Sprache – Kultur – Kompetenz Martina Ducqué

Erzähle mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere mich, lass mich tun und ich verstehe. (Konfuzius)

Beiträge in Presse

Ehrenamtsabend “Miteinander – Füreinander”: Stadtverwaltung ehrt knapp 150 Frauen und Männer für ihr umfangreiches bürgerliches Engagement

Freiwillige Arbeit hat großen Wert

Wertheim. Sie engagieren sich in der Vereinsarbeit und bei der Nachbarschaftshilfe, sind dabei wenn es um die Pflege öffentlicher Grünanlagen geht oder um die Kriegsgräberfürsorge, ohne sie wäre die Kinder- und Jugendarbeit nicht möglich oder würden mancher Orts der Schnee liegenbleiben.

Das ist nur ein Ausschnitt der Aktivitäten der fast 150 Frauen und Männer, die deshalb von der Stadt Wertheim in diesem Jahr eingeladen wurden, um ihr bürgerschaftliches Engagement zu würdigen.

Es war ein festlicher, vor allem aber ein fröhlicher Freitagabend in der Aula Alte Steige, den Elias Hepp mit einer Sonatine von Johann Dussek eröffnete. Mit dem Elton John-Hit “Sorry seems to be the hardest word” und “Weekend Fever” von Daniel Hellbach lieferte der erst zehnjährige Nassiger, Klavierschüler von Fedra Blido in der Jugendmusikschule, weitere Kostproben seines Talents.

Zur Ankündigung und Hoffnung von Oberbürgermeister Stefan Mikulicz, “dieser Abend soll Freude machen”, hatte Elias damit schon seinen Beitrag geleistet.

Mit der Veranstaltung unter dem Motto “Miteinander – Füreinander”, die seit 2000 zunächst jährlich, dann zweijährlich stattfindet, wolle man den Wert der Arbeit unterstreichen, den die Ehrenamtlichen täglich für die Gemeinschaft leisteten, betonte der Oberbürgermeister. Man wolle die große Bandbreite des Engagements sichtbar machen, die Gelegenheit geben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, “vor allem aber wollen wir heute danke sagen”.

Stadt ist stolz auf ihre Vereine

Wertheim, das hatte Mikulicz schon eingangs seiner Rede unterstrichen, sei stolz auf ihre lebendige und vielfältige Vereinslandschaft und schätze sich glücklich, dass Bürgersinn, Solidarität und Selbsthilfe so groß geschrieben würden. Das Ehrenamt, das unbezahlt, aber auch unbezahlbar sei, trage entscheidend zum sozialen Klima in der Stadt bei. “Die Vereine sind der Kitt in unserer Gesellschaft.” Natürlich vergaß der Redner bei der Gelegenheit nicht zu erwähnen, dass die Unterstützung des Ehrenamtes seit vielen Jahren hohe Priorität in Gemeinderat und Verwaltung genieße.

Der am Abend zuvor vom zuständigen Ausschuss einstimmig zur Beschlussfassung empfohlene Haushalt für das Jahr 2012 beinhalte die unveränderte Vereinsförderung, verriet Mikulicz und verband dies mit der Versicherung, “Gemeinderat und Oberbürgermeister stehen dazu, auch in den kommenden Jahren”.

Überzeugendes Vokalquintett

Den guten Worten des Stadtoberhauptes folgte die gute Unterhaltung. Dafür war in diesem Jahr die A-cappella-Gruppe “Disharmonie” aus Rothenburg zuständig. Nun ist man in Wertheim in diesem Genre nicht zuletzt dank der Lokalmatadore “Stimmmix” und ihrer regelmäßigen Konzerte mit befreundeten Gruppen viel Gutes gewöhnt. Gleichwohl überzeugte das Quintett – bestehend aus Wolfgang Korn, Peter Kayczyk, Stefan Reihs, Thomas Schleicher und Kai Steger – mit seinem Repertoire aus gecoverten Hits und neu betexteten, bekannten Songs.

Reichlich Applaus

“Wir sind vom Schenkel bis zum Knie Disharmonie”, stellten sich die Fünf musikalisch vor und straften sich in der folgenden knappen Stunde selbst Lügen mit sehr schön harmonischem Gesang. Mit mal hintersinnigem, mal frech-derbem Humor, mit englischen Liedern, denen das unverkennbar fränkische Idiom der Interpreten eine besondere Note gab, mit “kleinen, subtilen Botschaften an den weiblichen Teil der Bevölkerung” oder mit Klagen, die man zwar schon oft, so aber nur selten gehört hat, erntete “Disharmonie” reichlich vom “Brot des Künstlers”, Applaus nämlich. Die Zugabeforderungen zeigten, dass die Veranstalter mit der Wahl dieses Programmpunktes goldrichtig lagen.

Als “Zugabe” des Ehrenamtsabends zeichnete OB Mikulicz schließlich, wie es Tradition ist, zwei Personen stellvertretend für alle Eingeladenen aus. Als älteste Teilnehmerin war dies die 72-jährige Hedwig Diehm aus Sachsenhausen für ihr langjähriges Engagement bei der Pflege öffentlicher Grünanlagen. Als zumindest offiziell an diesem Abend Jüngster wurde Sebastian Schmid aus Dörlesberg geehrt. Der 20-jährige ist in der Kinder- und Jugendarbeit des örtlichen FC sehr aktiv. ek

Elmar Keller schrieb für die Fränkische Nachrichten

Eigene Anmerkung:

In diesem Jahr erhielten wir eine Einladung und wurden für unserer langjähriges Engagement rund um unseren Stadtteil Reinhardshof in besonderen für die Organisation des Reinhardhoffest geehrt.

