Sprache – Kultur – Kompetenz Martina Ducqué

Erzähle mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere mich, lass mich tun und ich verstehe. (Konfuzius)

Beiträge mit Schlagwort Muttersprache

BVL Fachkräfteaustausch in Afacan/Türkei 2011

Vom 2. – 8. Mai 2011 fand der erste vom Bundesverband Leseförderung e.V. initiierte Fachkräfteaustausch in der Begegnungsstätte Afacan in der Türkei statt. 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Woche der Begegnung, um sich über Möglichkeiten zur Stärkung von Lese- und Sprachkompetenzen in einer interkulturellen Gesellschaft austauschen zu können.

Neben Impulsreferaten, Gruppenarbeit und Zeit für Projektvorstellungen prägten vor allem offene Gespräche zwischen den Teilnehmern die Woche. Leseförderer, Projektleiter und Stadtteilmütter tauschten sich über kindliche Sprachförderung und Bildung aus. Für die Entwicklung interkultureller Kompetenz sorgten Begegnungen, bei denen Erfahrungen aus unterschiedlichen Ländern (Deutschland, Türkei, Pakistan, Indien, Sri Lanka, Libanon, Algerien) ihren Platz hatten. Beispielhaft trugen dazu jene Begebenheiten außerhalb der Begegnungsstätte bei, bei denen die nicht Türkisch sprechenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Sprachkenntnisse anderer Mitreisender angewiesen waren. Erlebnisse, die Sprache als Schlüssel gesellschaftlicher Teilhabe selbst erfahrbar machten.

Gemäß dem Thema des Fachkräfteaustauschs – die Stärkung der Lese- und Sprachkompetenz – wurden die türkische und deutsche Sprache miteinander verglichen. Viele in Deutschland aufwachsende Kinder lernen Deutsch nicht als Erstsprache, sondern als Zweit- oder Drittsprache. Der Vergleich trug zum Erkennen typischer „Stolpersteine“ bei, beispielsweise denen der unterschiedlichen Formen der Mehrzahlbildung im Deutschen, mit denen Kinder konfrontiert sind. Je mehr Lehrende über diese Unterschiede informiert sind, desto besser können sie Kinder und Jugendliche bei ihrem Schriftspracherwerb unterstützen. Sowohl bei den einsprachigen als auch den mehrsprachigen Teilnehmern sorgte der Fachkräfteaustausch für neue Erkenntnisse.

Zum Programm gehörte außerdem der Besuch einer türkischen Schule in Aliağa, im Bildungsministerium in Izmir sowie die Besichtigung der Akropolis von Bergama (Pergamon).

Ermöglicht wurde der Fachkräfteaustausch durch die großzügige Unterstützung der Stiftung  Umverteilen! Für eine, solidarische Welt in Berlin: „Gemeinsame Reisen von jungen Menschen deutscher, türkischer und/oder anderer Herkunft in die Türkei bieten die Chance, Raster von Vorurteilsstrukturen aufzureißen – und zwar besonders, wenn solche Reisen sich abseits der gängigen Touristenstraßen, der Bettenburgen und Konsumtempel bewegen.“

Diese Erfahrung machten auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachkräfteaustauschs in Afacan. Ihr Fazit lautete einstimmig: Eine Neuauflage ist erwünscht!

Quelle:

Bundesverband Leseförderung e.V. | Appener Weg 3b | 20251 Hamburg
Telefon: +49 40 31 706 422 | Telefax: +49 40 31 706 423
Email: info@bundesverband-lesefoerderung.de
© 2009 – 2011

Bundesverband lädt ein zum Fachkräfteaustausch in Afacan

Wenn Kinder die Welt entdecken, spielen Bücher eine bedeutende Rolle: Jede
Geschichte, die ihnen erzählt oder vorgelesen wird, trägt zu ihrer Sprachentwicklung
bei und fördert Weltwissen. Die entspannte Beschäftigung mit Büchern ermöglicht
Entdeckungsreisen ins Leben und ins Lesen. Denn Kinderbücher vermitteln
Erfahrungen, Werte und Sprachkompetenz.

