Sprache – Kultur – Kompetenz Martina Ducqué

Erzähle mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere mich, lass mich tun und ich verstehe. (Konfuzius)

Beiträge mit Schlagwort Aktionstag


 



10. September 2015
Mehrsprachigkeit regional gedacht


Einladung: Ein ganzer Tag für Kinder mit Lesungen und Workshops. Danach für Erwachsene: Gedankenaustausch bei Vorträgen und Podiums-Gespräch

In Pulheims Kindergärten und Schulen sind Arabisch,  Englisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Türkisch und viele weitere Sprachen zu hören. Die WzK01 kunstinitiative und SchauHoer Verlag organisieren am Donnerstag, den 10. September einen ganzen Tag für Kinder und Erwachsene aus der Region, da hier mehr als 100.000 Menschen neben Deutsch weitere Muttersprachen sprechen. Die Veranstaltungen finden im Walzwerk-Atelier 50 statt, denn Kunst und Sprache sollen das bisherige Nebeneinander zu einem Miteinander verbinden!

Ob mehr- oder einsprachig: schon jetzt freuen sich Grundschul- und Kindergartenkinder auf die beiden hochkarätigen Autorinnen Jutta Bauer und Aygen-Sibel Çelik. Es wird gemeinsam gelesen, Sprachdetektiv gespielt und gemalt, was das Zeug hält: Jutta Bauers »Die Königin der Farben« wird auf polnisch und deutsch gelesen. Ganz sicher inspiriert die zweisprachige Lesung von 14 bis 16 Uhr zu einer ordentlichen Malrolle während des anschließenden Workshops mit der  Künstlerin.

Auf sehr anschauliche Art machen sich danach die Sprachdetektive an die Arbeit und suchen gemeinsam mit der Autorin nach türkischen und deutschen Ausdrücken und Bedeutungen. Aygen-Sibel Çelik wird von 8:30 Uhr und von 15:30 Uhr aus »Sinan und Felix« lesen, einer Geschichte über eine tiefe Freundschaft. Am Ende werden sicher alle aus der Lesung gehen und mindestens ein türkisches Wort ganz genau kennen!

Daneben können sich Eltern, Interessierte und Fachpersonal an Ständen rund um das Thema Mehrsprachigkeit informieren. Es werden Aspekte von binationalem Familienleben ebenso dargestellt wie türkische Sprachförderung sowie Bücher verschiedenster Verlage.

Speziell an interessierte Erzieher- und LehrerInnen sowie Eltern richten sich um jeweils 15:30 Uhr die kurzweiligen Vorträge der Fachautorinnen Martina Ducqué und Inés María Jiménez. Auf sehr praktische Art werden die Themen »Wie gestalte ich zweisprachiges Vorlesen?« und »Wie gelingt bilinguale Erziehung« behandelt.

Den Abschluss dieses spannenden Tages bildet die Podiums-Diskussion. Die Teilnehmer loten aus, welche Vernetzungen und Projekte bestehen oder angedacht werden können, damit statt eines Nebeneinanders ein Miteinander vor Ort möglich wird.

Ab 16:30 Uhr beginnt das Gespräch mit einem Impulsvortrag von Caterina Caperle, Kommunales Integrationszentrum.

Es diskutieren zum Thema »Pulheimer Begegnungen: Miteinander statt Nebeneinander – Sprachen, Religion und Aufwachsen in der gemeinsamen Region«

Johannes Böttcher (evangelischer Pfarrer Pulheim, Schwerpunkt Jugendarbeit) mit Canan Kalac (Sprach- und Islamwissenschaftlerin, 2. Vorsitzende des Moscheevereins Pulheim), M. Caterina Caperle (Lehrerin für herkunftssprachlichen Unterricht, Kommunales Integrationszentrum des Rhein-Erft-Kreises) unter der Moderation von Günther Bernd Ginzel (Publizist, langjähriger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen bei Evangelischen Kirchentag, Mitgründer der Internationalen Friedensschule Köln-Widdersdorf).

Freier Eintritt!

Ein pdf des Flyers mit genauen Angaben finden Sie auf unserer Homepage zum angegebenen Termin.

Anmeldung zu Lesungen und Workshop unter: info@schauhoer-verlag.de

Vorträge und Podiums-Diskussion frei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fachschule der Mittelstandes Raum 6

Spielerisch Sprach- und Sprechanlässe schaffen

Workshop in der Kinder und Jugendbibliothek im Dalberhaus (N3,4)

Zu Beginn des Workshop stellte Patricia Hahne Wolter, die Bilderbücher ” Meine Wörter reisen” und “Meine Wörter reisen von drinnen nach draussen”, vor. Weiterführend wurden Praxisideen und Methoden vorgestellt, wie spielerisch Sprach- und Sprechanlässe in alltäglichen Situationen mit den Kindern durchgeführt werden können. 16 Teilnehmenrinnen die in Kindergärten, Horten und Schulen mit Kindern arbeiten, erpobten die vorgestellten Methoden und waren sich anschlließend einig, diese in ihre Arbeit einfliessen lassen zu wollen. Zum Schluss fasste eine Teilnehmerin der Workshop wie folgt zusammen. “Die zwei Stunden sind wie im Flug vergangen, doch ich werde jetzt im “Reisebegleiter” und dem “Erzählwürfel” nochmal alles in Ruhe nachlesen! Vielen Dank für die  gelungene Veranstaltung!”

