Sprache – Kultur – Kompetenz Martina Ducqué

Erzähle mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere mich, lass mich tun und ich verstehe. (Konfuzius)

Beiträge mit Schlagwort interkulturelle Kompetenz

Am 24 und 25 Mai 2014 fand das Stadtteilfest auf dem Reinhardshof statt:

Hier die Pressemitteilung:

Das diesjährige Motto „Toleranz – Leben“ soll den Prozess aufzeigen in dem wir uns in unserem Stadtteil Wertheim- Reinhardshof befinden.

Durch die monatlichen Treffen, immer am ersten Montag im Monat, haben sich die Akteure besser kennengelernt. Da wir viele unterschiedliche Glaubensrichtungen in unserem Stadtteil vertreten sind konnten wir viel voneinander und miteinander lernen. Gegenseitige Einladungen zu unterschiedlichsten Anlässen sind selbstverständlich und werden gerne wahrgenommen.

Aus Rücksicht auf die Fastenzeit der muslimischen Mitglieder wurde der Termin um zwei Monate nach vorn verlegt, was für alle Beteiligten verständlich war.

Die Entscheidung, die wetterbedingt ein Risiko darstellte war jedoch genau richtig –

wir hatten Sonnenschein und viele Besucher fanden den Weg in die Willy – Brandt- Straße.

Beim Abbau am Sonntag blickte man in zufriedene Gesichter und alle waren sich einig, dass wir auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam unser Fest wieder feiern werden.

Hintergrund:

Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.

Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.

Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt.Das Adjektiv tolerant in der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung , belegt, ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.

Der Gegenbegriff zu Toleranz ist die Intoleranz, in der Bedeutung „Unduldsamkeit“ im 18. Jahrhundert aus dem französischen intolérance entlehnt. Als Steigerung der Toleranz gilt die Akzeptanz, die verstehende Haltung gegenüber einer anderen Person oder ihrem Verhalten.

(Quelle Wikipedia)

Der Europäische Tag der Sprachen geht auf eine Initiative des Europarates zurück.

Ziel des Aktionstages ist es, zur Wertschätzung aller Sprachen und Kulturen beizutragen, den Menschen die Vorteile von Sprachkenntnissen bewusst zu machen, die individuelle Mehrsprachigkeit zu fördern und die Menschen in Europa zum lebensbegleitenden Lernen von Sprachen zu motivieren. Dabei soll das reiche Erbe der 200 europäischen Sprachen bewahrt werden.

Eingeführt wurde der Europäische Tag der Sprachen 2001, dem Europäischen Jahr der Sprachen. Damit sollte die intensive Förderung der Mehrsprachigkeit auch nach diesem Jahr weitergeführt werden. Der Tag wird seither jährlich am 26. September gefeiert. Im Rahmen des Aktionstages unterstützt der Europarat zusammen mit der EU Initiativen, Aktionen und Veranstaltungen rund ums Sprachen lernen.

Derzeit wird der Tag in bis zu 45 Ländern für Aktionen genutzt. Diese werden lokal durchgeführt und vom Europäischen Fremdsprachenzentrum des Europarates (in Kooperation mit Partnerorganisationen in den einzelnen Ländern) koordiniert.

Faltblatt mit Kurzinfos zum aktuellen Angebot (PDF-Datei 11MB)

Internationale Tag der Muttersprache

Auf Vorschlag der UNESCO haben die Vereinten Nationalen den 21. Februar als Internationalen Tag der Muttersprache ausgerufen. Er wird seit 2000 jährlich gefeiert.

Sprachliche und kulturelle Vielfalt repräsentieren universelle Werte, die Einheit und Zusammenhalt einer Gesellschaft stärken.

Der Internationale Tag der Muttersprache erinnert an die Bedeutung des Kulturgutes Sprache.

Er soll die Sprachenvielfalt und den Gebrauch der Muttersprache fördern und das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken.

Er  eignet sich hervorragend um Eltern in die Bildungsarbeit der pädagogischen Einrichtungen ein zu binden.