Welche Sprache(n) und Werte helfen uns, in einer interkulturellen Gesellschaft soziale
Kompetenzen zu entwickeln? Welche Projekte und Konzepte eignen sich dafür, in
Kindertagesstätten, Schulen und anderen Orten ein gutes Sprachklima zu entwickeln?
Wer übernimmt die Durchführung – Eltern, Ehrenamtliche, Honorarkräfte,
Hauptamtliche? Wie wird diese Arbeit finanziert?

Die Mitglieder des Bundesverbandes Leseförderung e.V. sind ausgewiesene
Fachleute für diese Themen. Auf Einladung der Stiftung Umverteilen treffen sie sich in
diesem Jahr zum Austausch und zur Diskussion im türkischen Afacan.

Auf dem Plan stehen die drei Themenschwerpunkte „Grundlagen von Sprach- und
Lesekompetenz“, „Bücher und Konzepte“ sowie „Geld und Projekte“ (siehe
Anmeldung Seite 2). Impulsreferate führen ins jeweilige Thema ein und strukturieren
die anschließende Gruppenarbeit. Der Besuch einer Bildungseinrichtung vor Ort gibt
Gelegenheit, türkische Partner in Sachen Leseförderung kennenzulernen.

Der Bundesverband Leseförderung e.V. lädt zu dieser gemeinsamen Arbeit alle ein,
die sich mit der Lesekultur bei Kindern und Jugendlichen beschäftigen.

Ziele:        Grundlagen interkultureller Leseförderung kennenlernen

  • Praktisch arbeiten: welche Bücher, welche Medien eignen sich?

Welche Konzepte und Projekte sind bereits erprobt, welche geplant?

  • Zukunft schaffen: Welche Möglichkeiten der Weiter- oder/und der

Zusammenarbeit gibt es?

Ablauf: Anreise im Lauf des Montags (02. Mai 11). 20 Uhr Abendessen,
Abreise Sonntagfrüh (08. Mai 11). Bustransfer zum Flughafen bis 9:30 Uhr möglich.

Der Bundesverband Leseförderung e.V. dankt „Umverteilen! Stiftung für eine,
solidarische Welt“ www.umverteilen.de für den Aufenthalt in Afacan!

Dazu kommen Reisekosten und evt. Ausflüge.

Thema 1: Grundlagen von Sprach- und Lesekompetenz

Um eigenes Sprachvermögen weiterentwickeln zu können, brauchen
Menschen – Kinder und Erwachsene – kompetente Gesprächspartner, die
durch ihren Satzbau und Wortschatz vielfältige sprachliche Ausdrucks-
möglichkeiten hörbar machen. Doch selbst eloquente Gesprächspartner
benutzen einen kleineren Wortschatz als er in der Schriftsprache
Anwendung findet, von der Grammatik ganz zu schweigen. Das heißt,
dass neben redegewandten Gesprächspartnern auch die Begegnung mit
Schriftsprache – mit Büchern! – von elementarer Bedeutung ist, um
schriftlich fixierte Inhalte nicht nur technisch entschlüsseln, sondern tat-
sächlich lesen und verstehen zu können. Wo und wie finden solche
Begegnungen statt?

Moderation: Barbara Knieling

Thema 2: Bücher und Konzepte

Welche Bücher, Medien, Spiele und pädagogische Umsetzungen (z. B. als
Bilderbuchkino) eignen sich besonders für die interkulturelle und
mehrsprachige Leseförderung? Zu diesem Thema gibt es ein wenig
Theorie und viel praktische Erfahrungen. Wir tragen sie zusammen.
Vielleicht entsteht daraus ein neues Praxishandbuch? Welche
Fortbildungen brauchen Multiplikatoren, damit Kindertagesstätte, Schule
und Familie besser zusammenwirken? Welche Konzepte sind schon
praxiserprobt? Wir setzen sie vor Ort um!