 

 

 

 

 

Pressemitteilung  28.5.2014

 

 

Fünf Jahre Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V.

 

Alles Gute zum Geburtstag! Happy Birthday! ¡Feliz Cumpleaños! Поздравляем с днём рождения!

 

 

Am 29. Mai feiert das Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V. mit Sitz in Köln sein fünfjähriges Bestehen. Das überregionale Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Verlegern, Wissenschaftlern, Pädagogen, Leseförderern, Buchhandlungen, Bibliothekaren, Institutionen, Übersetzern und Autoren. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die interdisziplinäre Verknüpfung und der Austausch zwischen Theorie und Praxis. Mehrsprachigkeit soll nicht als Problem, sondern als Chance verstanden werden. Ziel ist es außerdem, fremdsprachige Familien mit dem richtigen Lesematerial zu versorgen, denn oft ist ihnen nicht bewusst, welche Möglichkeiten sich ihnen bieten.

Das Netzwerk Mehrsprachigkeit ist regelmäßig auf den beiden Buchmessen in Frankfurt und Leipzig sowie auf der Bildungsmesse Didacta mit einem Gemeinschaftsstand vertreten.

Auch der „Aktionstag Mehrsprachigkeit“, bei dem die Mitglieder an unterschiedlichen Orten in Deutschland Lesungen und Vorträge halten, sowie auf einem Markt der Möglichkeiten Materialien präsentieren, hat sich etabliert. Rückblickend waren die Aktionstage in Köln, Wertheim, Nürnberg und Berlin sehr erfolgreich, denn der große Zuspruch von Fachkräften, Studenten, Lehrern, mehrsprachigen Eltern und Kindern zeigt, wie groß das Interesse am Thema Mehrsprachigkeit an.

Einen Überblick über die mehrsprachige Kinderliteratur fand in der Bildungsregion Paderborn und Hildesheim, in der Bibliothek am Luisenbad (Berlin) sowie in den Workshops Mehrsprachigkeit und Kinderliteratur“ der Universitäten Tübingen und Mannheim wie auch auf den Podiumsdiskussionen der SK Stiftung in Köln und auf der Frankfurter Buchmesse statt. Auch die seit vier Jahren gute Zusammenarbeit mit dem Verein für frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen FMKS e.V.in Kiel für den Fachtag Mehrsprachigkeit auf der Bildungsmesse Didacta gestaltet sich kompetent und erfreulich. Es konnten in den vergangenen Jahren viele Fachkräfte mit dem Thema vertraut gemacht werden.

Inzwischen stieg die Anzahl der Mitglieder auf fast 50 Aktive, von denen auch einige aus dem nahen Ausland kommen.

Es ist schön, dass das Thema Mehrsprachigkeit immer weitere Kreise zieht und immer häufiger als Chance für die Gesellschaft wahrgenommen wird“, betont die 1. Vorsitzende, Patricia Hahne-­‐Wolter. „Es gibt natürlich auch weiterhin viel Raum für Arbeit an dem Thema.

Zu oft wird von Seiten der Politik noch polemisiert und verallgemeinert. Zu oft mündet ein Gespräch mit kommunalen Vertretern noch in der Aussage: „Die sollten erst mal Deutsch lernen“. Wir betonen immer wieder, dass uns Deutsch am Herzen liegt. Der Weg dorthin – das bestätigen Studien aus aller Welt – führt über einen kompetenten Umgang mit der Muttersprache – auch der Schriftsprache. Diesen Weg wollen wir mit unserer Arbeit unterstützen.“

Unsere nächsten Aktionen: Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse aus Anlass des 5-jährigen Bestehens; Vortrag an der Akademie für Kinderliteratur im Herbst ; Aktionstag in Mannheim Anfang nächsten Jahres.

Für die Zukunft wünscht sich das Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V., neue Mitglieder begrüßen zu können. Weitere Informationen, Formulare sowie eine Kurzvorstellung der Mitglieder sind auf der Homepage einsehbar.

 

Weitere Infos:

Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V.

c/o Patricia Hahne-­‐Wolter (1. Vorsitzende)

Barbarastraße 27

50996 Köln

Tel: 02238/47 48 26

Fax: 02238/47 48 27

Ansprechpartnerin für die Presse:

Inés María Jiménez

Tel: 0231 483833

info@netzwerk-­‐mehrsprachigeit.de

www.netzwerk-­‐mehrsprachigkeit.

 

Der Europäische Tag der Sprachen geht auf eine Initiative des Europarates zurück.

Ziel des Aktionstages ist es, zur Wertschätzung aller Sprachen und Kulturen beizutragen, den Menschen die Vorteile von Sprachkenntnissen bewusst zu machen, die individuelle Mehrsprachigkeit zu fördern und die Menschen in Europa zum lebensbegleitenden Lernen von Sprachen zu motivieren. Dabei soll das reiche Erbe der 200 europäischen Sprachen bewahrt werden.

Eingeführt wurde der Europäische Tag der Sprachen 2001, dem Europäischen Jahr der Sprachen. Damit sollte die intensive Förderung der Mehrsprachigkeit auch nach diesem Jahr weitergeführt werden. Der Tag wird seither jährlich am 26. September gefeiert. Im Rahmen des Aktionstages unterstützt der Europarat zusammen mit der EU Initiativen, Aktionen und Veranstaltungen rund ums Sprachen lernen.