Eltern aus unterschiedlichen Herkunftsländern stellen einen unschätzbaren Reichtum für die pädagogische Arbeit da. Sie bieten die Möglichkeit Kinder in ihre Kultur, die Sitten und Gebräuche des jeweiligen Landes ein zu laden. Dies ist ein wichtiger Beitrag, den pädagogische Fachkräfte in ihrer Bildungsarbeit leisten müssen.

Besonders jene Einrichtungen, die bei dem Projekt „ Frühe Chancen- Sprache und Integration“ beteiligt sind haben besondere Möglichkeiten, dieses Thema in den Mittelpunkt des pädagogischen Alltages zu rücken.

Anhand des langjährigen Projektes und den gesammelten Erfahrungen richtet sich der Workshop an all jene Einrichtungen, die ihre interkulturelle Arbeit nach außen tragen wollen und somit einen wichtigen Aspekt des Leitbildes einer Einrichtung transparenter machen wollen.

 

Ziel des Workshops ist es :

  • Für jede Einrichtungen und den Möglichkeiten Umsetzungsmöglichkeiten zu entwickeln.
  • Anhand vielfältigen Praxisbeispielen Anregungen für den alltäglichen Einsatz zu erhalten
  • Möglichkeiten der aktiven Elternarbeit zu schaffen.
  • Anhand eines Kritereinkataloges eines Einschätzung zu gewinnen, in wie weit der Schwerpunkt bereits im Leitbild verankert ist.

 

 

Workshop/ InhouseSeminar

Dauer: 9.30-16.00 Uhr

 

 

Es besteht die Möglichkeit diese Veranstaltung als InhouseSeminar zu buchen.

 

Einige Rückmeldungen aus den stattgefundenen Seminaren

 

 

 

 

 

 

Hallo NetzWerkler!

Heute kommt eine ganz dringende Bitte aus Wertheim an Euch alle.
Wir brauchen dringend Eure Unterstützung, da wir uns bei einem Wettbewerb beteiligen, welcher eine interkulturelle Begegnungsstätte ermöglichen soll.

https://www.radioton.de/nc/funktionsseiten/projekte/projekte-details/article/wertheim.html

Wertheim

Projekt: Interkulturelle und generationsübergreifende Begegnungsstätte

Im Wertheimer Stadtteil Wartberg soll eine Bürgerbegegnungsstätte zu einem Treffpunkt für die Menschen des Stadtteils werden. Bei diesem Projekt steht der Mensch im Mittelpunkt. Nicht nur friedlich nebeneinander, sondern miteinander Leben ist das Ziel, das für die Menschen aus über 15 Nationen der Erde verfolgt wird.

Pro Tag kann über eine IP Adresse eine Stimme abgegeben werden, der Gewinner erhält 10000 Euro als Startschuss.

https://www.radioton.de/nc/funktionsseiten/buergerinitiative-uebersicht-projekte/browse/8.html

Wenn es euch möglich ist und ihr der Meinung seid, dass dies eine unterstützenswerte Aktion ist, helft uns bitte mit eurer Stimmabgabe.

Vielen Dank für Eure Unterstützung

 

23.05.2011 Wartberg geht mit Bürgertreff ins Rennen

Eine große Bürgerinitiative startet Radio Ton zur Förderung von Maßnahmen und Projekten, die einem guten Zweck dienen. 65 Projekte landesweit haben sich zur Radio Ton Bürgerinitiative 2011 angemeldet. Aus Wertheim geht der Stadtteil Wartberg mit einem Bürgertreff in den Wettbewerb um die Stimmen der Rundfunkhörer.

Vom 23. Mai bis 9. Juni können die Bürger für ein Projekt ihrer Wahl abstimmen. Welches Projekt am 9. Juni die meisten Punkte bekommen hat, gewinnt den Wettkampf mit 10.000 Euro. Der 2. Platz erhält 3.000 Euro, der 3. Platz 2.000 Euro.

 

Der Wartberg ist bei diesem Wettbewerb dabei, um eine Unterstützung für einen Bürgertreff zu gewinnen. Die Einrichtung soll für alle Altersklassen und Kulturen am Wartberg geschaffen werden. Es könnte z.B. ein Treffpunkt für (alleinerziehende) Mütter, Kinder, Jugendliche, Familien, Senioren oder ein buntes Miteinander im Wechsel entstehen. Das Begegnungszentrum soll zugänglich für alle sein und das Zusammenwachsen im Stadtteil fördern. Der Schwerpunkt liegt auf der Beteiligung von Ehrenamtlichen zum aktiven Engagement im Begegnungszentrums.