Gemeinsam statt einsam

 

Reinhardshof-Fest: Am 9. und 10. Juli wird zum fünften Mal gefeiert

“Gemeinsam statt einsam”

Reinhardshof. Zum fünften Mal wird in diesem Jahr das Reinhardshof-Fest veranstaltet. Das Motto dabei lautet: “Gemeinsam statt einsam”. Am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Juli, bieten das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gemeinsam mit dem Stadtteilbeirat und vielen weiteren Akteuren in der Willy-Brandt-Straße ein unterhaltsames Programm.

Wie es in der Ankündigung der Verantwortlichen heißt, habe sich bereits bei der Organisation des Reinhardshof-Festes gezeigt, dass die Bewohner des Wertheimer Stadtteils gerne für eine gemeinsame Sache engagieren. Dies drücke auch das diesjährige Motto aus.

Ein interkultureller und struktureller Austausch habe schon während der Vorbereitung stattgefunden. So sei das Organisationsteam in verschiedenen Einrichtungen wie der Mosche oder dem Rotkreuzladen zu seinen Sitzungen zusammengekommen. Dies habe auch die Kreativität gefördert.

Bereits am Samstag, 9. Juli, können die Stadtteilbewohner und alle Festbesucher ab 10 Uhr beim Festaufbau die in ihnen steckende Hilfsbereitschaft und Tatkraft unter Beweis stellen. Um 16 Uhr eröffnet die Grundschule Reinhardshof mit ihrem Kinderchor das Fest. Danach folgt der tänzerisch-sportliche Teil des Programms mit den Hip-Hop-Gruppen “Funktastik” und der Tanzwerkstatt Wartberg. Außerdem steht ein Basketballspiel der SG Wartberg gegen die Nationalmannschaft der Taubstummen auf dem Programm. Anschließend besteht die Gelegenheit, kleine “Metallkunstwerke von den inab-Auszubildenden de des Berufsfortbildungswerks zu ersteigern. Ab 19.30 Uhr zeigen einige junge Musiker ihr Können: “Nases”, eine Rockband aus Lindelbach und die aus einem von der Jugendarbeit Wertheim initiierten Integrationsprojekt entstandene Band “Wispr” treten auf.

Der Festsonntag wird um 10.30 Uhr mit einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst eröffnet und mit dem Jazz- und Weißwurstfrühstück weitergeführt. Um 13.30 Uhr präsentieren DRK-Mitglieder eine Rettungshunde-Vorführung. Gegen 14 Uhr singen Mädchen und Jungen vom Kinderhaus gemeinsam mit Senioren aus dem Haus “Altera”. Das Programm wird von türkischen Volkstänzen, bei denen alle zum Mitmachen aufgefordert sind, abgerundet.

Weitere Höhepunkte sind neben dem Kinderprogramm das kleine Musical “Der vier Farben Zirkus” am Sonntag von 15.30 bis 15.50 Uhr und die DRK-Fahrzeugschau. Dabei wird die Ausstattung des Rettungswagens auch erklärt.

Für Speisen, darunter auch türkische Spezialitäten, und Getränke ist an beiden Tagen gesorgt.

Fränkische Nachrichten
25. Juni 2011

 

Weiter Informationen:

Flyer

http://www.multimediateam.com/flyer_2011.pdf

Sprachförderaktion der Wertheimer Kindergärten in Anlehnung an den Tag der Muttersprache

Bereits im vergangen Jahr wurde mit Unterstützung des Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V der Aktionstag Mehrsprachigkeit in den Wertheimer Kindergärten durchgeführt.
Die vielfältigen Aktionen im Rahmen dieses Tages haben weite Kreise gezogen. Die Nachhaltigkeit zeigte sich besonders in den Sprachfördermaßnahmen, die darauf in den Einrichtungen folgten.
Auch in diesem Jahr stellt der Tag der Muttersprache in vielen Wertheimer Kindergärten den Höhepunkt der Sprachföderinitative dar.
Er findet am 16.03 2011 in etlichen Einrichtungen statt.
Die Aktionen, die im Rahmen dieses Tages durchgeführt werden, sollen das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken, den Gebrauch der Muttersprache fördern und die Sprachenvielfalt in unserer Gesellschaft würdigen.
Unterstützung erhalten die Einrichtungen von Martina Ducqué, die eine Projektmappe im Zuge des Sprachförderprojektes der Stadt Wertheim,  „Komm In Aktion“, erarbeitete hat und die Kindergärten fachlich begleitet.
Intensiviert wird die Arbeit im Rahmen der Sprachförderung durch den Einsatz eines mehsprachigen Medienkoffers, der Dank großzügiger Spenden im letzten Jahr angeschafft werden konnte.
Auch in diesem Jahr finden in den Einrichtungen zahlreiche Aktionen statt, die über den Tag der Muttersprache hinaus einen großen Beitrag zur Integration und Sprachförderung unserer Kindern leisten werden.