Derzeit wird der Tag in bis zu 45 Ländern für Aktionen genutzt. Diese werden lokal durchgeführt und vom Europäischen Fremdsprachenzentrum des Europarates (in Kooperation mit Partnerorganisationen in den einzelnen Ländern) koordiniert.

Aktionstag Mehrsprachigkeit in Berlin-Reinickendorf

mit Lesungen in Schulen am 08. und

dem Markt der Möglichkeiten am 09. am Fontanehaus

 

AktionstagBerlin2012.pdf

Internationaler Tag der Muttersprache 2012

Weitere Informationen:
http://www.unesco.de/2975.htmlKinderkommission zum Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar 2012
Link zur Pressemitteilung: http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=484234 MDR :Alle zwei Wochen verschwindet eine Sprache
http://www.mdr.de/nachrichten/muttersprache100.html

2011- Auch in diesem Jahr wird in vielen Wertheimer Kindergärten der Tag der Muttersprache
begangen. Die Aktionen am Mittwoch, 16. März, sollen das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken, den Gebrauch der Muttersprache fördern und die Sprachenvielfalt in unserer Gesellschaft würdigen.

Bereits im vergangen Jahr hat der Verein Netzwerk Mehrsprachigkeit einen Aktionstag in den Wertheimer Kindergärten organisiert. Die vielfältigen Aktionen haben nachhaltig gewirkt, das zeigt sich in den Sprachfördermaßnahmen. Unterstützung erhalten die Einrichtungen von Martina Ducqué, die für das Sprachförderprojekt der Stadt Wertheim, „Komm In Aktion“ eine Projektmappe erarbeitet hat und die Kindergärten fachlich begleitet. Intensiviert wird die Arbeit durch den Einsatz eines mehrsprachigen Medienkoffers, der dank großzügiger Spenden im letzten Jahr angeschafft werden konnte.

Auch in diesem Jahr finden in den Einrichtungen zahlreiche Aktionen statt, die über den Tag der Muttersprache hinaus einen Beitrag zur Integration und Sprachförderung leisten werden.

http://www.wertheim.de/servlet/PB/menu/1353116_l1/index.html?QUERYSTRING=Sprachf%

http://www.wertheim.de/servlet/PB/menu/1391300_l1/index.html

http://www.wertheim.de/servlet/PB/menu/1391300_l1/index.html

 

 

Einen interessanten Link möchte ich allen Interessierten, die den Mut zur Mehsprachigkeit verfolgen, zur Verfügung stellen:

http://www.ines-maria-jimenez.de/

Buchtrailer: “Mut zur Mehrsprachigkeit” von Inés María Jiménez

http://www.youtube.com/watch?v=zL2i6NGe4oo

 

Viele Kinder wachsen zwei- oder mehrsprachig auf oder beginnen früh mit dem Erlernen von fremden Sprachen. Es ist wichtig, dass Kinder mit Migrationshintergrund frühzeitig über gute Deutschkenntnisse verfügen, ohne jedoch ihre Muttersprache zu verlernen. Viele Eltern, Lehrer und Erzieher wollen die Mehrsprachigkeit der Kinder fördern, wissen aber zum Teil nicht, wie sie das tun sollen. Am Aktionstag können sich Eltern, Erzieher/-innen, Lehrer/-innen und andere Multiplikator/innen aus Bildung, Weiterbildung, Kultur und Politik über die Chancen und die Herausforderungen von Mehrsprachigkeit und über zweisprachige Kindermedien informieren.

Ort: Katharinensaal der Stadtbibliothek Nürnberg

Freitag, 20. Mai 2011: 20.00 Uhr

Praxisorientierter Vortrag:
Arkadaşlar elele – Lasst uns Freunde sein!

Vom Umgang mit zweisprachigen Medien in der Praxis

Referentin: Martina Ducquè, Erzieherin, Fachfrau für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz.

Veranstalter:
Bildungscampus Nürnberg in Zusammenarbeit mit Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V.

Download Faltblatt (PDF-Datei, 1,23 MB)

Samstag, 21. Mai 2011: 13.00 bis 17.00 Uhr

“Marktplatz der Möglichkeiten” im Foyer des Katharinensaals mit Infoständen, Buchausstellungen, Medienpräsentationen und Kurzvorträgen rund um mehrsprachige Medien.

Vor einigen Jahren schien es noch unmöglich zu sein, dass mehrsprachige Medien – insbesondere für Kinder – sich ihren Raum in der Buchproduktion erobern. Inzwischen gibt es eine Fülle von Materialien zur Zwei- und Mehrsprachigkeit, vom Bilderbuch für die Allerkleinsten bis zur Lieder-CD. Diese Angebote fristen im normalen Buchhandel ein Schattendasein. Zahlreiche Verlage zwei- und mehrsprachige Medien präsentieren ihre Produktion im Foyer des Katharinensaals.

Teilnehmer: Edition bi:libri, Edition Orient, Edition Lingua Mundi, Georg Olms Verlag, Talisa Verlag, Amiguitos, SchauHoer-Verlag u.v.a.