 

Abgestimmt werden kann vom 23. Mai bis 9. Juni auf zwei Arten:

Erstens im Internet einmal alle 24 Stunden unter https://radioton.de/start/buergerinitiative.html. Dort steht das Wartberg-Projekt unter Wertheim (Projekt: Interkulturelle und generationsübergreifende Begegnungsstätte), dafür kann täglich ein Punkt vergeben werden.

 

Zweitens telefonisch: Der Radio Ton Moderator ruft im Programm zur „Live-Runde“ auf, dann können die Hörer auf der kostenlosen Studio-Hotline 0800/5065000 anrufen und der vierte Anrufer gewinnt 20 Punkte für sein Projekt.

 

Oberbürgermeister Stefan Mikulicz, Stadtteilbeiratsvorsitzende Renate Gassert und die Stadtteilkoordinatorin Daniela Kölle rufen gemeinsam auf: „Liebe Wertheimer, zeigen Sie Ihre Unterstützung für den Wartberg und stimmen Sie täglich mit uns ab!“

https://radioton.de/nc/funktionssseiten/projekte/projekte-details/article/wertheim.html

BVL Fachkräfteaustausch in Afacan/Türkei 2011

Vom 2. – 8. Mai 2011 fand der erste vom Bundesverband Leseförderung e.V. initiierte Fachkräfteaustausch in der Begegnungsstätte Afacan in der Türkei statt. 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Woche der Begegnung, um sich über Möglichkeiten zur Stärkung von Lese- und Sprachkompetenzen in einer interkulturellen Gesellschaft austauschen zu können.

Neben Impulsreferaten, Gruppenarbeit und Zeit für Projektvorstellungen prägten vor allem offene Gespräche zwischen den Teilnehmern die Woche. Leseförderer, Projektleiter und Stadtteilmütter tauschten sich über kindliche Sprachförderung und Bildung aus. Für die Entwicklung interkultureller Kompetenz sorgten Begegnungen, bei denen Erfahrungen aus unterschiedlichen Ländern (Deutschland, Türkei, Pakistan, Indien, Sri Lanka, Libanon, Algerien) ihren Platz hatten. Beispielhaft trugen dazu jene Begebenheiten außerhalb der Begegnungsstätte bei, bei denen die nicht Türkisch sprechenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Sprachkenntnisse anderer Mitreisender angewiesen waren. Erlebnisse, die Sprache als Schlüssel gesellschaftlicher Teilhabe selbst erfahrbar machten.

Gemäß dem Thema des Fachkräfteaustauschs – die Stärkung der Lese- und Sprachkompetenz – wurden die türkische und deutsche Sprache miteinander verglichen. Viele in Deutschland aufwachsende Kinder lernen Deutsch nicht als Erstsprache, sondern als Zweit- oder Drittsprache. Der Vergleich trug zum Erkennen typischer „Stolpersteine“ bei, beispielsweise denen der unterschiedlichen Formen der Mehrzahlbildung im Deutschen, mit denen Kinder konfrontiert sind. Je mehr Lehrende über diese Unterschiede informiert sind, desto besser können sie Kinder und Jugendliche bei ihrem Schriftspracherwerb unterstützen. Sowohl bei den einsprachigen als auch den mehrsprachigen Teilnehmern sorgte der Fachkräfteaustausch für neue Erkenntnisse.

Zum Programm gehörte außerdem der Besuch einer türkischen Schule in Aliağa, im Bildungsministerium in Izmir sowie die Besichtigung der Akropolis von Bergama (Pergamon).

