein gutes Sprachklima zu entwickeln?
Wer übernimmt die Durchführung – Eltern, Ehrenamtliche, Honorarkräfte,
Hauptamtliche? Wie wird diese Arbeit finanziert?

Die Mitglieder des Bundesverbandes Leseförderung e.V. sind ausgewiesene
Fachleute für diese Themen. Auf Einladung der Stiftung Umverteilen treffen sie sich in
diesem Jahr zum Austausch und zur Diskussion im türkischen Afacan.

Auf dem Plan stehen die drei Themenschwerpunkte „Grundlagen von Sprach- und
Lesekompetenz“, „Bücher und Konzepte“ sowie „Geld und Projekte“ (siehe
Anmeldung Seite 2). Impulsreferate führen ins jeweilige Thema ein und strukturieren
die anschließende Gruppenarbeit. Der Besuch einer Bildungseinrichtung vor Ort gibt
Gelegenheit, türkische Partner in Sachen Leseförderung kennenzulernen.

Der Bundesverband Leseförderung e.V. lädt zu dieser gemeinsamen Arbeit alle ein,
die sich mit der Lesekultur bei Kindern und Jugendlichen beschäftigen.

Ziele:        Grundlagen interkultureller Leseförderung kennenlernen

  • Praktisch arbeiten: welche Bücher, welche Medien eignen sich?

Welche Konzepte und Projekte sind bereits erprobt, welche geplant?

  • Zukunft schaffen: Welche Möglichkeiten der Weiter- oder/und der

Zusammenarbeit gibt es?

Ablauf: Anreise im Lauf des Montags (02. Mai 11). 20 Uhr Abendessen,
Abreise Sonntagfrüh (08. Mai 11). Bustransfer zum Flughafen bis 9:30 Uhr möglich.

Der Bundesverband Leseförderung e.V. dankt „Umverteilen! Stiftung für eine,
solidarische Welt“ www.umverteilen.de für den Aufenthalt in Afacan!

Dazu kommen Reisekosten und evt. Ausflüge.

Thema 1: Grundlagen von Sprach- und Lesekompetenz

Um eigenes Sprachvermögen weiterentwickeln zu können, brauchen
Menschen – Kinder und Erwachsene – kompetente Gesprächspartner, die
durch ihren Satzbau und Wortschatz vielfältige sprachliche Ausdrucks-
möglichkeiten hörbar machen. Doch selbst eloquente Gesprächspartner
benutzen einen kleineren Wortschatz als er in der Schriftsprache
Anwendung findet, von der Grammatik ganz zu schweigen. Das heißt,
dass neben redegewandten Gesprächspartnern auch die Begegnung mit
Schriftsprache – mit Büchern! – von elementarer Bedeutung ist, um
schriftlich fixierte Inhalte nicht nur technisch entschlüsseln, sondern tat-
sächlich lesen und verstehen zu können. Wo und wie finden solche
Begegnungen statt?

Moderation: Barbara Knieling

Thema 2: Bücher und Konzepte

Welche Bücher, Medien, Spiele und pädagogische Umsetzungen (z. B. als
Bilderbuchkino) eignen sich besonders für die interkulturelle und
mehrsprachige Leseförderung? Zu diesem Thema gibt es ein wenig
Theorie und viel praktische Erfahrungen. Wir tragen sie zusammen.
Vielleicht entsteht daraus ein neues Praxishandbuch? Welche
Fortbildungen brauchen Multiplikatoren, damit Kindertagesstätte, Schule
und Familie besser zusammenwirken? Welche Konzepte sind schon
praxiserprobt? Wir setzen sie vor Ort um!