Kurzvorträge von & mit:

  • 13:00 Uhr
    Ines Maria Jimenez/Autorin:
    “Tipps und Tricks bei der fremdsprachlichen Erziehung von Kindern”
  • 13:45 Uhr
    Kristy Koth / Edition bi:libri:
    Warum zweisprachige Kinderbücher?
  • —————
  • 15:00 Uhr
    Iris Wolf / Buchwolf:
    Der Einsatz mehrsprachiger Kinderbücher in Gruppen
  • 15:30 Uhr
    Stephan Trudewind / Ed. Orient:
    Kreativer Umgang mit Daumen-Druck und Fingerfarbe – Künstlerisches Gestalten mit dem deutsch-türkischen Bilderbuch „Gukki, dem kleinen Raben“
  • 16:00 Uhr
    Aylin Keller / Talisa-Verlag: Klipp-Klapp, die musikalische Klapperschlange – Şıkırdak’ın cıngırağı und andere zweisprachige Kinderbücher
  • 16:30 Uhr
    Claudia von Holten und Juliane Buschhorn-Walter / Amiguitos Verlag:
    Ideen für die spielerische Sprachvermittlung bei Kindern und Erwachsenen und Einbindung von zweisprachigen Kinderbüchern in den Unterricht

 

http://www.stadtbibliothek.nuernberg.de/aktuell_mehrsprachigkeit.html

Presse:

http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nuernberg-region/mehrsprachigkeit-fordern-1.1241796/kommentare-7.889243/kommentare-7.889243

 

http://kulturstimmen.de/2011/05/aktionstag-mehrsprachigkeit/

http://www.bibliotheksforum-bayern.de/fileadmin/archiv/2011-3/BFB_0311_23_Kurznotiert_V04.pdf

Sprachförderaktion der Wertheimer Kindergärten in Anlehnung an den Tag der Muttersprache

Bereits im vergangen Jahr wurde mit Unterstützung des Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V der Aktionstag Mehrsprachigkeit in den Wertheimer Kindergärten durchgeführt.
Die vielfältigen Aktionen im Rahmen dieses Tages haben weite Kreise gezogen. Die Nachhaltigkeit zeigte sich besonders in den Sprachfördermaßnahmen, die darauf in den Einrichtungen folgten.
Auch in diesem Jahr stellt der Tag der Muttersprache in vielen Wertheimer Kindergärten den Höhepunkt der Sprachföderinitative dar.
Er findet am 16.03 2011 in etlichen Einrichtungen statt.
Die Aktionen, die im Rahmen dieses Tages durchgeführt werden, sollen das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken, den Gebrauch der Muttersprache fördern und die Sprachenvielfalt in unserer Gesellschaft würdigen.
Unterstützung erhalten die Einrichtungen von Martina Ducqué, die eine Projektmappe im Zuge des Sprachförderprojektes der Stadt Wertheim,  „Komm In Aktion“, erarbeitete hat und die Kindergärten fachlich begleitet.
Intensiviert wird die Arbeit im Rahmen der Sprachförderung durch den Einsatz eines mehsprachigen Medienkoffers, der Dank großzügiger Spenden im letzten Jahr angeschafft werden konnte.
Auch in diesem Jahr finden in den Einrichtungen zahlreiche Aktionen statt, die über den Tag der Muttersprache hinaus einen großen Beitrag zur Integration und Sprachförderung unserer Kindern leisten werden.

Die Stadtverwaltung Wertheim informiert unter folgendem Link:

http://www.wertheim.de/servlet/PB/menu/1353116_l1/index.html

Eine besondere Form der Umsetzung, die gleichzeitg die Auftaktveranstaltung für das vom Bund ausgeschriebene Sprachförderprogramm “Schwerpunkt Kitas – Sprache und Integration” darstellt, wird von Robert Weisensee für die  Fränkischen Nachrichten wie folgt beschrieben:

18.03.2011

Nimmersatte Raupe in fremder Diktion

Tag der Muttersprache: Evangelische Kindertagesstätte Bestenheid feierte ein internationales Fest unter reger Beteiligung von Eltern aus unterschiedlichen Nationen

Bestenheid. “Viele Sprachen hat die Welt” sangen die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte (Kita) Bestenheid zu Beginn eines großen Festes der Nationen in ihrer Einrichtung. In ihrer Muttersprache wurden Kinder, Eltern, Großeltern und die Gäste des Festes begrüßt und dann zum Besuch der verschiedenen nationalen und internationalen Treffpunkte in der Einrichtung eingeladen. Man feierte am 16. März den “Tag der Muttersprache” der Unesco in Wertheim.

Auftakt für Sprachförderung

Für die Kindertagesstätte in der Breslauer Straße war es gleichzeitig die Auftaktveranstaltung zum Sprachförderprogramm “Schwerpunkt Kitas – Sprache und Integration.” Groß war die Freude bei Pfarrerin Stefanie Fischer-Steinbach und Heike Schaible, der Leiterin der Kita, über den Zuschlag des Förderprogramms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zum ersten April kann eine Fachkraft für Sprachförderung zu 50 Prozent angestellt werden.

Heike Schaible meinte, dies sei ein guter Anlass, den “Tag der Muttersprache” als tolles Fest von verschiedenen Nationen, von denen die Kita besucht wird, miteinander zu feiern. Familien aus sieben Nationen hatten sich, teils gewandet in typische Landeskleidung, darauf eingelassen und kreativ auf den Gästeansturm vorbereitet.

Sieben Stationen

Bei den sieben Stationen in den Gruppenräumen und auf den Fluren der Kita herrschte buntes Treiben. Überall war große Gastfreundschaft und Herzlichkeit zu spüren. Liebevoll angerichtet waren bei allen Nationen die kulinarischen Köstlichkeiten. Landestypisches konnte probiert werden.