Ermöglicht wurde der Fachkräfteaustausch durch die großzügige Unterstützung der Stiftung  Umverteilen! Für eine, solidarische Welt in Berlin: „Gemeinsame Reisen von jungen Menschen deutscher, türkischer und/oder anderer Herkunft in die Türkei bieten die Chance, Raster von Vorurteilsstrukturen aufzureißen – und zwar besonders, wenn solche Reisen sich abseits der gängigen Touristenstraßen, der Bettenburgen und Konsumtempel bewegen.“

Diese Erfahrung machten auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachkräfteaustauschs in Afacan. Ihr Fazit lautete einstimmig: Eine Neuauflage ist erwünscht!

Quelle:

Bundesverband Leseförderung e.V. | Appener Weg 3b | 20251 Hamburg
Telefon: +49 40 31 706 422 | Telefax: +49 40 31 706 423
Email: info@bundesverband-lesefoerderung.de
© 2009 – 2011

Bundesverband lädt ein zum Fachkräfteaustausch in Afacan

Wenn Kinder die Welt entdecken, spielen Bücher eine bedeutende Rolle: Jede
Geschichte, die ihnen erzählt oder vorgelesen wird, trägt zu ihrer Sprachentwicklung
bei und fördert Weltwissen. Die entspannte Beschäftigung mit Büchern ermöglicht
Entdeckungsreisen ins Leben und ins Lesen. Denn Kinderbücher vermitteln
Erfahrungen, Werte und Sprachkompetenz.

Welche Sprache(n) und Werte helfen uns, in einer interkulturellen Gesellschaft soziale
Kompetenzen zu entwickeln? Welche Projekte und Konzepte eignen sich dafür, in
Kindertagesstätten, Schulen und anderen Orten ein gutes Sprachklima zu entwickeln?
Wer übernimmt die Durchführung – Eltern, Ehrenamtliche, Honorarkräfte,
Hauptamtliche? Wie wird diese Arbeit finanziert?

Die Mitglieder des Bundesverbandes Leseförderung e.V. sind ausgewiesene
Fachleute für diese Themen. Auf Einladung der Stiftung Umverteilen treffen sie sich in
diesem Jahr zum Austausch und zur Diskussion im türkischen Afacan.

Auf dem Plan stehen die drei Themenschwerpunkte „Grundlagen von Sprach- und
Lesekompetenz“, „Bücher und Konzepte“ sowie „Geld und Projekte“ (siehe
Anmeldung Seite 2). Impulsreferate führen ins jeweilige Thema ein und strukturieren
die anschließende Gruppenarbeit. Der Besuch einer Bildungseinrichtung vor Ort gibt
Gelegenheit, türkische Partner in Sachen Leseförderung kennenzulernen.

Der Bundesverband Leseförderung e.V. lädt zu dieser gemeinsamen Arbeit alle ein,
die sich mit der Lesekultur bei Kindern und Jugendlichen beschäftigen.

Ziele:        Grundlagen interkultureller Leseförderung kennenlernen

  • Praktisch arbeiten: welche Bücher, welche Medien eignen sich?

Welche Konzepte und Projekte sind bereits erprobt, welche geplant?

  • Zukunft schaffen: Welche Möglichkeiten der Weiter- oder/und der

Zusammenarbeit gibt es?

Ablauf: Anreise im Lauf des Montags (02. Mai 11). 20 Uhr Abendessen,
Abreise Sonntagfrüh (08. Mai 11). Bustransfer zum Flughafen bis 9:30 Uhr möglich.

Der Bundesverband Leseförderung e.V. dankt „Umverteilen! Stiftung für eine,
solidarische Welt“ www.umverteilen.de für den Aufenthalt in Afacan!

Dazu kommen Reisekosten und evt. Ausflüge.

Thema 1: Grundlagen von Sprach- und Lesekompetenz

Um eigenes Sprachvermögen weiterentwickeln zu können, brauchen
Menschen – Kinder und Erwachsene – kompetente Gesprächspartner, die
durch ihren Satzbau und Wortschatz vielfältige sprachliche Ausdrucks-
möglichkeiten hörbar machen. Doch selbst eloquente Gesprächspartner
benutzen einen kleineren Wortschatz als er in der Schriftsprache
Anwendung findet, von der Grammatik ganz zu schweigen. Das heißt,
dass neben redegewandten Gesprächspartnern auch die Begegnung mit
Schriftsprache – mit Büchern! – von elementarer Bedeutung ist, um
schriftlich fixierte Inhalte nicht nur technisch entschlüsseln, sondern tat-
sächlich lesen und verstehen zu können. Wo und wie finden solche
Begegnungen statt?