Moderation: Iris Wolf

Thema 3: Projekte und Geld

Welche Projekte helfen, den veränderten Sprachbedingungen in Europa
gerecht werden? Welche Erfahrungen mit der Finanzierung von
Leseförderungsprojekten sind vorhanden? Wir stellen uns gegenseitig
Anträge vor, berichten von unseren Erfahrungen mit Stiftungen und
überlegen, welche Sponsoren gewonnen werden können. Bei all dem
lassen wir nicht außer Acht, welchen Anteil die öffentliche Hand haben
könnte und sollte.

Moderation:   Sabine Stemmler

Bundesverband Leseförderung e.V., Appener Weg 3b, 20251 Hamburg
www.bundesverband-lesefoerderung.de

Kreuzberger Stadtteilmütter bauen Brücken in die Türkei

Vom 2.05 – zum 7.05.2011 haben sich 10 Kreuzberger Stadtteilmütter vom Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte e.V. zusammen mit dem Bundesverband Leseförderung e.V. zum Austausch über interkulturelle Kinder- und Jugendliteratur in Afacan, an der türkischen Ägisküste getroffen. Die Begegnungsstätte Afacan ist ein gemeinnütziges Projekt von Menschen aus Berlin und Istanbul. Träger der Begegnungsstätte Afacan ist die Stiftung Umverteilen – für eine solidarische Welt- , die in Berlin ihren sitz hat. Seit vielen Jahren treffen sich dort junge Menschen von nah und fern, um sich gemeinsam auszutauschen, zu spielen, zu feiern; Neues voneinander zu erfahren und Altes anders betrachten zu können.

Nach dem Motto: Wer sich kennt, ist sich nicht mehr fremd, haben die Kreuzberger Stadtteilmütter mit Vertreterinnen des Stuttgarter Rucksack Projektes, Projektleiterinnen unterschiedlicher Leseförderprojekte, Lehrern und Erzieherinnen, die zum Bundesverband Leseförderung gehören, gemeinsam eine Reise in die Türkei gemacht und sich mit Fachkräften zum Themen wie frühkindliche Sprachförderung, Bildung und interkulturelle Kompetenz ausgetauscht. Dabei ging es sowohl darum, wie können Kinder mit Migrationshintergrund zum Lesen ermutigt werden, welche zweisprachigen Kinder- und Jugendbücher sind geeignet, welche kulturellen Hintergründe sollten bedacht werden , als auch sich etwas kennenzulernen und miteinander Spass zu haben. Lesen ist eine Kulturtechnik, die nicht angeboren ist, sondern in einem komplexen und sehr störanfälligen Prozess erworben wird. Kinder, die zweisprachig alphabetisiert werden, haben wesentlich mehr Schwierigkeiten, diesen Prozess zu bewältigen, da sich die grammatikalischen Strukturen in beiden Sprachen sich sehr stark unterscheiden. Über Sprache eignet man sich Weltwissen an, was man braucht, um das Gelesene verstehen zu können.

Besonders interessant war der Besuch in einer Grundschule in Aliaga. Neben einem ausführlichen Gespräch mit dem Direktor Turgay Bey über die Schulreform von 2005 war die Begegnung mit den ehrenamtlichen Müttern an dieser Schule sehr interessant, die täglich 3 Stunden in der Schule anwesend sind, um die Lehrer bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Der Direktor fand die Begegnung mit den Stadtteilmüttern inspirierend und stellte Überlegungen an, wie die pädagogische Reform vollendet werden könne durch das Konzept der aufsuchenden Arbeit der Stadtteilmütter z.B. in der Türkei. Es entstand die Vision, im nächsten Jahr eine gemeinsame Begegnung von Berliner Kindern aus dem Kreuzberger Lesekeller und Kindern aus Aliaga zusammen mit dem Projekt der Stadtteilmütter zu organisieren.