“Es geht zu wie auf einem Basar,” sagte ein türkischer Vater und verteilte seinen Tee zu türkischer Musik. In einem Zelt der Station “Türkei”, in dem ältere Frauen saßen, konnte man sich niederlassen oder sich an den Plakatwänden über die Geschichte des Landes informieren.

“Typisch Französisch” ging es an anderer Stelle zu. Hier fand man auch deutsche Wörter, die in Frankreich, und französische Wörter, die in Deutschland gesprochen werden. Bei der Station “USA” stellte man Sportarten des Landes vor und wie überall an den Stationen auch Kinderbücher, Spiele und Info-Material.

Voller Begeisterung erzählte eine Frau über Bräuche in ihrem Land Portugal. An anderer Stelle konnte man das albanische Alphabet lernen oder erfuhr etwas über die Geschichte dieses Landes oder über Mutter Teresa. Die Russlanddeutschen Frauen hatten ihre Station “Russland” bunt dekoriert und eine gemütliche Teestube eingerichtet.

Auch Deutschland war gut vertreten mit typischer Kleidung, Informationen über Land und Leute und, wie überall, mit einem köstlichen Imbiss. Bei jeder Nation gab es einen Maltisch, an dem die Kinder die Flagge des jeweiligen Landes malen konnten. Wer es geschafft hatte, konnte am Schluss des Tages sieben Flaggen mit nach Hause nehmen. Dazwischen gab es für Interessenten an zwei Terminen mehrsprachiges Vorlesen im Turnraum. Jung und Alt konnten sich hier die Bilderbuchgeschichte “Die kleine Raupe Nimmersatt” in deutscher, englischer, türkischer, portugisischer, französischer, russischer und albanischer Sprache anhören. Beim Überraschungstheater spielten die Erzieherinnen zusammen mit begeisterten Kindern die Geschichte “Eine Flaschenpost reist die um die Welt.” Auch hier besuchte man viele Länder und gewann neue Freunde.

Die Fränkische Nachrichten berichtet am 24. März 2011 von einer weiteren Aktion:

Rotkäppchen auf Russisch

Im Kindergarten St. Venantius Wertheim fand kürzlich zum zweiten Mal ein internationales Lesefest statt. In Anlehnung an den Tag der Muttersprache haben Mütter und Erzieherinnen – in ihrer Muttersprache oder einer Fremdsprache – Bilderbücher, Geschichten und Märchen vorgelesen. Es wurde unter anderem Petterson und Findus auf Schwedisch und parallel auf Deutsch vorgelesen, der “Grüffelo” fand in der englischen Sprache großen Anklang bei den Kindern, und die russische Version vom Rotkäppchen wurde von einer Mutter vorgelesen. Nach dem Vorlesen hatten die Kinder die Möglichkeit, die Flaggen der einzelnen Länder anzumalen, die sie am Ende stolz als Flaggenkette mit nach Hause nehmen konnten.

23. April zum Welttag des Buches – Bücherkisten werden übergeben


Wir freuen uns sehr, dass auch wir bedacht wurden“, mit diesen Worten nahm Michaela Stock, Leiterin der Stadtbücherei, eine umfangreiche Buchspende, aus den Armen von Martina Ducqué vom Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V., entgegen. Dank dieser Spende ist die Stadtbücherei um 27 zweisprachige Büchern reicher, und so mancher zukünftige kleine Besucher/Zuhörer wird staunen, welche Sprachen nun in Kombination mit Deutsch angeboten werden: englisch, französisch, spanisch, serbisch, kroatisch, polnisch, russisch, arabisch, persisch und türkisch. Da steht der Lust am Lesen kaum noch etwas im Wege, zumindest keine sprachliche Barriere!

Mit der Übergabe dieser Bücher, am von der UNESCO ausgerufenen Tag des Buches, findet eine weitere Aktion, die mit dem Aktionstag Mehrsprachigkeit im Februar begonnen hatte, statt. Mitglieder des Vereins Netzwerk Mehrsprachigkeit waren damals aus ganz Deutschland angereist und haben Schulen und Kindergärten in Wertheim besucht, um in einer geballten Aktion aus mehrsprachigen Büchern vorzulesen. Dem Lions Club Wertheim gefiel diese Aktion so gut, dass er 1200,00 Euro spendete, mit der Maßgabe, dieses Geld für Buchankäufe einzusetzen. Mit diesem Geld sind nun drei Bücherkisten gefüllt worden, eine für die Stadtbücherei, eine für dem deutsch- türkischen Moscheeverein DITIB und eine für die örtlichen Kindergärten.

Für die Übergabe wurde bewusst der 23. April ausgewählt,
an dem die UNESCO seit 1995 den Tag des Buches begeht,
um die fundamentale Bedeutung des Lesens für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung zu unterstreichen.
Auch die Ziele vom Netzwerk Mehrsprachigkeit ordnen sich dieser globalen Vorgabe unter: Ihm geht es darum, die Lust auf Fremdsprachen zu wecken, die Lust am Lesen zu fördern, egal in welcher Sprache und das Miteinander in multikulturellen Umgebungen zu stärken.


 

Pressebericht Fränkische Nachrichten 22.02.2010

Aktionstag: Am 26. Februar veranstaltet das “Netzwerk Mehrsprachigkeit” einen Aktionstag an Kindergärten und Schulen sowie einen “Marktplatz der Möglichkeiten”

Sprachen ändern das eigene Denken

 

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Wertheim. Eine oder vielleicht sogar mehrere fremde Sprachen zu sprechen, gilt einerseits als Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis und Respekt. Andererseits ist gut die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht.