Moderation: Iris Wolf

Thema 3: Projekte und Geld

Welche Projekte helfen, den veränderten Sprachbedingungen in Europa
gerecht werden? Welche Erfahrungen mit der Finanzierung von
Leseförderungsprojekten sind vorhanden? Wir stellen uns gegenseitig
Anträge vor, berichten von unseren Erfahrungen mit Stiftungen und
überlegen, welche Sponsoren gewonnen werden können. Bei all dem
lassen wir nicht außer Acht, welchen Anteil die öffentliche Hand haben
könnte und sollte.

Moderation:   Sabine Stemmler

Bundesverband Leseförderung e.V., Appener Weg 3b, 20251 Hamburg
www.bundesverband-lesefoerderung.de

Kreuzberger Stadtteilmütter bauen Brücken in die Türkei

Vom 2.05 – zum 7.05.2011 haben sich 10 Kreuzberger Stadtteilmütter vom Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte e.V. zusammen mit dem Bundesverband Leseförderung e.V. zum Austausch über interkulturelle Kinder- und Jugendliteratur in Afacan, an der türkischen Ägisküste getroffen. Die Begegnungsstätte Afacan ist ein gemeinnütziges Projekt von Menschen aus Berlin und Istanbul. Träger der Begegnungsstätte Afacan ist die Stiftung Umverteilen – für eine solidarische Welt- , die in Berlin ihren sitz hat. Seit vielen Jahren treffen sich dort junge Menschen von nah und fern, um sich gemeinsam auszutauschen, zu spielen, zu feiern; Neues voneinander zu erfahren und Altes anders betrachten zu können.

Nach dem Motto: Wer sich kennt, ist sich nicht mehr fremd, haben die Kreuzberger Stadtteilmütter mit Vertreterinnen des Stuttgarter Rucksack Projektes, Projektleiterinnen unterschiedlicher Leseförderprojekte, Lehrern und Erzieherinnen, die zum Bundesverband Leseförderung gehören, gemeinsam eine Reise in die Türkei gemacht und sich mit Fachkräften zum Themen wie frühkindliche Sprachförderung, Bildung und interkulturelle Kompetenz ausgetauscht. Dabei ging es sowohl darum, wie können Kinder mit Migrationshintergrund zum Lesen ermutigt werden, welche zweisprachigen Kinder- und Jugendbücher sind geeignet, welche kulturellen Hintergründe sollten bedacht werden , als auch sich etwas kennenzulernen und miteinander Spass zu haben. Lesen ist eine Kulturtechnik, die nicht angeboren ist, sondern in einem komplexen und sehr störanfälligen Prozess erworben wird. Kinder, die zweisprachig alphabetisiert werden, haben wesentlich mehr Schwierigkeiten, diesen Prozess zu bewältigen, da sich die grammatikalischen Strukturen in beiden Sprachen sich sehr stark unterscheiden. Über Sprache eignet man sich Weltwissen an, was man braucht, um das Gelesene verstehen zu können.

Besonders interessant war der Besuch in einer Grundschule in Aliaga. Neben einem ausführlichen Gespräch mit dem Direktor Turgay Bey über die Schulreform von 2005 war die Begegnung mit den ehrenamtlichen Müttern an dieser Schule sehr interessant, die täglich 3 Stunden in der Schule anwesend sind, um die Lehrer bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Der Direktor fand die Begegnung mit den Stadtteilmüttern inspirierend und stellte Überlegungen an, wie die pädagogische Reform vollendet werden könne durch das Konzept der aufsuchenden Arbeit der Stadtteilmütter z.B. in der Türkei. Es entstand die Vision, im nächsten Jahr eine gemeinsame Begegnung von Berliner Kindern aus dem Kreuzberger Lesekeller und Kindern aus Aliaga zusammen mit dem Projekt der Stadtteilmütter zu organisieren.

Das Interesse der ehrenamtlichen Mütter zeigte den gut qualifizierten Stadtteilmüttern aus Kreuzberg, dass ihre Arbeit wert geschätzt wird, so dass einige von ihnen anfingen davon zu träumen, eine Stadtteilmutter in Izmir zu sein. Auch in Izmir haben die Stadtteilmütter Brücken geschlagen, indem sie den Kolleginnen vom Bundesverband für Leseförderung kulturelle Eigenheiten erklärt haben und den Zugang zu kulinarischen Genüssen ermöglicht haben.