Die Stadtverwaltung Wertheim informiert unter folgendem Link:

http://www.wertheim.de/servlet/PB/menu/1353116_l1/index.html

Eine besondere Form der Umsetzung, die gleichzeitg die Auftaktveranstaltung für das vom Bund ausgeschriebene Sprachförderprogramm “Schwerpunkt Kitas – Sprache und Integration” darstellt, wird von Robert Weisensee für die  Fränkischen Nachrichten wie folgt beschrieben:

18.03.2011

Nimmersatte Raupe in fremder Diktion

Tag der Muttersprache: Evangelische Kindertagesstätte Bestenheid feierte ein internationales Fest unter reger Beteiligung von Eltern aus unterschiedlichen Nationen

Bestenheid. “Viele Sprachen hat die Welt” sangen die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte (Kita) Bestenheid zu Beginn eines großen Festes der Nationen in ihrer Einrichtung. In ihrer Muttersprache wurden Kinder, Eltern, Großeltern und die Gäste des Festes begrüßt und dann zum Besuch der verschiedenen nationalen und internationalen Treffpunkte in der Einrichtung eingeladen. Man feierte am 16. März den “Tag der Muttersprache” der Unesco in Wertheim.

Auftakt für Sprachförderung

Für die Kindertagesstätte in der Breslauer Straße war es gleichzeitig die Auftaktveranstaltung zum Sprachförderprogramm “Schwerpunkt Kitas – Sprache und Integration.” Groß war die Freude bei Pfarrerin Stefanie Fischer-Steinbach und Heike Schaible, der Leiterin der Kita, über den Zuschlag des Förderprogramms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zum ersten April kann eine Fachkraft für Sprachförderung zu 50 Prozent angestellt werden.

Heike Schaible meinte, dies sei ein guter Anlass, den “Tag der Muttersprache” als tolles Fest von verschiedenen Nationen, von denen die Kita besucht wird, miteinander zu feiern. Familien aus sieben Nationen hatten sich, teils gewandet in typische Landeskleidung, darauf eingelassen und kreativ auf den Gästeansturm vorbereitet.

Sieben Stationen

Bei den sieben Stationen in den Gruppenräumen und auf den Fluren der Kita herrschte buntes Treiben. Überall war große Gastfreundschaft und Herzlichkeit zu spüren. Liebevoll angerichtet waren bei allen Nationen die kulinarischen Köstlichkeiten. Landestypisches konnte probiert werden.

“Es geht zu wie auf einem Basar,” sagte ein türkischer Vater und verteilte seinen Tee zu türkischer Musik. In einem Zelt der Station “Türkei”, in dem ältere Frauen saßen, konnte man sich niederlassen oder sich an den Plakatwänden über die Geschichte des Landes informieren.

“Typisch Französisch” ging es an anderer Stelle zu. Hier fand man auch deutsche Wörter, die in Frankreich, und französische Wörter, die in Deutschland gesprochen werden. Bei der Station “USA” stellte man Sportarten des Landes vor und wie überall an den Stationen auch Kinderbücher, Spiele und Info-Material.

Voller Begeisterung erzählte eine Frau über Bräuche in ihrem Land Portugal. An anderer Stelle konnte man das albanische Alphabet lernen oder erfuhr etwas über die Geschichte dieses Landes oder über Mutter Teresa. Die Russlanddeutschen Frauen hatten ihre Station “Russland” bunt dekoriert und eine gemütliche Teestube eingerichtet.

Auch Deutschland war gut vertreten mit typischer Kleidung, Informationen über Land und Leute und, wie überall, mit einem köstlichen Imbiss. Bei jeder Nation gab es einen Maltisch, an dem die Kinder die Flagge des jeweiligen Landes malen konnten. Wer es geschafft hatte, konnte am Schluss des Tages sieben Flaggen mit nach Hause nehmen. Dazwischen gab es für Interessenten an zwei Terminen mehrsprachiges Vorlesen im Turnraum. Jung und Alt konnten sich hier die Bilderbuchgeschichte “Die kleine Raupe Nimmersatt” in deutscher, englischer, türkischer, portugisischer, französischer, russischer und albanischer Sprache anhören. Beim Überraschungstheater spielten die Erzieherinnen zusammen mit begeisterten Kindern die Geschichte “Eine Flaschenpost reist die um die Welt.” Auch hier besuchte man viele Länder und gewann neue Freunde.

Die Fränkische Nachrichten berichtet am 24. März 2011 von einer weiteren Aktion:

Rotkäppchen auf Russisch

Im Kindergarten St. Venantius Wertheim fand kürzlich zum zweiten Mal ein internationales Lesefest statt. In Anlehnung an den Tag der Muttersprache haben Mütter und Erzieherinnen – in ihrer Muttersprache oder einer Fremdsprache – Bilderbücher, Geschichten und Märchen vorgelesen. Es wurde unter anderem Petterson und Findus auf Schwedisch und parallel auf Deutsch vorgelesen, der “Grüffelo” fand in der englischen Sprache großen Anklang bei den Kindern, und die russische Version vom Rotkäppchen wurde von einer Mutter vorgelesen. Nach dem Vorlesen hatten die Kinder die Möglichkeit, die Flaggen der einzelnen Länder anzumalen, die sie am Ende stolz als Flaggenkette mit nach Hause nehmen konnten.

Elmar Kellner schreib für die Fränkischen Nachrichten

Familiennnetzwerk: Vom Seniorenbeirat über Lesepaten bis hin zur “Willkommenskultur” für Neubürger und der “Familienpatenschaft”

Wertheim. An neuen Ideen mangelt es ganz offensichtlich nicht. Vier Projektvorschläge wurden bei der ersten Vollversammlung des Familiennetzwerkes Wertheim am Mittwochabend in der Aula Alte Steige vorgestellt und diskutiert.