Moderation: Barbara Knieling

Thema 2: Bücher und Konzepte

Welche Bücher, Medien, Spiele und pädagogische Umsetzungen (z. B. als
Bilderbuchkino) eignen sich besonders für die interkulturelle und
mehrsprachige Leseförderung? Zu diesem Thema gibt es ein wenig
Theorie und viel praktische Erfahrungen. Wir tragen sie zusammen.
Vielleicht entsteht daraus ein neues Praxishandbuch? Welche
Fortbildungen brauchen Multiplikatoren, damit Kindertagesstätte, Schule
und Familie besser zusammenwirken? Welche Konzepte sind schon
praxiserprobt? Wir setzen sie vor Ort um!

Moderation: Iris Wolf

Thema 3: Projekte und Geld

Welche Projekte helfen, den veränderten Sprachbedingungen in Europa
gerecht werden? Welche Erfahrungen mit der Finanzierung von
Leseförderungsprojekten sind vorhanden? Wir stellen uns gegenseitig
Anträge vor, berichten von unseren Erfahrungen mit Stiftungen und
überlegen, welche Sponsoren gewonnen werden können. Bei all dem
lassen wir nicht außer Acht, welchen Anteil die öffentliche Hand haben
könnte und sollte.

Moderation:   Sabine Stemmler

Bundesverband Leseförderung e.V., Appener Weg 3b, 20251 Hamburg
www.bundesverband-lesefoerderung.de

Kreuzberger Stadtteilmütter bauen Brücken in die Türkei

Vom 2.05 – zum 7.05.2011 haben sich 10 Kreuzberger Stadtteilmütter vom Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte e.V. zusammen mit dem Bundesverband Leseförderung e.V. zum Austausch über interkulturelle Kinder- und Jugendliteratur in Afacan, an der türkischen Ägisküste getroffen. Die Begegnungsstätte Afacan ist ein gemeinnütziges Projekt von Menschen aus Berlin und Istanbul. Träger der Begegnungsstätte Afacan ist die Stiftung Umverteilen – für eine solidarische Welt- , die in Berlin ihren sitz hat. Seit vielen Jahren treffen sich dort junge Menschen von nah und fern, um sich gemeinsam auszutauschen, zu spielen, zu feiern; Neues voneinander zu erfahren und Altes anders betrachten zu können.

Nach dem Motto: Wer sich kennt, ist sich nicht mehr fremd, haben die Kreuzberger Stadtteilmütter mit Vertreterinnen des Stuttgarter Rucksack Projektes, Projektleiterinnen unterschiedlicher Leseförderprojekte, Lehrern und Erzieherinnen, die zum Bundesverband Leseförderung gehören, gemeinsam eine Reise in die Türkei gemacht und sich mit Fachkräften zum Themen wie frühkindliche Sprachförderung, Bildung und interkulturelle Kompetenz ausgetauscht. Dabei ging es sowohl darum, wie können Kinder mit Migrationshintergrund zum Lesen ermutigt werden, welche zweisprachigen Kinder- und Jugendbücher sind geeignet, welche kulturellen Hintergründe sollten bedacht werden , als auch sich etwas kennenzulernen und miteinander Spass zu haben. Lesen ist eine Kulturtechnik, die nicht angeboren ist, sondern in einem komplexen und sehr störanfälligen Prozess erworben wird. Kinder, die zweisprachig alphabetisiert werden, haben wesentlich mehr Schwierigkeiten, diesen Prozess zu bewältigen, da sich die grammatikalischen Strukturen in beiden Sprachen sich sehr stark unterscheiden. Über Sprache eignet man sich Weltwissen an, was man braucht, um das Gelesene verstehen zu können.