Für alle Beteiligten gab es viele berührende Momente, alte Vorstellungen auf den Kopf gestellt zu bekommen, verschiedene Eindrücke aufzunehmen und von neuen Ideen bewegt zu werden.

Die Leiterin von Afacan hat uns bereits vorhergesagt, dass wir spätestens im nächsten Jahr wieder vor den Toren von Afacan stehen. Ob das nun die Vorhersehung aus dem Kaffeesatz war oder Wirklichkeit wird, hängt von der Unterstützung tatkräftiger Helfer ab.

2011_05_09

Ulrike Koch, Projektleiterin

Tam-u.koch@diakonie-stadtmitte.de

Elmar Kellner schrieb für die Fränkischen Nachrichten

Wartberg: Gremiumsvorsitzende Renate Gassert informierte über lange Verhandlungen

“Stadtteilbeauftragter” kommt

Wartberg

Wie die Stelle bezeichnet werden wird, das weiß noch niemand so ganz genau. Letztlich ist dies aber auch ohne Bedeutung. Dass sie kommt, das ist wichtig. Und das scheint sicher. Im Herbst wird auf dem Wartberg ein Stadtteilbeauftragter, so der “Arbeitstitel”, seine Tätigkeit aufnehmen. Mit ihm oder ihr verbinden sich viele Hoffnungen, dass die Integration noch besser gelingen wird.

Stadtteilbeiratsvorsitzende Renate Gassert informierte in der Sitzung des Gremiums am Montagabend im Kirchenzentrum die Öffentlichkeit darüber, was in monatelangen Besprechungen und Verhandlungen zuvor gelungen ist. Seit mehr als eineinhalb Jahren, so Gassert, beschäftige man sich mit der Thematik, auf die man über die Diskussion um ein Wegeleitsystem für den Wartberg gekommen sei (wir berichteten). Die Initialzündung sei ein Besuch im Würzburger Stadtteil “Heuchelhof” gewesen, der zwar größer sei als der Wartberg, aber letzlich die gleichen Probleme habe. Letztlich habe man auch die Stadt davon überzeugen können, “dass wir diese ehrenamtlich nicht lösen können”.

Schwierig, so die Stadtteilbeiratsvorsitzende, habe sich die Suche nach der Finanzierung gestaltet. Die Stadt Wertheim könne sie nicht schultern, und es gebe zwar auf den verschiedensten Ebenen die unterschiedlichsten Sozialfonds, “in die wir aber angeblich überall nicht hineingepasst haben”.

Die “Rettung” kam schließlich über Kontakte zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Ein entsprechender Antrag sei im Juni genehmigt worden, berichtete die Rednerin. Nun werde eine 50-Prozent-Stelle ausgeschrieben und, nach Auswahl eines geeigneten Bewerbers beziehungsweise einer Bewerberin hoffe man, dass dieser Mensch im Oktober, spätestens im November seine Arbeit aufnehmen könne.

Vom Bundesamt beaufsichtigt

Das Projekt, erklärte die Stadtteilbeiratsvorsitzende weiter, sei zunächst auf drei Jahre befristet und werde vom Bundesamt beaufsichtigt. Das Domizil des oder der künftigen Stadtteilbeauftragten solle ein ehemaliger Friseursalon mitten im Wartberg sein, den kürzlich die Stadtentwicklungsgesellschaft übernommen habe.