So gibt es Gedanken, einen Seniorenbeirat ins Leben zu rufen, eine, laut Oberbürgermeister Stefan Mikulicz, “wunderbare Idee”, für die als Ansprechpartner Jürgen Küchler benannt war. Der sah “offensichtlich einen Bedarf, die Interessen älterer Menschen zu vertreten” und suchte dafür weitere Mitstreiterinnen und – streiter. Einige potenzielle Unterstützer fanden sich offenbar im späteren lockeren Beisammensein, wie Küchler zum Abschluss der Vollversammlung berichtete. Wie zu Beginn schon von ihm eingeräumt, herrschte aber auch nach der Diskussionsrunde noch etwas Unklarheit “über Sinn und Zweck eines Seniorenbeirates”. Darüber wolle man sich bei einem ersten Treffen weiter austauschen.

Ihre Praxistauglichkeit längst unter Beweis gestellt haben die “Lesepaten”, von deren Tätigkeit Andrea Schwitt-Graf sehr anschaulich und lebendig erzählte. “Sie lesen gerne? Sie lesen gerne vor? Und wenn Sie dann auch noch kontaktfreudig sind, dann sind Sie dafür geeignet”, warb sie für weitere Mitstreiterinnen und – vor allem – Mitstreiter, denn Vorleser sind bislang rar.

Paten werden nicht enttäuscht

14 aktive Lesepaten sind laut Schwitt-Graf derzeit vor allem in der Grundschule Wertheim aktiv. Aber “wir lesen auch in höheren Klassen vor”. Und “ich habe bislang keine Lesepaten getroffen, die enttäuscht gewesen wären. Kinder mögen es, vorgelesen zu bekommen”. Ausgebaut und vertieft werden, so Schwitt-Graf, soll die Kooperation mit der Stadtbücherei.

Um eine mögliche Projektgruppe zur Begrüßung von neu zugezogenen Bürgerinnen und Bürgern kümmert sich Volker Klein. Es gehe darum, eine Art “Willkommenskultur” zu schaffen, führte er aus und Menschen, die aus beruflichen oder anderen Gründen nach Wertheim kommen, eventuell auch dazu zu ermuntern, sich hier zu engagieren.

Bislang erhalten die Neubürger ein umfangreiches Informationspaket. Und auch die seit der Wiedereinführung ausgesprochene Einladung zum Neujahrsempfang findet, so OB Mikulicz, guten Anklang. Spontan, freute sich Klein nach der Gesprächsrunde, hätten sich einige Interessierte zur Mitarbeit bereitgefunden und es gebe auch bereits weitere Ideen.

In einem weiteren Projekt geht es schließlich um die Ferienbetreuung. “Die Herbstferien stehen vor der Tür, was passiert mit den Kindern?”, nannte Rektorin Alice Jäger einen aktuellen Anlass. Nicht nachvollziehen konnte sie, dass es auf Umfragen nach Betreuungswünschen so wenig Resonanz gab, nachdem das Thema in verschiedenen Veranstaltungen als Wunsch und Bedürfnis immer wieder genannt worden ist. Dem will man nun nachgehen.

In der Diskussionsrunde wurden weitere Vorschläge gemacht. So brachte Pfarrerin Cornelia Wetterich eine Familienpatenschaft ins Gespräch.

Susanne Engelhardt vom Migrationsdienst des Roten Kreuzes knüpfte Verbindungen zum Frauenverein, da sie von Frauen, die an den Integrationskursen der VHS teilnehmen weiß, dass diesen anschließend meist Kontakte fehlen.

Martina Ducqué, Erzieherin und Fachfrau  für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz bot ihre Mitarbeit und Unterstützung bei entsprechenden Projekten an. ek

Fränkische Nachrichten
29. Oktober 2010

Elmar Kellner schrieb für die Fränkischen Nachrichten

Wartberg: Gremiumsvorsitzende Renate Gassert informierte über lange Verhandlungen

“Stadtteilbeauftragter” kommt

Wartberg

Wie die Stelle bezeichnet werden wird, das weiß noch niemand so ganz genau. Letztlich ist dies aber auch ohne Bedeutung. Dass sie kommt, das ist wichtig. Und das scheint sicher. Im Herbst wird auf dem Wartberg ein Stadtteilbeauftragter, so der “Arbeitstitel”, seine Tätigkeit aufnehmen. Mit ihm oder ihr verbinden sich viele Hoffnungen, dass die Integration noch besser gelingen wird.

Stadtteilbeiratsvorsitzende Renate Gassert informierte in der Sitzung des Gremiums am Montagabend im Kirchenzentrum die Öffentlichkeit darüber, was in monatelangen Besprechungen und Verhandlungen zuvor gelungen ist. Seit mehr als eineinhalb Jahren, so Gassert, beschäftige man sich mit der Thematik, auf die man über die Diskussion um ein Wegeleitsystem für den Wartberg gekommen sei (wir berichteten). Die Initialzündung sei ein Besuch im Würzburger Stadtteil “Heuchelhof” gewesen, der zwar größer sei als der Wartberg, aber letzlich die gleichen Probleme habe. Letztlich habe man auch die Stadt davon überzeugen können, “dass wir diese ehrenamtlich nicht lösen können”.

Schwierig, so die Stadtteilbeiratsvorsitzende, habe sich die Suche nach der Finanzierung gestaltet. Die Stadt Wertheim könne sie nicht schultern, und es gebe zwar auf den verschiedensten Ebenen die unterschiedlichsten Sozialfonds, “in die wir aber angeblich überall nicht hineingepasst haben”.

Die “Rettung” kam schließlich über Kontakte zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Ein entsprechender Antrag sei im Juni genehmigt worden, berichtete die Rednerin. Nun werde eine 50-Prozent-Stelle ausgeschrieben und, nach Auswahl eines geeigneten Bewerbers beziehungsweise einer Bewerberin hoffe man, dass dieser Mensch im Oktober, spätestens im November seine Arbeit aufnehmen könne.

