Eröffnungsfeier:

Die Wertheimer Projektreihe »Integranz« beginnt mit einem Zeichen für Toleranz und Integration

Wertheim Als die bunten Ballons in den Himmel über dem Wertheimer Rathaus gestiegen waren, war Alex Schuck froh. »Jetzt hoffen wir mal, dass uns auch all die Menschen, die eine Postkarte finden, die Karte wieder zurückschicken«, sagte Schuck von der präventiven Jugendhilfe des Diakonischen Werks.

Er betreut die Projektreihe »Integranz«, ein Wortspiel aus »Toleranz« und »Integration«, die am Dienstagabend mit einer Feier im Arkadensaal begonnen hat.
Courage-AG führt durch den Abend
Ein symbolisches Zeichen waren die Luftballons, mit dem die Wertheimer auf mehr Toleranz in der Gesellschaft hinweisen wollten. Die bunten Karten, die an den Ballons baumelten, haben Mitglieder der Courage-AG der Comenius-Realschule in Bestenheid mit Fingerfarben gestaltet. »Rassismus stinkt«, »Love« und »Peace« war auf den farbenfrohen Karten zu lesen. Die Schülerinnen der Courage-AG führten an dem Eröffnungsabend durch ein Programm, das ganz im Zeichen von Integration und Toleranz stand.
Die drei türkischen Mädchen Rumeysa, Halenur und Aysun begrüßten die Gäste im Arkadensaal mit einem Lied aus der Türkei, bevor die Gruppe »Funktastic« auf dem Steinboden das Tanzbein schwang. Die 15-jährige Jenny Aroca Roman begeisterte die Zuhörer mit dem Lied »Manos al aire« von Nelly Furtado. Die Schülerin der Grund- und Werkrealschule »Alte Steige« ist schmal und zierlich, doch mit ihrer gewaltigen und kräftigen Stimme überraschte sie das Publikum. »Ganz toll hast Du gesungen, fantastisch«, lobte auch ihre Schulleiterin Alice Jäger. Jennys Vater kommt aus Spanien und manchmal sprechen sie zu Hause auch spanisch: »Eigentlich singe ich aber mehr auf Spanisch, als dass ich es spreche«, sagte Jenny.
Sie singt in der Band »WISPR«, einem Integrationsprojekt, das die Wertheimer Jugendarbeit ins Leben gerufen hat. Am kommenden Samstag hat die Band ihren ersten Auftritt im Rahmen der Integranz-Reihe. »Diese Aktionstage sollen dazu beitragen, das Thema Integration in die Mitte unserer Gesellschaft grundsätzlich und in diesen Tagen speziell in das Wertheimer Umfeld zu holen«, sagte Bernd Hartmannsgruber, der als Vertreter des Oberbürgermeisters gekommen war.
Neben der Veranstaltungsreihe »Integranz«, die von mehreren Wertheimer Kooperationspartnern geplant und organisiert wurde, ist bis Donnerstag, 9. Juni, im Arkadensaal auch die Wanderausstellung »anders? – cool!« des Jugendmigrationsdienstes zu sehen.
Fokus auf jugendliche Migranten
»Wertheim ist der 32. Ort in Deutschland, an dem die Ausstellung gezeigt wird«, berichtete Irena Frank vom Jugendmigrationsdienst des Roten Kreuzes in Tauberbischofsheim. So solle der Fokus auf die Lebenssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gerichtet werden. »Denn die Besonderheit bei Kindern und Jugendlichen ist, dass es immer die Eltern oder andere Erwachsene sind, die bestimmen, wohin die Kinder ziehen müssen.«
Wie die Kinder und Jugendlichen mit ihrer speziellen Situation umgehen und welche Probleme sich ergeben, das solle die Ausstellung zeigen.
Melisa, Vanessa, Jennifer und Claire engagieren sich in der Courage-AG der Comenius-Realschule in Bestenheid, sie kämpfen gegen Rassismus an ihrer Schule. Und deshalb war es ihnen wichtig, beim Projekt »Integranz« mitzumachen: »Integration ist uns wichtig, niemand soll ausgegrenzt sein«, sagte Jennifer Balke, die in die neunte Klasse geht. »Wir haben schon viele Unterschriften gegen Rassismus gesammelt«, berichteten die Mädchen, die am Ende auch die Luftballons mit Gas füllten.

 

Susanne Gilg schreib für die Wertheimer Zeitung

 

Weitere Informationen zur Ausstellung

http://www.wertheim24.org/news.php?nid=169