Besonders interessant war der Besuch in einer Grundschule in Aliaga. Neben einem ausführlichen Gespräch mit dem Direktor Turgay Bey über die Schulreform von 2005 war die Begegnung mit den ehrenamtlichen Müttern an dieser Schule sehr interessant, die täglich 3 Stunden in der Schule anwesend sind, um die Lehrer bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Der Direktor fand die Begegnung mit den Stadtteilmüttern inspirierend und stellte Überlegungen an, wie die pädagogische Reform vollendet werden könne durch das Konzept der aufsuchenden Arbeit der Stadtteilmütter z.B. in der Türkei. Es entstand die Vision, im nächsten Jahr eine gemeinsame Begegnung von Berliner Kindern aus dem Kreuzberger Lesekeller und Kindern aus Aliaga zusammen mit dem Projekt der Stadtteilmütter zu organisieren.

Das Interesse der ehrenamtlichen Mütter zeigte den gut qualifizierten Stadtteilmüttern aus Kreuzberg, dass ihre Arbeit wert geschätzt wird, so dass einige von ihnen anfingen davon zu träumen, eine Stadtteilmutter in Izmir zu sein. Auch in Izmir haben die Stadtteilmütter Brücken geschlagen, indem sie den Kolleginnen vom Bundesverband für Leseförderung kulturelle Eigenheiten erklärt haben und den Zugang zu kulinarischen Genüssen ermöglicht haben.

Für alle Beteiligten gab es viele berührende Momente, alte Vorstellungen auf den Kopf gestellt zu bekommen, verschiedene Eindrücke aufzunehmen und von neuen Ideen bewegt zu werden.

Die Leiterin von Afacan hat uns bereits vorhergesagt, dass wir spätestens im nächsten Jahr wieder vor den Toren von Afacan stehen. Ob das nun die Vorhersehung aus dem Kaffeesatz war oder Wirklichkeit wird, hängt von der Unterstützung tatkräftiger Helfer ab.

2011_05_09

Ulrike Koch, Projektleiterin

Tam-u.koch@diakonie-stadtmitte.de

Dieses Zitat beschreibt für mich mehr als treffend

den Weg und die Möglichkeiten, die interkulturelle Arbeit

bieten kann.


„Jede individuelle Ansicht eröffnet

eine einzigartige Perspektive auf eine größere Realität.

Wenn ich die Welt „mit Ihren Augen“ sehe,

und Sie die Welt „mit meinen Augen“ sehen,

werden wir beide etwas erkennen,

was wir allein niemals entdeckt hätten.“

(Peter Senge, Die fünfte Disziplin, 1996)

 


Keiner ist wie jederalle sind wie Du!
Sprach-Kultur und interkulturelle Kompetenz

Seminar zur Sprach-Kultur und interkulturellen Kompetenz für ErzieherInnen

Erziehung und Bildung in der durch Migration geprägten Gesellschaft bedürfen der interkulturellen Kompetenz der Erzieherinnen und Erzieher. Deshalb müssen sie dafür sensibilisiert werden, interkulturelle Lernprozesse in den sozialpädagogischen Praxisfeldern zu erkennen, anzustoßen und zu begleiten.

Voraussetzung für erfolgreiches interkulturelles Lernen ist ein gewisses Maß an persönlicher Offenheit und Selbstwahrnehmung.

Das zweitägige Seminar orientiert sich am Berufsbild und Aufgabenfeld und den Anforderungen der aktuellen Bildungs- und Erziehungsplänen im Elementarbbereich/Kindertagesstätten.
Dort heißt es, dass Erzieherinnen und Erzieher sich in ihrer Arbeit auf die multikulturelle Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen einstellen und einen Beitrag für interkulturelles Lernen leisten müssen.

Eine professionelle Kompetenz setzt somit ein interkulturelles Bewusstsein voraus.

Weiterhin wird auf die Sprachentwicklung und Sprachförderung von (Migrations-)Kindern und die Zusammenarbeit mit ihren Eltern eingegangen. Auch hier sind interkulturelle Kenntnisse notwendig, da die Einbindung der Eltern als Sprachexperten und Sprachvermittler unabdingbar ist.

Ohne Eltern geht es nicht!

Die unterschiedlichen Auffassungen bei der Kindererziehung werden hinterfragt und geklärt.

Vorgestellt werden viele Praxisbeispiele, die in den Kindergartenalltag integriert werden können.