Vom Bundesamt beaufsichtigt

Das Projekt, erklärte die Stadtteilbeiratsvorsitzende weiter, sei zunächst auf drei Jahre befristet und werde vom Bundesamt beaufsichtigt. Das Domizil des oder der künftigen Stadtteilbeauftragten solle ein ehemaliger Friseursalon mitten im Wartberg sein, den kürzlich die Stadtentwicklungsgesellschaft übernommen habe.

“Es war ein ganz langer, harter Weg”, bilanzierte Renate Gassert. “Aber wir haben etwas Großes geschafft.” Sie würdigte alle Beteiligten und insbesondere die jüngst verstorbene Kreisgeschäftsführerin des Roten Kreuzes, Renate Streng, die sich große Verdienste um den erfolgreichen Abschluss der Bemühungen erworben habe. Gassert bat auch um Verständnis, dass das Projekt sich, zunächst einmal, auf den Wartberg beschränke, der in seiner Bevölkerung zwei Drittel Menschen mit Migrationshintergrund aufweise. Überlegungen, ob und wieweit eine Ausdehnung auf den Reinhardshof möglich sei, müssten später angestellt werden. “Die jungen Leute”, merkte die Vorsitzende weiter an, “machen jedenfalls keinen Unterschied zwischen beiden Stadtteilen”.

Auf Nachfrage von Robert Spettel erklärte Gassert, der Stadtteilbeirat werde bei der Auswahl der geeigneten Bewerber beteiligt. Klaus von Lindern bedauerte, dass es nicht machbar gewesen sei, den Wartberg in das Programm “Soziale Stadt” aufzunehmen.

Der Stadtteilbeirat beschäftigte sich auch noch einmal mit dem Videoprojekt “Gibt es eine Zukunft für Jugendliche auf dem Wartberg”. Der Film hatte kürzlich im Kirchenzentrum Premiere und wurde auch beim Stadtteilfest auf dem Reinhardshof gezeigt (wir berichteten).

Er hätte noch mehr Aufführungsmöglichkeiten verdient, war nicht nur die Meinung von Klaus von Lindern. Der Vorsitzende des Stadtteilbeirates Reinhardshof, Walter Ploch, meinte auf entsprechende Überlegungen zu weiterführenden Aktionen, es habe sich eigentlich, nach seiner Kenntnis, um ein abgeschlossenes Projekt gehandelt. Nach den positiven Reaktionen auf den Film scheine sich diese Haltung aber gerade zu ändern. Martina Ducque hatte festgestellt, viele Jugendliche seien recht erstaunt gewesen, dass andere junge Leute in dem Film “offen und ruhig ihre Meinung gesagt” hätten und dies offensichtlich Widerhall finde.

Am 17 und 18 Juli 2010 fand das Stadtteilfest Reinhardshof statt.

Interkulturelles Miteinander ist das Ziel.

Vereine und Organisationen aber auch Privatpersonen unterstützen tatkräftig dieses Fest, welches sich als eine Annäherung der unterschiedliche Kulturen die hier auf unserem “Hügel” leben angesiedelt hat. Gemeinsam für eine Idee, das dieses Erleben keine Bedrohung sondern eine Bereicherung darstellt, das gemeinsames Feiern  und sich Einbringen etwas Positives darstellt und Veränderungen mit sich bringt,

Gemeinsames Tanzen - ein schöner verbindender Moment

wurde auch in diesem Jahr eindrucksvoll allen Besuchern des Festes erlebbar gemacht.

Ein Riesenfest der Kulturen

Reinhardshof: Deutsche aus Franken und Russland feiern gemeinsam mit ihren türkischen Nachbarn

Wertheim-Reinhardshof »Das ist der Hammer, unglaublich, sensationell, so toll war es noch nie.« Stadtteilbeiratsvorsitzender Walter Ploch ist nicht um laute Worte verlegen, wenn es darum geht, das jüngste Reinhardshoffest in seiner Bedeutung für den Stadtteil einzuordnen.
Kinder des Kinderhauses, dem der Erlös des Festes zugute kommt, tanzten für die Gäste