Das Interesse der ehrenamtlichen Mütter zeigte den gut qualifizierten Stadtteilmüttern aus Kreuzberg, dass ihre Arbeit wert geschätzt wird, so dass einige von ihnen anfingen davon zu träumen, eine Stadtteilmutter in Izmir zu sein. Auch in Izmir haben die Stadtteilmütter Brücken geschlagen, indem sie den Kolleginnen vom Bundesverband für Leseförderung kulturelle Eigenheiten erklärt haben und den Zugang zu kulinarischen Genüssen ermöglicht haben.

Für alle Beteiligten gab es viele berührende Momente, alte Vorstellungen auf den Kopf gestellt zu bekommen, verschiedene Eindrücke aufzunehmen und von neuen Ideen bewegt zu werden.

Die Leiterin von Afacan hat uns bereits vorhergesagt, dass wir spätestens im nächsten Jahr wieder vor den Toren von Afacan stehen. Ob das nun die Vorhersehung aus dem Kaffeesatz war oder Wirklichkeit wird, hängt von der Unterstützung tatkräftiger Helfer ab.

2011_05_09

Ulrike Koch, Projektleiterin

Tam-u.koch@diakonie-stadtmitte.de

Viele Kinder wachsen zwei- oder mehrsprachig auf oder beginnen früh mit dem Erlernen von fremden Sprachen. Es ist wichtig, dass Kinder mit Migrationshintergrund frühzeitig über gute Deutschkenntnisse verfügen, ohne jedoch ihre Muttersprache zu verlernen. Viele Eltern, Lehrer und Erzieher wollen die Mehrsprachigkeit der Kinder fördern, wissen aber zum Teil nicht, wie sie das tun sollen. Am Aktionstag können sich Eltern, Erzieher/-innen, Lehrer/-innen und andere Multiplikator/innen aus Bildung, Weiterbildung, Kultur und Politik über die Chancen und die Herausforderungen von Mehrsprachigkeit und über zweisprachige Kindermedien informieren.

Ort: Katharinensaal der Stadtbibliothek Nürnberg

Freitag, 20. Mai 2011: 20.00 Uhr

Praxisorientierter Vortrag:
Arkadaşlar elele – Lasst uns Freunde sein!

Vom Umgang mit zweisprachigen Medien in der Praxis

Referentin: Martina Ducquè, Erzieherin, Fachfrau für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz.

Veranstalter:
Bildungscampus Nürnberg in Zusammenarbeit mit Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V.

Download Faltblatt (PDF-Datei, 1,23 MB)

Samstag, 21. Mai 2011: 13.00 bis 17.00 Uhr

„Marktplatz der Möglichkeiten“ im Foyer des Katharinensaals mit Infoständen, Buchausstellungen, Medienpräsentationen und Kurzvorträgen rund um mehrsprachige Medien.

Vor einigen Jahren schien es noch unmöglich zu sein, dass mehrsprachige Medien – insbesondere für Kinder – sich ihren Raum in der Buchproduktion erobern. Inzwischen gibt es eine Fülle von Materialien zur Zwei- und Mehrsprachigkeit, vom Bilderbuch für die Allerkleinsten bis zur Lieder-CD. Diese Angebote fristen im normalen Buchhandel ein Schattendasein. Zahlreiche Verlage zwei- und mehrsprachige Medien präsentieren ihre Produktion im Foyer des Katharinensaals.

Teilnehmer: Edition bi:libri, Edition Orient, Edition Lingua Mundi, Georg Olms Verlag, Talisa Verlag, Amiguitos, SchauHoer-Verlag u.v.a.