“Es war ein ganz langer, harter Weg”, bilanzierte Renate Gassert. “Aber wir haben etwas Großes geschafft.” Sie würdigte alle Beteiligten und insbesondere die jüngst verstorbene Kreisgeschäftsführerin des Roten Kreuzes, Renate Streng, die sich große Verdienste um den erfolgreichen Abschluss der Bemühungen erworben habe. Gassert bat auch um Verständnis, dass das Projekt sich, zunächst einmal, auf den Wartberg beschränke, der in seiner Bevölkerung zwei Drittel Menschen mit Migrationshintergrund aufweise. Überlegungen, ob und wieweit eine Ausdehnung auf den Reinhardshof möglich sei, müssten später angestellt werden. “Die jungen Leute”, merkte die Vorsitzende weiter an, “machen jedenfalls keinen Unterschied zwischen beiden Stadtteilen”.

Auf Nachfrage von Robert Spettel erklärte Gassert, der Stadtteilbeirat werde bei der Auswahl der geeigneten Bewerber beteiligt. Klaus von Lindern bedauerte, dass es nicht machbar gewesen sei, den Wartberg in das Programm “Soziale Stadt” aufzunehmen.

Der Stadtteilbeirat beschäftigte sich auch noch einmal mit dem Videoprojekt “Gibt es eine Zukunft für Jugendliche auf dem Wartberg”. Der Film hatte kürzlich im Kirchenzentrum Premiere und wurde auch beim Stadtteilfest auf dem Reinhardshof gezeigt (wir berichteten).

Er hätte noch mehr Aufführungsmöglichkeiten verdient, war nicht nur die Meinung von Klaus von Lindern. Der Vorsitzende des Stadtteilbeirates Reinhardshof, Walter Ploch, meinte auf entsprechende Überlegungen zu weiterführenden Aktionen, es habe sich eigentlich, nach seiner Kenntnis, um ein abgeschlossenes Projekt gehandelt. Nach den positiven Reaktionen auf den Film scheine sich diese Haltung aber gerade zu ändern. Martina Ducque hatte festgestellt, viele Jugendliche seien recht erstaunt gewesen, dass andere junge Leute in dem Film “offen und ruhig ihre Meinung gesagt” hätten und dies offensichtlich Widerhall finde.

Peter Riffenach von der Wertheimer Zeitung schrieb am 08.11.2008

Sprachförderung für Eltern und Kinder
Projekt: 15 Familien sind beim Programm dabei
Frühkindliche Sprachförderung in Kindergärten ist nach Meinung vieler eine wichtige Voraussetzung für die weitere positive Entwicklung eines Kindes. Daher wurde in den letzten Jahren in Wertheim zusammen mit den Kindergärten ein Konzept ausgearbeitet, wie der Sprachförderbedarf eines Kindes ermittelt und individuelle Förderung angeboten werden könnte. Die Verwaltung informierte am Donnerstag den Fikuss über das Projekt.
Zielgruppe des Wertheimer Modells “Komm in Aktion” seien alle Kinder, die zu Beginn des Kindergartenjahres dreieinhalb Jahre alt sind, informierte Fachbereichsleiterin Angela Steffan. Diese Kinder wurden von Fachkräften einem Test unterzogen. Von 76 geprüften Kindern wurden 43 als sprachauffällig eingestuft. Eine Zahl, die die Ausschussmitglieder aufschreckte.

Acht Kurse

Das Sprachförderkonzept sehe vor, dass die Eltern stark in das Förderprogramm einbezogen würden. Sie müssten pro Jahr acht Schulungskurse besuchen. Von den 43 Eltern hätten sich 15 zur Teilnahme bereit erklärt. Martina Ducque, Fachkraft für frühkindliche Sprachförderung, sagte, dass die niedrige Zahl überwiegend darin begründet liege, dass die Anfangshürde für viele Eltern relativ hoch gewesen sei. Sie sei allerdings überzeugt, dass die Zahl der Teilnehmer steigen werde, sobald der Nutzen von allen Eltern erkannt sei.