Dieses Mal war alles anders, und die Euphorie, die Walter Ploch ergriffen hatte, war auch bei den anderen Trägern der Veranstaltung unverkennbar, so bei Eva-Maria Klemm, die in Vertretung des Initiators und Koordinators, Jochen Kulzcynski, die Fahne des Roten Kreuzes hochhielt.
Im Zentrum des Festes stand das Außengelände des Kinderhauses, welches Eltern und Erzieher derzeit in Eigenregie auf Vordermann bringen, dort wo die Stadt wegen der angespannten Haushaltslage nicht weiterhelfen kann. »Wir sind dringend auf Geld angewiesen«, sagte Martina Ducqué vom Kinderhaus, dem der Festerlös zugedacht ist.
Finanziell richtig »gerissen« hat es am Ende die Idee von einer »etwas anderen Auktion«. Birgit Abel vom Unternehmen für Bildung Inab hatte künstlerische Arbeiten aus der Ausbildungswerkstatt für die Tombola zur Verfügung stellen wollen. »Nicht schlecht, aber da lässt sich doch noch mehr herausholen«, hatte Martina Ducqué sich gedacht und zusammen mit Dirk Jüttner die anderorts schon bewährte Idee der »Ein-Euro-Auktion« aufgegriffen. Jeder Interessent bot und gab einen verlorenen Euro, der letzte Bieter bekam den Zuschlag auf das Objekt. Ein Reisenvergnügen für das Publikum, die Resonanz war gewaltig, nicht zuletzt weil jeder Euro die Chance auf den Zuschlag bot.
Auch Walter Ploch fand diese Idee von Anfang an gut: »Jeder Bieter kann für ein paar Sekunden Besitzer eines Kunstwerkes sein«, es bleibe zu hoffen, dass »der ein oder andere Euro locker gemacht wird« - und so kam es auch.
»Zum ersten, zweiten und zum …« Weiter kam Auktionator Jüttner selten, kurz vor dem Zuschlag folgte stets ein weiteres »Ein-Euro-Gebot«, von dem das Kinderhaus profitierte. Die Veranstalter erwarten, ob der hervorragenden Akzeptanz am Ende bis zu 1500 Euro mit der Auktion erwirtschaftet zu haben: »Und der Stadteilbeirat wird die Summe am Ende noch einmal verdoppeln«, versprach Walter Ploch.
Internationales Speisenangebot
Für den guten Zweck wurde aber auch anderweitig Geld verdient. So verkaufte der Elternbeirat Anstecknadeln und Kochbücher mit internationalen Rezepten, beigetragen von allen Beteiligten. Und es wurde viel und international und gut gegessen – alles zum Wohle des Kinderhauses und alles bei reichlichem Rahmenprogramm.
Eine interreligiöse Eröffnung zum Thema »Werte« und ein ökumenischer Gottesdienst gehörten dazu, Chöre (Believe, GHS Reinhardshof, Otfried-Preußler-Schule, Kinderhaus) und Jazzmusik (Eduard Prost) sowie Live-Bands aus dem Umfeld des Soundcafés und des Jugendtreffs 114 traten auf: Die Knirpse der »sensationalsoundcafeband« ließen es richtig krachen, dazu Nasty Prank und die Rapper von »Wartime«, »Fatizzle&G-TAKA«, die gleich einen riesigen Fan-Pulk mitgebracht hatten.
Heimatlieder, Volkstanz, Schminken, Basteln gehörten ebenso dazu wie die Fahrzeugshow von Polizei, Feuerwehr, THW und DRK.

Michael Geringhoff schrieb für die Wertheimer Zeitung am 21.o7.2010

Sprache ist verbales Kraulen

Vortrag von Fredrik Vahle beim sechsten Wetzlarer Bibliothekstag

Wetzlar (bon). Zum sechsten Mal haben am Montag die Stadtbibliothek und die Phantastische Bibliothek Wetzlar sowie die mit ihnen zusammenarbeitenden Organisationen zum “Wetzlarer Bibliothekstag” eingeladen. Unter dem Motto “In vielen Sprachen zu Hause” boten die Veranstalter vor allem Vertretern kleinerer Bibliotheken und pädagogischen Fachkräften aus Kindertagesstätten, Tagespflege und Schulen Spannendes rund um Zwei- und Mehrsprachigkeit.

Das Bild trügt: Alles andere als einschläfernd war der Workshop mit Fredrik Vahle (Mitte), in dem (von links) Nina Rußmann, Manuela Hammer und Katja Gaul-Schmidt Fingerspiele und musikalische Bewegung ausprobierten.(Foto: Bonacker)zoomDas Bild trügt: Alles andere als einschläfernd war… | mittelhessen.de
Von den Chancen der Mehrsprachigkeit sprach Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) in seinem Grußwort, verlor aber auch die Risiken nicht aus den Augen, die das Aufwachsen mit vielen Sprachen möglicherweise bergen kann. Mehrsprachigkeit werde dann zum Problem, so Dette, wenn Kinder zu sehr zwischen den Sprachen lebten, keine Sprache mehr wirklich beherrschten. So gelte es in Deutschland schon in den Kindergärten, spätestens aber in den Schulen zu gewährleisten, dass wenigstens die deutsche Sprache richtig gelernt würde, um den Grundstein für Chancengleichheit im Beruf zu legen.

Karin Bahlo griff diesen Ansatz in ihrem anschließenden Beitrag auf, plädierte aber dafür, durchaus auch den (für deutsche Vermittler vielleicht mühsamen) Umweg über die Muttersprache der Kinder zu gehen. Wichtig für mehrsprachig aufwachsende Kinder sei, ein gutes Gefühl für Sprache zu entwickeln. Mache man den Kindern bewusst, wie Sprache funktioniert, wo Parallelen und wo Unterschiede bestünden, helfe man ihnen in besonderem Maße zu eigenständigem Denken. Von großem Wert sei hier die interkulturelle Kompetenz: Sprache bilde Kultur ab und spiegele somit auch das Denken der Menschen.

Ein Ausspruch des Philosophen Ludwig Wittgenstein (1889-1951) prägte die Vorträge und Kurse der Veranstaltung: “Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.” Begegne man den fremdsprachigen Kindern mit der Einstellung “Lern du erstmal deutsch!” hieße dies, seine Grenzen sehr eng zu setzen.

Wie richtig mit fremdsprachigen Kindern ins Gespräch kommen?

Es gelte, so Patricia Hahne-Wolter vom SchauHör-Verlag Köln, nach Alternativen zu suchen, wie man mit fremdsprachigen Kindern ins Gespräch kommen könne. Damit bestätigte sie, was auch Bettina Twrsnick von der Phantastischen Bibliothek und Karin Bahlo schon geäußert hatten: Dass die oftmals gemachte Beobachtung, ein Kind ,spreche nicht, weniger mit dem Kind zu tun habe als vielmehr mit dem Gesprächspartner, der nicht in der Lage sei, im richtigen Maße auf das Kind einzugehen. Von ihren Erfahrungen in diesem Zusammenhang berichtete die Erzieherin und Fachfrau für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz, Martina Ducqué.