Kurzvorträge von & mit:

  • 13:00 Uhr
    Ines Maria Jimenez/Autorin:
    „Tipps und Tricks bei der fremdsprachlichen Erziehung von Kindern“
  • 13:45 Uhr
    Kristy Koth / Edition bi:libri:
    Warum zweisprachige Kinderbücher?
  • —————
  • 15:00 Uhr
    Iris Wolf / Buchwolf:
    Der Einsatz mehrsprachiger Kinderbücher in Gruppen
  • 15:30 Uhr
    Stephan Trudewind / Ed. Orient:
    Kreativer Umgang mit Daumen-Druck und Fingerfarbe – Künstlerisches Gestalten mit dem deutsch-türkischen Bilderbuch „Gukki, dem kleinen Raben“
  • 16:00 Uhr
    Aylin Keller / Talisa-Verlag: Klipp-Klapp, die musikalische Klapperschlange – Şıkırdak’ın cıngırağı und andere zweisprachige Kinderbücher
  • 16:30 Uhr
    Claudia von Holten und Juliane Buschhorn-Walter / Amiguitos Verlag:
    Ideen für die spielerische Sprachvermittlung bei Kindern und Erwachsenen und Einbindung von zweisprachigen Kinderbüchern in den Unterricht

 

https://www.stadtbibliothek.nuernberg.de/aktuell_mehrsprachigkeit.html

Presse:

https://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nuernberg-region/mehrsprachigkeit-fordern-1.1241796/kommentare-7.889243/kommentare-7.889243

 

https://kulturstimmen.de/2011/05/aktionstag-mehrsprachigkeit/

https://www.bibliotheksforum-bayern.de/fileadmin/archiv/2011-3/BFB_0311_23_Kurznotiert_V04.pdf

Sprachförderaktion der Wertheimer Kindergärten in Anlehnung an den Tag der Muttersprache

Bereits im vergangen Jahr wurde mit Unterstützung des Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V der Aktionstag Mehrsprachigkeit in den Wertheimer Kindergärten durchgeführt.
Die vielfältigen Aktionen im Rahmen dieses Tages haben weite Kreise gezogen. Die Nachhaltigkeit zeigte sich besonders in den Sprachfördermaßnahmen, die darauf in den Einrichtungen folgten.
Auch in diesem Jahr stellt der Tag der Muttersprache in vielen Wertheimer Kindergärten den Höhepunkt der Sprachföderinitative dar.
Er findet am 16.03 2011 in etlichen Einrichtungen statt.
Die Aktionen, die im Rahmen dieses Tages durchgeführt werden, sollen das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken, den Gebrauch der Muttersprache fördern und die Sprachenvielfalt in unserer Gesellschaft würdigen.
Unterstützung erhalten die Einrichtungen von Martina Ducqué, die eine Projektmappe im Zuge des Sprachförderprojektes der Stadt Wertheim,  „Komm In Aktion“, erarbeitete hat und die Kindergärten fachlich begleitet.
Intensiviert wird die Arbeit im Rahmen der Sprachförderung durch den Einsatz eines mehsprachigen Medienkoffers, der Dank großzügiger Spenden im letzten Jahr angeschafft werden konnte.
Auch in diesem Jahr finden in den Einrichtungen zahlreiche Aktionen statt, die über den Tag der Muttersprache hinaus einen großen Beitrag zur Integration und Sprachförderung unserer Kindern leisten werden.

Die Stadtverwaltung Wertheim informiert unter folgendem Link:

https://www.wertheim.de/servlet/PB/menu/1353116_l1/index.html

Eine besondere Form der Umsetzung, die gleichzeitg die Auftaktveranstaltung für das vom Bund ausgeschriebene Sprachförderprogramm „Schwerpunkt Kitas – Sprache und Integration“ darstellt, wird von Robert Weisensee für die  Fränkischen Nachrichten wie folgt beschrieben:

18.03.2011

Nimmersatte Raupe in fremder Diktion

Tag der Muttersprache: Evangelische Kindertagesstätte Bestenheid feierte ein internationales Fest unter reger Beteiligung von Eltern aus unterschiedlichen Nationen

Bestenheid. „Viele Sprachen hat die Welt“ sangen die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte (Kita) Bestenheid zu Beginn eines großen Festes der Nationen in ihrer Einrichtung. In ihrer Muttersprache wurden Kinder, Eltern, Großeltern und die Gäste des Festes begrüßt und dann zum Besuch der verschiedenen nationalen und internationalen Treffpunkte in der Einrichtung eingeladen. Man feierte am 16. März den „Tag der Muttersprache“ der Unesco in Wertheim.