Den Eltern würden in den Kursen Grundkenntnisse im Zusammenhang mit dem Spracherwerb vermittelt. Außerdem würden unter anderem Sprachförderliche und sprachhemmende Verhaltensweisen vorgestellt. Die Kinder würden in 14-tägigem Rhythmus jeweils zwei Stunden gefördert, sagte Angela Steffan.

Hohe Zahl erschreckt Die Ausschussmitglieder erkannten einmütig an, dass die Beherrschung der Sprache eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Schulkarriere ist. Erschreckend fanden es alle Redner, dass 68 Prozent aller Dreieinhalbjährigen sprachauffällig geworden seien. “Welche Spracharmut muss da in den Familien vorhanden sein”, fragte Renate Gassert von der SPD. Sie forderte, dass das Land bei solch wichtigen Projekten einen Teil der Kosten, die Uwe Schlör-Kempf mit jährlich rund 12 000 Euro bezifferte, übernehmen sollte. Man werde diesbezüglich am Ball bleiben, versprach Oberbürgermeister Stefan Mikulicz.

5000 Euro: Service-Clubs überreichten Spende zur Unterstützung der frühkindlichen Sprachförderung
Wichtige Hilfe zur Integration

Reinhardshof. “Sprachförderung ist die wichtigste Integrationsarbeit, die wir frühkindlich leisten können.” Um so mehr freute sich Oberbürgermeister Stefan Mikulicz, dass diese Bemühungen nun von den Service-Clubs in Wertheim, Rotary und Rotaract sowie Lions, mit einer beträchtlichen Summe finanziell unterstützt werden. Gabriela König, Präsidentin des Lions Clubs, und Dekan Hayo Büsing, Präsident der Rotarier, überreichten am Dienstag einen symbolischen Scheck in Höhe von 5000 Euro an den OB und Martina Ducqué die Fachkraft für frühkindliche Spracherziehung und interkulturelle Kompetenz.

30.04.2009

Lernen ohne zu pauken

Spielen und Sprechen: Die Kinder führen sich gegenseitig Zaubertricks vor, bekommen so Selbstvertrauen – und lernen nebenbei, mit Sprache umzugehen.

Sprachkompetenz
Wertheimer Betreuungseinrichtungen wollen Kindern ganz beiläufig besseres Deutsch beibringen
Zu Beginn des Kindergartenjahres ist an Wertheims Kindereinrichtungen das Projekt “Komm in Aktion” zur Sprachförderung gestartet worden. “Es kommt nicht nur der Kopf – es kommt das ganze Kind”, so umschreibt Martina Ducqué, dass diese Förderung ganzheitlich erfolgen muss.

“Die Hürden für die Teilnahme an der Sprachfördermaßnahme sind bewusst relativ hoch”, sagt sie. Von den Eltern werde einiges an Mitarbeit erwartet: Diese müssen laut der Fachkraft von September bis Juli an neun Kursen teilnehmen, bei denen sie für die Sprachförderung empfänglich gemacht werden sollen. “In den Kursen wird auf das aktive Erarbeiten sprachfördernder Verhaltensweisen und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Kommunikationsverhalten besonderen Wert gelegt”, erklärt Ducqué.

Viele Kinder sehen viel zu lange fern. Dann nützen auch Förderangebote nichts. Martina Ducqué, Erzieherin Bei den Elternveranstaltungen gehe es etwa um Spracherwerb, förderliche Grundhaltungen, Rückmeldung und Handlungsorientierung sowie um das aktive Zuhören und “Ich-Botschaften”. Die Expertin arbeitet das jeweilige Thema laiengerecht auf und vermittelt den Inhalt anhand praktischer Beispiele. So bringt sie etwa Videoaufnahmen der Kinder mit und zeigt, wie durch die falsche Fragetechnik keine Kommunikation zustande kommen kann.

“Viele Kinder sehen viel zu lange fern”, sagt die Erzieherin. Die Forschung habe bewiesen, dass die Gehirnzellen der Kinder damit zunächst belegt seien: “Dann nützen auch Förderangebote nichts”, erklärt sie.