Vor diesem Hintergrund hat die Unesco, die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, zu Beginn des Jahrtausends den “Internationalen Tag der Muttersprache” ausgerufen. An diesen lehnt sich der “Aktionstag Mehrsprachigkeit” an, der am Freitag, 26. Februar, in Wertheim stattfindet. Die Schirmherrschaft hat OB Stefan Mikulicz übernommen. Veranstalter ist das “Netzwerk Mehrsprachigkeit”, das sich bundesweit im vergangenen Jahr gegründet hat.

Überaus große Resonanz

Die Organisatoren haben den Kindergärten und Schulen ein vielfältiges Angebot unterbreitet, das sehr gut angenommen wird. “Wir sind ausgebucht”, freut sich Martina Ducque über die unerwartet große Resonanz. Sie ist Fachkraft für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz und in Wertheim zuständig für die Sprachförderung in den Kindergärten. Ducqué ist Mitglied im “Netzwerk Mehrsprachigkeit” und zeichnet, gemeinsam mit Dirk Jüttner, federführend für den “Aktionstag Mehrsprachigkeit” in der Großen Kreisstadt verantwortlich.

“Wer eine andere Sprache kann, lernt zugleich, was in ihr nicht oder nur ganz anders geht. Dabei begegnen ihm seine eigenen Grenzen. Indem er sie wahrnimmt, überschreitet er sie auch, aber im gastlichen Sinn”, zitiert sie den Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg. Globalisierung und Migration seien die häufigsten Gründe, weshalb Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenlebten.

Positives Potenzial aufnehmen

“Diese vorhandene Sprachenvielfalt muss aufgenommen und als positives Potenzial begriffen werden, sonst verharrt eine Gesellschaft in rückwärts gewandten Ritualen. Der Umgang mit dieser Situation muss allerdings auch eingeübt werden”, so Ducqué. Auch aus diesem Grund habe sich Mitte vergangenen Jahres der Verein “Netzwerk Mehrsprachigkeit” gegründet.

Dessen Mitglieder sind Verlage, Institutionen und Personen, die sich professionell mit Mehrsprachigkeit und Fremdsprachenerwerb befassen. Ziel ist die Förderung von sprachlicher und interkultureller Bildung. Dies soll am “Aktionstag Mehrsprachigkeit” beispielhaft in Wertheim geschehen. Kindergärten, Schulen und Büchereien wurde ein vielfältiges Angebot unterbreitet, das mehrsprachige Lesungen und Vorträge von Experten enthält.

Aus der Vielfalt wählen

“Daraus konnte sich jeder das für ihn Passende aussuchen und das Netzwerk-Mitglied, das dieses Angebot unterbreitet hat, kommt dann am 26. Februar in die jeweilige Einrichtung”, erläutert die Organisatorin. Aus ihrem beruflichen Wirken weiß sie, dass solche Lesungen für manche Kinder der erste Kontakt mit ihrer Herkunftssprache sind. Eltern und Kindern sollen Denkanstöße gegeben, Pädagogen Möglichkeiten zum Umgang mit mehrsprachigen Lernmaterialien unterbreitet werden. Ist der Vormittag mehr den großen und kleinen Fachleuten gewidmet, so kommt die breite Öffentlichkeit am Nachmittag beim “Marktplatz der Möglichkeiten” im Arkadensaal zum Zuge. Dabei wird dann auch die “Medienkiste Mehrsprachigkeit” vorgestellt, ein Sortiment zwei- und mehrsprachiger Kinderbücher, das beim Verein ausgeliehen werden kann. ek

Fränkische Nachrichten
22. Februar 201o

Eigene Anmerkung:

Nähere Informationen finden Sie unter:
http://www.verein-mehrsprachigkeit.de/wertheim_aktionstag_mehrsprachigkeit/

“Aktionstag Mehrsprachigkeit”:

(foto Quelle privat)

 

Arkadensaal in einen “Marktplatz der Möglichkeiten” verwandelt / Bedeutung von Sprache(n) herausgestellt
Förderung von Intelligenz und Identität

Wertheim. Sie hatte schon etwas von einem “Marktplatz”, die Szenerie am Freitagnachmittag im Arkadensaal der Wertheimer Hofhaltung. Man stand in kleineren und größeren Gruppen zusammen, es wurde geredet, diskutiert, erzählt, man blätterte in Büchern, aß und trank. Und genau so war es auch geplant, beim “Marktplatz der Möglichkeiten” anlässlich des “Aktionstages Mehrsprachigkeit”. Den hatte das “Netzwerk Mehrsprachigkeit” geplant und organisiert, mit zahlreichen Veranstaltungen in Kindergärten und Schulen und mit eben diesem großen Zusammentreffen am Nachmittag im Arkadensaal (wir berichteten).

Dirk Jüttner, gemeinsam mit Martina Ducque federführend in der Main-Tauber-Stadt, begrüßte “alle Sprachbegeisterten” – und das waren eine ganze Menge. Ihnen erzählte er von einem seiner Kindheitsträume, nämlich mit allen Menschen in ihrer Sprache reden zu können. “Aber die Wunschfee ist leider nicht vorbeigekommen.” Zu 100 Prozent erfüllt werden kann der Wunsch wohl auch nicht vom “Netzwerk Mehrsprachigkeit”. Aber einen Teil dazu beitragen schon.