Auftakt für Sprachförderung

Für die Kindertagesstätte in der Breslauer Straße war es gleichzeitig die Auftaktveranstaltung zum Sprachförderprogramm „Schwerpunkt Kitas – Sprache und Integration.“ Groß war die Freude bei Pfarrerin Stefanie Fischer-Steinbach und Heike Schaible, der Leiterin der Kita, über den Zuschlag des Förderprogramms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zum ersten April kann eine Fachkraft für Sprachförderung zu 50 Prozent angestellt werden.

Heike Schaible meinte, dies sei ein guter Anlass, den „Tag der Muttersprache“ als tolles Fest von verschiedenen Nationen, von denen die Kita besucht wird, miteinander zu feiern. Familien aus sieben Nationen hatten sich, teils gewandet in typische Landeskleidung, darauf eingelassen und kreativ auf den Gästeansturm vorbereitet.

Sieben Stationen

Bei den sieben Stationen in den Gruppenräumen und auf den Fluren der Kita herrschte buntes Treiben. Überall war große Gastfreundschaft und Herzlichkeit zu spüren. Liebevoll angerichtet waren bei allen Nationen die kulinarischen Köstlichkeiten. Landestypisches konnte probiert werden.

„Es geht zu wie auf einem Basar,“ sagte ein türkischer Vater und verteilte seinen Tee zu türkischer Musik. In einem Zelt der Station „Türkei“, in dem ältere Frauen saßen, konnte man sich niederlassen oder sich an den Plakatwänden über die Geschichte des Landes informieren.

„Typisch Französisch“ ging es an anderer Stelle zu. Hier fand man auch deutsche Wörter, die in Frankreich, und französische Wörter, die in Deutschland gesprochen werden. Bei der Station „USA“ stellte man Sportarten des Landes vor und wie überall an den Stationen auch Kinderbücher, Spiele und Info-Material.

Voller Begeisterung erzählte eine Frau über Bräuche in ihrem Land Portugal. An anderer Stelle konnte man das albanische Alphabet lernen oder erfuhr etwas über die Geschichte dieses Landes oder über Mutter Teresa. Die Russlanddeutschen Frauen hatten ihre Station „Russland“ bunt dekoriert und eine gemütliche Teestube eingerichtet.

Auch Deutschland war gut vertreten mit typischer Kleidung, Informationen über Land und Leute und, wie überall, mit einem köstlichen Imbiss. Bei jeder Nation gab es einen Maltisch, an dem die Kinder die Flagge des jeweiligen Landes malen konnten. Wer es geschafft hatte, konnte am Schluss des Tages sieben Flaggen mit nach Hause nehmen. Dazwischen gab es für Interessenten an zwei Terminen mehrsprachiges Vorlesen im Turnraum. Jung und Alt konnten sich hier die Bilderbuchgeschichte „Die kleine Raupe Nimmersatt“ in deutscher, englischer, türkischer, portugisischer, französischer, russischer und albanischer Sprache anhören. Beim Überraschungstheater spielten die Erzieherinnen zusammen mit begeisterten Kindern die Geschichte „Eine Flaschenpost reist die um die Welt.“ Auch hier besuchte man viele Länder und gewann neue Freunde.

Die Fränkische Nachrichten berichtet am 24. März 2011 von einer weiteren Aktion:

Rotkäppchen auf Russisch

Im Kindergarten St. Venantius Wertheim fand kürzlich zum zweiten Mal ein internationales Lesefest statt. In Anlehnung an den Tag der Muttersprache haben Mütter und Erzieherinnen – in ihrer Muttersprache oder einer Fremdsprache – Bilderbücher, Geschichten und Märchen vorgelesen. Es wurde unter anderem Petterson und Findus auf Schwedisch und parallel auf Deutsch vorgelesen, der „Grüffelo“ fand in der englischen Sprache großen Anklang bei den Kindern, und die russische Version vom Rotkäppchen wurde von einer Mutter vorgelesen. Nach dem Vorlesen hatten die Kinder die Möglichkeit, die Flaggen der einzelnen Länder anzumalen, die sie am Ende stolz als Flaggenkette mit nach Hause nehmen konnten.