Neben den Eltern, die sich einvernehmlich positiv zu den Kursen äußern, stehen die Kinder im Mittelpunkt: Im zweiwöchigen Rhythmus besucht Ducqué sie in ihrer jeweiligen Einrichtung und verbringt einige Stunden mit ihnen. Wert legt sie auf ganzheitliche Förderung: “Wir haben es nicht nur mit dem Hörer oder dem Sprecher zu tun, sondern immer mit dem ganzen Kind, mit all seinen Sinnen, seinem Bewegungsdrang, seiner Neugier, seiner Liebe zu Rhythmus und Musik.” Durch Hantieren mit Gegenständen, Ausprobieren und Bewegung sammeln Kinder Erfahrungen, die über die Verbindung mit Sprache zu Begriffen für sie werden.

So werden Kinder etwa zu “Zauberlehrlingen”, die mit Murmeln in Dosen andere Kinder verblüffen und Selbstvertrauen tanken. Oder man sitzt beim Essen und nebenbei lernen die Kleinen Begriffe. “Planvolle Sprachförderung kann beim Singen, Turnen, Basteln, Spielen, Experimentieren ebenso stattfinden wie beim Betrachten von Bilderbüchern oder beim Einzelgespräch mit dem Kind”, sagt die Erzieherin.

Satz des Konfuzius als Leitlinie Dabei muss laut der Fachkraft immer ein konfuzianischer Grundsatz berücksichtigt werden:

“Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere mich. Lass es mich tun und ich verstehe.

17.10.2009

Erfolge mit früher Sprachförderung

Auftaktveranstaltung von "Komm in Aktion" am 24.09.09 in Wertheim

Auftaktveranstaltung von "Komm in Aktion", am 24.09.09, in Wertheim


“Frühkindliche Sprachförderung in Kindergärten ist eine wichtige Voraussetzung für die weitere positive Entwicklung eines Kindes”, stellte Oberbürgermeister Stefan Mikulicz am Donnerstag bei der Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Verwaltung, Kultur, Soziales und Sport (Fikuss) des Wertheimer Gemeinderates fest
Uwe Schlör-Kempf, Kinder- und Jugendbeauftragter der Stadtverwaltung, und Martina Ducqué, Fachkraft für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz, informierten das Gremium über den erfolgreichen Verlauf des Programms “Komm in Aktion” in der einjährigen Probephase.

Sprachförderung ist ein fester Bestandteil der täglichen Arbeit in den Wertheimer Kindergärten, allerdings ist in den letzten Jahren ein erhöhter Bedarf festgestellt worden. Um dem gerecht zu werden wurde “Komm in Aktion” ins Leben gerufen, mit dem im ersten Schritt vor allem die Einrichtungen mit einer vergleichsweise großen Zahl förderbedürftiger Kinder unterstützt werden sollten. Elf Kinder und ihre Familien nahmen im Kindergartenjahr 2008/09 an dem Förderprogramm teil und nach dem Ende der Projektphase ließ sich bei allen eine Verbesserung der sprachlichen Entwicklung feststellen.

Auch im neuen Kindergartenjahr wurden alle Kinder im Alter von dreieinhalb Jahren getestet, wobei von 76 geprüften Kindern in der Kernstadt sowie den Stadtteilen Bestenheid, Wartberg und Reinhardshof 57 Prozent als sprachauffällig eingestuft wurden. Aufgrund der positiven Erfahrungen, die vor allem auch die teilnehmenden Eltern des ersten Kurses gemacht hätten, seien bereits 24 Familien aus fünf Einrichtungen bereit, an dem Programm teilzunehmen, berichtete Schlör-Kempf. “Das ist eine Verdoppelung der Teilnahmezahlen gegenüber dem Probejahr”, freute er sich. Der dafür notwendige Personalbedarf werde durch eine Spende der Wertheimer Serviceclubs Rotary und Lions in Höhe von 5000 Euro gedeckt.