Die Vorsitzende des im Mai vergangenen Jahres gegründeten gleichnamigen Vereins, Patrizia Hahne-Wolter aus Köln, lobte in ihrem Grußwort erst einmal alle Verantwortlichen, die in der Tat Beachtliches auf die Beine gestellt hatten. Wertheim, sagte sie, sei in der Vergangenheit auch für revoltierende demokratische Buchdrucker interessant gewesen und habe heute einen Namen als Standort für vielfältige Industriebetriebe.

“Die Arbeitnehmer kommen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, und die Anbindung an den globalen Markt fordert alle Bürger und Unternehmer. Wie in einem Brennglas bündeln sich hier Bedürfnisse, Anspruch und Herausforderungen, denen sich auch andere Städte Deutschlands gegenübersehen.” Fremdsprachenkenntnisse seien ebenso gefragt, wie allgemeine Deutschkenntnisse. “Aber das allein reicht nicht.” Nötig sei auch eine Offenheit gegenüber kulturellen Hintergründen und babylonischer Sprachenvielfalt.

Für das Netzwerk sei es stimmig, den Aktionstag gerade in Wertheim zu begehen. Mit der Übernahme der Schirmherrschaft durch Oberbürgermeister Stefan Mikulicz “bezeugen Sie, dass sie den neuen Ideen der Mehrsprachigkeit unvoreingenommen gegenüberstehen”.

Die Rednerin stellte den Verein vor, dessen Vorsitzende sie ist, und sagte, der Respekt vor der Herkunftssprache und die Förderung der Verkehrssprache Deutsch bestimme dessen Diskurs. “Wir möchten den oft einseitigen und aufgeheizten Diskussionen um Integration und Migration eine zukunftsorientierte und sachlich geführte Debatte entgegensetzen.”

Oberbürgermeister Mikulicz stellte fest, es würden “viele Register gezogen, um Kindern Sprache und Mehrsprachigkeit zu vermitteln”. Dies fördere nicht nur die Intelligenz, sondern auch die eigene Identität und das Einfinden in die neue Heimat. In frühester Kindheit bereits würden die Pfade angelegt, die Jugendliche später befähigten, im Leben und im Beruf zu bestehen. “Als Kommune sind wir sehr stark bemüht, Sprache und Sprachkompetenz zu fördern”, versicherte der Oberbürgermeister. Dies geschehe auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und sei nicht zuletzt im Interesse der heimischen Wirtschaft. Jedes Kind müsse befähigt sein, später einmal eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren.

Mikulicz dankte insbesondere Martina Ducque, die dem Netzwerk beigetreten sei und die Bedeutung eines Aktionstages herausgestellt und verankert habe. “Das Thema wird in Wertheim sehr ernst genommen und bestimmt den Kurs der Kommunalpolitik mit”, so der OB abschließend.

Dann war es Zeit für “Geschenke”. Blumen gab es für Patrizia Hahne-Wolter und von ihr für Martina Ducque. Ihr überreichte die Vorsitzende des Vereins auch einen “Wanderpokal für besonders gelungene Projekte”. Dank der Unterstützung des Lions Club Wertheim konnten mehrere Bücherkisten zum Thema Mehrsprachigkeit angeschafft werden. Eine davon überreichten der amtierende Präsident Alois Sans und Sekretärin Susanne Eberhard an Nimet Seker, Öffentlichkeitsbeauftragte der türkisch-islamischen Gemeinde. Eine weitere Bücherkiste geht an die Stadtbücherei Wertheim, die an diesem Nachmittag durch Doris Neugebauer vertreten war. Und eine dritte wird eine “wandernde Bücherkiste”, die verschiedenen Einrichtungen zur Verfügung steht. Großzügige Unterstützung gewährte dem “Aktionstag Mehrsprachigkeit” das Fürstenhaus zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.

Zahlreiche Mitglieder der türkisch-islamischen Gemeinde sorgten für das leibliche Wohl der Besucher des “Marktplatz der Möglichkeiten”. ek

Fränkische Nachrichten
01. März 2010

Die Wertheimer Zeitung schrieb am 1 März 10 :

http://www.main-netz.de/nachrichten/region/wertheim/wertheim/art4003,1111616

 

Kinder entdecken fremde Sprachen

Mehrsprachigkeit: Aktionstag mit Lesungen in Grundschulen und Kindergärten – Literaturpräsentationen im Rathaus

Wertheim In Zeiten zunehmender Globalisierung wird es immer wichtiger, Kinder früh mit Fremdsprachen vertraut zu machen. Andererseits ist es für das Gelingen von Integration wichtig, dass Kinder mit Migrationshintergrund über gute Deutschkenntnisse verfügen. Zu beidem will das Netzwerk Mehrsprachigkeit beitragen, das am Freitag einen Aktionstag in Wertheim veranstaltet hat.