Dass Sprache eine Weiterentwicklung des gegenseitigen Lausens bei Primaten sei, verriet Soziolinguist und Liedermacher Fredrik Vahle: “Sprache ist verbales Kraulen”, sagte er in seinem Vortrag, in dem er sich nicht nur auf eine humorvoll-philosophische Suche nach dem “Ich” machte, sondern vor allem auf die Zusammenhänge zwischen Musik und Sprache einging.

Die Leichtigkeit, mit der er dabei ganz nebenbei die 80 Teilnehmer unvorbereitet zum Singen brachte, sprach für die positive Stimmung auf der Veranstaltung, auf der jeder in ganz unterschiedlicher Weise Anregungen und Ideen für die alltägliche Arbeit mitnahm.

Zwei- und Mehrsprachigkeit ist auch das Jahresmotto des Wetzlarer Zentrums für Literatur. In Kursen und einer Ringvorlesungsreihe können Interessierte sich weiter über dieses Thema informieren. Mehr dazu gibt es im Zentrum für Literatur. Turmstraße 20, 35578 Wetzlar, (06441) 400140, E-Mail: zfl@phantastik.eu

Bibliothekstag Wetzlar: Chancen und Probleme von Mehrsprachigkeit erörtert

Wetzlar (mab). Die Chancen und Probleme mehrsprachig aufwachsender Kinder standen kürzlich im Mittelpunkt der sechsten Auflage des Wetzlarer Bibliothekentages. Unter dem Motto »In vielen Sprachen zu Hause« hatten Stadtbibliothek und Phantastische Bibliothek zu einer interdisziplinären Tagung eingeladen.

Ihre Zielgruppe: Vertreter kleinerer Büchereien sowie pädagogische Fachkräfte.

»Lern Du erstmal Deutsch!« – oft sind fremdsprachige Kinder mit diesem Satz konfrontiert. Doch wer in seiner Anderssprachigkeit nicht angenommen wird, sondern Geringschätzung oder gar Ablehnung erfährt, wird schon in frühester Kindheit in der Entwicklung entscheidend gebremst. Schlimmstenfalls führt es dazu, dass die Kleinen zwischen zwei Sprachen geraten: Die eigene erleben sie als minderwertig und erlernen sie deshalb nicht voll, die deutsche beherrschen sie aber auch nicht fehlerfrei. Auf solche Risiken machte Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) in seinem Grußwort aufmerksam und plädierte dafür, dass Kindertagesstätten und Schulen sich in hohem Maße um die Vermittlung der deutschen Sprache bemühen. Ziel müsse es sein, die Chancen der Mehrsprachigkeit zu nutzen und die Risiken zu vermindern. Für ein Begreifen der sprachlichen Diversität als Normalität sprachen sich Bettina Twrsnick von der Phantastischen Bibliothek und Karin Bahlo aus, die die Modulgruppe »Sprache und Literacy« für den hessischen Bildungsplan repräsentierten. Sprache bilde letztlich Kultur ab, spiegele also das Denken wider. Somit seien Menschen mit Migrationserfahrung gegenüber einsprachig aufwachsenden eigentlich klar im Vorteil. Trotzdem komme es immer wieder zu Situationen, in denen Erzieher oder Lehrer hilflos vor einem Kind stünden, das »nicht spricht«. »Wenn ein Kind sein Potential nicht wirklich ausschöpft, ist es nicht sein Fehler. Es ist an seinem Gegenüber, es dort abzuholen, wo es steht«, so Karin Bahlo. Doch das sei nicht einfach, schließlich würden Pädagogen im beruflichen Alltag heute mit einer Vielzahl an Sprachen konfrontiert. Patricia Hahne-Wolter vom SchauHör-Verlag in Köln stellte mehrsprachige Bilderbücher vor, die auf die Problematik eingehen. Erzieherin Martina Ducqué, die in frühkindlicher Sprachförderung und interkultureller Kompetenz ausgebildet ist, berichtete von Projekten und Erfahrungen. Begeisterung löste Soziolinguist und Liedermacher Fredrik Vahle aus, der den rund 80 Teilnehmern mit »Paule Puhmanns Paddelboot« praktische Lieder und Sprachspiele an die Hand gab und sie spontan zum Mitsingen animierte. Workshops rund um das Thema Mehrsprachigkeit halfen, die verschiedenen Ansätze zu vertiefen.

(Quelle:

http://www.alsfelder-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Bibliothekstag-Wetzlar-Chancen-und-Probleme-von-Mehrsprachigkeit-eroertert-_arid,185776_regid,2_puid,1_pageid,11.html

 

Wetzlar (mab). Die Chancen und Probleme mehrsprachig aufwachsender Kinder standen kürzlich im Mittelpunkt der sechsten Auflage des Wetzlarer Bibliothekentages. Unter dem Motto »In vielen Sprachen zu Hause« hatten Stadtbibliothek und Phantastische Bibliothek zu einer interdisziplinären Tagung eingeladen.
Ihre Zielgruppe: Vertreter kleinerer Büchereien sowie pädagogische Fachkräfte.