Erstmals sei in diesem Kindergartenjahr auch ein Sprachtest bei den Kindern in den Einrichtungen der Ortschaften durchgeführt worden, und nach der Auswertung sei klar geworden, dass auch dort 60 Prozent eine zusätzliche Sprachförderung benötigten. Die Ausweitung des Programms auch auf die Ortschaften würden die Erhöhung des Beschäftigungsumfangs der Fachkraft, die derzeit zu 30 Prozent bei der Stadt beschäftigt ist, auf mindestens 50 Prozent erforderlich machen, so Schlör-Kempf, der ankündigte, dass die erforderlichen zusätzlichen Mittel bei den Beratungen zum Haushalt 2010 eingebracht würden.

Alle Fraktionen äußerst sich positiv über den Verlauf des Projekts, das sie als “Bereicherung und Erfolg” werteten, wie es Dr. Andrea Braun (CDU) auf einen Nenner brachte. Dr. Günther Heger (SPD) beklagte lediglich, dass in das Projekt nur Kinder einbezogen würden, deren Eltern bereit seien, daran teilzunehmen. “Wir müssten uns vielmehr verstärkt um diejenigen kümmern die vom Elternhaus keine ausreichende Unterstützung erhalten”, forderte er.

Sprachförderung in der pädagogischen Arbeit mit Kindern
im Institut für pädagogische Weiterbildung Kinder&Jugendarbeit e.V
Werner-von-Siemens-Str.53

97076 Würzburg

Diese Weiterbildung mit Zertifikat richtet sich an alle, die mit sprachauffälligen Kindern arbeiten oder durch die spielerische Förderung von Sprache Kinder in Ihrer Bildung und Gesamtentwicklung fördern wollen. Neben den Grundlagen der ganzheitlichen Sprachförderung werden unterschiedliche Angebote und Anregungen für die Praxis vermittelt und gemeinsam erprobt.

Die Bausteine können einzeln gebucht werden, wobei wir empfehlen, diese Reihe innerhalb von längstens zwei Jahren abzuschließen. Für die Teilnahme an allen Bausteinen erhalten Sie eine gesonderte Bestätigung in Form eines Zertifikates.

Sprachförderung 1: Sprachentwicklung
Referent: Carsten Weller

Sprachförderung 2: Mundmotorik „Um den Mund geht’s rund“
Referentin: Martina Ducqué

Sprachförderung 3: Sprache und Wahrnehmung (Sinn-liche Sprache)
Referentin: Martina Ducqué

Sprachförderung 4: Die Sprechwirkstatt
Sprech- und Stimmbildung im Kindergarten und in der Schule
Die Sprechwirkstatt ist ein didaktisches Konzept zu Elementarprozessen wie Stimmbildung und Sprachentwicklung. Diese Prozesse fördern das gestaltende Sprechen wie Erzählen, Körpersprache, Stimmklang… Gestaltendes Sprechen ist ein wichtiger Bestandteil menschlicher Kommunikation.
Durch zahlreiche Übungen und Sprechspiele werden neue Möglichkeiten eröffnet, um mit Kindern im Vorschulalter und mit SchülerInnen gemeinsam etwas für die Stimme und den persönlichen Sprechausdruck zu tun.
Inhalte:

* Theoretische Grundlagen zur Stimmbildung und Sprachentwicklung
* Mit dem ganzen Körper sprechen: die Körpersprache
* Der Ton macht die Musik: Stimmklang als Ausdrucksform
* Aussprache und Artikulation