Dabei kamen mehrere hundert Kinder in Wertheimer Grundschulen und Kindergärten am Vormittag in den Genuss einer kostenlosen Veranstaltung. »Die Nachfrage war so groß, das wir pro Referentin zwei Termine anbieten mussten«, sagt Martina Ducque. Sie ist Erzieherin und Fachkraft für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz bei der Stadt Wertheim. Gemeinsam mit Dirk Jüttner von JP Design aus Wertheim organisierte sie die Veranstaltungen.
So las beispielsweise die Illustratorin Gül Kurtulus in den Kindergärten Waldenhausen und Reicholzheim in Deutsch und Englisch aus ihren Umweltbüchern zu den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde vor. Dafür hatte sie sich kostümiert und neben den Büchern auch großformatige Bilder mitgebracht, die die Hauptakteure ihrer Werke zeigten. Die Kinder lauschten ihren Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit.
Eigene Geschichte ausgedacht
Keine Lesung im klassischen Sinne hatte sich Patricia Hahne-Wolter für die Kinder der Kindergärten Urphar und Grünenwört ausgedacht. »Meine Wörter reisen« lautete der Titel des Buches, anhand dessen Bilder sich die Kinder eine eigene Geschichte ausdachten. Wer von Hahne-Wolter einen Ball zugeworfen bekam, durfte die Geschichte weiter erzählen.
In allen Einrichtungen waren die Kinder eifrig bei der Sache. »Aus ruhigen werden aktive Kinder und das Bilderbuch regt zum Sprechen an«, kommentierte eine Erzieherin des Kindergartens Urphar. Ihre Kolleginnen aus Bettingen und Lindelbach sagten zu dem Buch »Wer spricht denn da«: »Die Kinder lernten in der kurzen Zeit vier Sprachen kennen und waren total begeistert.«
Der Nachmittag stand beim sogenannten Marktplatz der Möglichkeiten im Arkadensaal ganz im Zeichen von Mehrsprachigkeit und der Präsentation zahlreicher Bücher. »Hier wird eindrucksvoll gezeigt, wie alle Register gezogen werden können, um Kindern mehrsprachige Kompetenz zu vermitteln«, sagte Oberbürgermeister Stefan Mikulicz, der Schirmherr der Veranstaltung war. »Mehrsprachigkeit fördert den Intellekt der Kinder«, sagte der OB. Gemeinsam müssten neben dem Elternhaus vor allem Kindergärten und Schulen Anstrengungen unternehmen, um Sprachkompetenz zu fördern, meinte Mikulicz. Er versicherte, dass das Thema von der Stadt, Schulen und Kindergärten sehr ernst genommen werde.
Die Herausforderung eines globalen Marktes forderten Bürger und Unternehmen gleichermaßen, sagte die Vorsitzende des Netzwerkes Mehrsprachigkeit, Patrizia Hahne-Wolter. »Fremdsprachenkenntnisse sind deshalb so wichtig, wie Deutschkenntnisse«, erklärte sie. Nötig sei auch Offenheit gegenüber kulturellen Hintergründen. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei, Kindern die Freude am Lesen zu vermitteln. »Alles andere kommt von alleine.«
Patrizia Hahne-Wolter freute sich über eine Spende des Lions-Clubs und des Fürstenhauses für das Netzwerk. Dank der großherzigen finanziellen Unterstützung sei es möglich, der Stadtbücherei und dem türkisch-islamischen Verein drei Kisten mit mehrsprachigen Büchern zur Verfügung zu stellen. Zudem werde eine Bücherkiste bereit gestellt, die von Schulen und Kindergärten ausgeliehen werden können. Symbolisch nahm Nimet Seker von der türkisch-islamischen Gemeinde eine Bücherkiste entgegen.
Neben dem Kennenlernen mehrsprachiger Druck-Erzeugnisse für Kinder und dem Erfahrungsaustausch standen am Nachmittag auch verschiedene Seminare auf dem Programm. So erklärte Iris Wolf von der Agentur für Leseförderung Eulenwolf, wie man das richtige zweisprachige Buch findet. Corina Schuhkraft-Wadle von »Ibambiboo« präsentierte einige zweisprachige Bildwörterbücher.
Lesungen für Jungen und Mädchen
Dirk Jüttner stellte unterschiedlichste Wörterbücher und deren Einsatzmöglichkeiten im Grundschulunterricht und in Kindertagesstätten vor. Darüber hinaus fanden für die kleinen Besucher auch noch diverse Lesungen aus zweisprachigen Büchern statt.
Peter Riffenach

Hintergrund: Europäischer Tag der Sprache

Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der Unesco ausgerufener Gedenktag zur »Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit«. Er wird seit dem Jahr 2000 jährlich am 21. Februar begangen.

Zur Förderung interkultureller Kompetenz gehören auch Angebote vor Ort wie auf diesem Bild, das während eines Lesekurses in den Räumen des Türkisch-Islamischen Vereins entstand und das Martina Ducque, Fachkraft für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz, im Gespräch mit Muhiddin Cevahir vom Türkisch-Islamischen Verein zeigt.

Vor dem Hintergrund, dass gut die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht ist, hat sich die Unesco unter anderem die Förderung von Sprachen als Zeichen der kulturellen Identität auf die Fahnen geschrieben.
Europa begeht seinen eigenen Tag der Sprachen, der alljährlich am 26. September gefeiert wird. Es gibt über 200 europäische Sprachen, von denen 23 offizielle Amtssprachen der EU sind. Ziel der Europäischen Kommission ist es, dass alle Bürger mehrere Sprachen sprechen. Ziel ist, dass am Ende der Schulzeit alle mindestens zwei Fremdsprachen beherrschen.
Der Europäische Tag der Sprachen, der seit 2001 begangen wird, geht auf eine Initiative des Europarates zurück.