»Lern Du erstmal Deutsch!« – oft sind fremdsprachige Kinder mit diesem Satz konfrontiert. Doch wer in seiner Anderssprachigkeit nicht angenommen wird, sondern Geringschätzung oder gar Ablehnung erfährt, wird schon in frühester Kindheit in der Entwicklung entscheidend gebremst. Schlimmstenfalls führt es dazu, dass die Kleinen zwischen zwei Sprachen geraten: Die eigene erleben sie als minderwertig und erlernen sie deshalb nicht voll, die deutsche beherrschen sie aber auch nicht fehlerfrei. Auf solche Risiken machte Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) in seinem Grußwort aufmerksam und plädierte dafür, dass Kindertagesstätten und Schulen sich in hohem Maße um die Vermittlung der deutschen Sprache bemühen. Ziel müsse es sein, die Chancen der Mehrsprachigkeit zu nutzen und die Risiken zu vermindern. Für ein Begreifen der sprachlichen Diversität als Normalität sprachen sich Bettina Twrsnick von der Phantastischen Bibliothek und Karin Bahlo aus, die die Modulgruppe »Sprache und Literacy« für den hessischen Bildungsplan repräsentierten. Sprache bilde letztlich Kultur ab, spiegele also das Denken wider. Somit seien Menschen mit Migrationserfahrung gegenüber einsprachig aufwachsenden eigentlich klar im Vorteil. Trotzdem komme es immer wieder zu Situationen, in denen Erzieher oder Lehrer hilflos vor einem Kind stünden, das »nicht spricht«. »Wenn ein Kind sein Potential nicht wirklich ausschöpft, ist es nicht sein Fehler. Es ist an seinem Gegenüber, es dort abzuholen, wo es steht«, so Karin Bahlo. Doch das sei nicht einfach, schließlich würden Pädagogen im beruflichen Alltag heute mit einer Vielzahl an Sprachen konfrontiert. Patricia Hahne-Wolter vom SchauHör-Verlag in Köln stellte mehrsprachige Bilderbücher vor, die auf die Problematik eingehen. Erzieherin Martina Ducqué, die in frühkindlicher Sprachförderung und interkultureller Kompetenz ausgebildet ist, berichtete von Projekten und Erfahrungen. Begeisterung löste Soziolinguist und Liedermacher Fredrik Vahle aus, der den rund 80 Teilnehmern mit »Paule Puhmanns Paddelboot« praktische Lieder und Sprachspiele an die Hand gab und sie spontan zum Mitsingen animierte. Workshops rund um das Thema Mehrsprachigkeit halfen, die verschiedenen Ansätze zu vertiefen.

Kindergarten St. Venantius: Lesefest

Sprachförderung bereichert

Wertheim. Für die Kinder des katholischen Kindergarten St. Venantius in Wertheim fand am Freitag ein Lesefest zur Mehrsprachigkeit statt.

Angeregt durch den “Aktionstag  Mehrsprachigkeit“  im Februar und in Zusammenarbeit mit Martina Ducquè vom Kinderhaus Reinhardshof wurde dieses Fest zu einer Bereicherung der Sprachförderung im Kindergarten.

Mit der Unterstützung von Kindergartenmüttern wurden in der Mutter- oder in einer vertrauten Fremdsprache Bilderbücher und Geschichten in verschiedenen Sprachen vorgelesen. Parallel zur Fremdsprache wurde den Kindern der Text in Deutsch übersetzt. Da gab es zum Beispiel das Bilderbuch “Die kleine Raupe Nimmersatt” in Französisch, oder “Pettersson und Findus” in Norwegisch. Außerdem wurde in Russisch, Englisch, Türkisch und Spanisch vorgelesen.

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Erschienen in: Fränkische Nachrichten
10. Mai 2010

23. April zum Welttag des Buches – Bücherkisten werden übergeben


Wir freuen uns sehr, dass auch wir bedacht wurden“, mit diesen Worten nahm Michaela Stock, Leiterin der Stadtbücherei, eine umfangreiche Buchspende, aus den Armen von Martina Ducqué vom Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V., entgegen. Dank dieser Spende ist die Stadtbücherei um 27 zweisprachige Büchern reicher, und so mancher zukünftige kleine Besucher/Zuhörer wird staunen, welche Sprachen nun in Kombination mit Deutsch angeboten werden: englisch, französisch, spanisch, serbisch, kroatisch, polnisch, russisch, arabisch, persisch und türkisch. Da steht der Lust am Lesen kaum noch etwas im Wege, zumindest keine sprachliche Barriere!

Mit der Übergabe dieser Bücher, am von der UNESCO ausgerufenen Tag des Buches, findet eine weitere Aktion, die mit dem Aktionstag Mehrsprachigkeit im Februar begonnen hatte, statt. Mitglieder des Vereins Netzwerk Mehrsprachigkeit waren damals aus ganz Deutschland angereist und haben Schulen und Kindergärten in Wertheim besucht, um in einer geballten Aktion aus mehrsprachigen Büchern vorzulesen. Dem Lions Club Wertheim gefiel diese Aktion so gut, dass er 1200,00 Euro spendete, mit der Maßgabe, dieses Geld für Buchankäufe einzusetzen. Mit diesem Geld sind nun drei Bücherkisten gefüllt worden, eine für die Stadtbücherei, eine für dem deutsch- türkischen Moscheeverein DITIB und eine für die örtlichen Kindergärten.

Für die Übergabe wurde bewusst der 23. April ausgewählt,
an dem die UNESCO seit 1995 den Tag des Buches begeht,
um die fundamentale Bedeutung des Lesens für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung zu unterstreichen.
Auch die Ziele vom Netzwerk Mehrsprachigkeit ordnen sich dieser globalen Vorgabe unter: Ihm geht es darum, die Lust auf Fremdsprachen zu wecken, die Lust am Lesen zu fördern, egal in welcher Sprache und das Miteinander in multikulturellen Umgebungen zu stärken.