Referent: Carsten Weller

Sprachförderung 5: Sprachstanderhebungen

Bildung fängt mit Sprache an, und deswegen müssen wir dafür sorgen, dass Kinder Deutsch sprechen können – und zwar nicht erst in der Schule, sondern noch bevor sie ihre „Bildungskarriere“ beginnen. Gerade im Bereich der Linguistik und der Entwicklungspsychologie wird immer wieder darauf verwiesen, dass die Zahl der Kinder mit Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeiten sowie anderen Lern- und Leistungsstörungen in den letzten Jahren signifikant gestiegen ist. Nach neuesten Untersuchungen ist jedes fünfte deutschsprachige Kind sprachauffällig, bei den Kindern mit ausländischer Muttersprache sogar jedes zweite Kind. Aufgrund der Migrationssituation in Deutschland, aber auch in Verbindung mit biographischen, sozialen und kulturellen Faktoren in den Familien lassen sich erhebliche Unterschiede der Sprachkompetenzen dieser Kinder beim Eintritt in die Schule beobachten.

Diese unterschiedlichen Eingangsvoraussetzungen werden im System Schule kaum aufgehoben, sondern wie Pisa aufzeigt, tendenziell eher verstärkt. Daher ist eine möglichst frühe, gezielte Förderung des Spracherwerbs in Kindertagesstätten und in Zusammenarbeit mit den Eltern wichtig. In immer mehr Städten und Gemeinden werden Vorschulkinder auf ihre Sprachfähigkeit getestet. Aufgrund der Erhebungen soll festgestellt werden, welche Kinder zusätzliche Förderung brauchen.

Sprachstanderhebungen sind Diagnoseverfahren zur Feststellung des Sprachstandes von Kindern im Vorschulalter (Entwicklung und Güte der Lautsprache, des Wortschatzes, der Grammatik, des Sprachverständnisses, der Merkfähigkeit). In diesem Seminar werden wir uns mit unterschiedlichen Sprachstandserhebungen auseinandersetzen und anschließend gemeinsam gezielte Fördermöglichkeiten erarbeiten.

Sprachförderung 6: Literacy – Leih mir Dein Ohr

„Nicht das Werkzeug hat den Menschen zum Menschen gemacht, sondern das Wort.
Nicht der aufrechte Gang und der Stock, um damit nach Nahrung zu graben oder zu
kämpfen, machen den Menschen zum Menschen, sondern die Sprache.“
(Literaturpreisträgerin Nadine Gordimer)

Literacy – ein englisches Wort, für das es keine deutsche Entsprechung gibt – ist ein Sammelbegriff für kindliche Erfahrungen rund um die Buch-, Erzähl- und Schriftkultur. Schon seit der Steinzeit sind Bilder und Geschichten ein „menschentypisches“ Handwerkszeug, um die Sprache zu erlernen. Erwiesenermaßen haben Kinder, die reichhaltig Literacy-Erfahrung sammeln, langfristige Entwicklungsvorteile sowohl im Bereich sprachliche Kompetenz, als auch beim Lesen und Schreiben.

In diesem Seminar werden Sprachanreize und Förderchancen im pädagogischen Alltag anhand von Bildern, Bilderbüchern und Geschichten vorgestellt.
Das Seminar will Ihnen:

* Orientierungshilfe im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur geben
* Grundlagen für die Buch- und Geschichtenauswahl an die Hand geben
* Vorlese- und Erzählmethoden vermitteln
* Tipps und Tricks verraten, wie Sie Kinder zum „Lesen“ verführen können
* Ein Austauschforum für eigene Erfahrungen und Wissen im Bereich der Leseförderung bieten
Des weiteren sammeln Sie Erfahrung im Umgang mit Ihrer Stimme und Ihrem Körper, denn Mimik, Gestik, Artikulation sind Schwerpunkte der Weiterbildung.

Referentin: Karin Kotsch

http://www.ko-libri.de

Sprachförderung 7: Bewegte Sprache

 

 

„Bewegung ist Antrieb und Grundlage für körperliche, geistige und seelische Entwicklung“
Referentin: Martina Ducqué