Ziele frühen Fremdsprachenunterrichts

1. Der frühe Fremdsprachenunterricht soll dem Kind Anfangsgründe einer Fremdsprache und ihres kommunikativen Gebrauchs vermitteln.

2. Der frühe Fremdsprachenunterricht soll dem Kind eine zusätzliche Chance bieten, andere Sichtweisen von Welt kennen zu lernen, sich für fremde Kulturen zu öffnen und sich in der Welt zu orientieren.

3. Im frühen Fremdsprachenunterricht soll das Kind eine andere Kultur und die damit verbundenen Sozialisationsfaktoren erfahren. Dadurch kann dem Kind auch seine eigene Sozialisation bewusst gemacht werden. Der Fremdsprachenunterricht gewinnt durch den Blick auf das Eigene und das Fremde eine interkulturelle Dimension.

4. Der frühe Fremdsprachenunterricht soll einen wichtigen Beitrag zur Gesamtentwicklung des Kindes leisten und dadurch seine emotionalen, kreativen, sozialen, kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten gleichermaßen fördern.

5. Der frühe Fremdsprachenunterricht soll Interesse an Sprachen wecken und Freude an ihrem Lernen entwickeln.

6. Im frühen Fremdsprachenuntericht soll das Kind Sprache als Kommunikationsmittel erleben und verwenden. Kommunikation vollzieht sich im Rahmen bestimmter Konventionen. Das Kind soll entsprechend diesen Konventionen handeln können, so dass eine Verständigung gelingt. Damit sie gelingt, ist ein Mindestmaß an Korrektheit notwendig.

7. Der frühe Fremdsprachenunterricht soll das Kind motivieren, sich auch in einer anderen als der eigenen Sprache zu verständigen. Durch die Begegnung mit einer fremden Sprache kann dem Kind auch seine Muttersprache bewusster gemacht werden.

8. Durch den frühen Fremdsprachenunterricht soll das Kind Lerntechniken erfahren, die ihm helfen, auch zunehmend selbstständig zu arbeiten.

Inhalte frühen Fremdsprachenlernens

Die Inhalte sollen den Interessen des Kindes entsprechen und sie erweitern, seine Gefühle ansprechen, sein Engagement, seine Fantasie und Kreativität fördern und ihm Spaß machen.

1. Durch den Fremdsprachenunterricht wird das in der Muttersprache aufgebaute Weltbild des Kindes erweitert, es wird differenziert und problematisiert. Damit folgt der frühe Fremdsprachenunterricht vornehmlich einer semantischen und pragmatischen Progression; die morpho-syntaktische tritt in den Hintergrund.

2. Die Inhalte für frühen Fremdsprachenunterricht kommen aus der Kinderkultur, der Sachkunde und der Landeskunde; sie sind abhängig von den Interessensbereichen des Kindes.

Der Vorrang von Sachen gegenüber der Sprache wird durch fächerübergreifenden Unterricht verstärkt.

3. In sach- und partnerbezogener Kommunikation soll das Kind Sprache erleben, verstehen und gebrauchen. Hören und Sprechen sind vorrangig, Lesen und Schreiben haben dabei unterstützende Funktion, aber auch ihren Eigenwert.

4. Bei der Sprachverwendung haben paraverbale Kommunikationsmittel wie Aussprache, Sprachrhythmus und Intonation und nonverbale wie die der Körpersprache einen festen Platz.

5. Der Umgang mit Sprache hilft dem Kind implizit, die Gesetzmäßigkeit der Sprache zu erfahren. Damit wird ein Fundament für zukünftige Sprachreflexion gelegt.

6. Der Umgang mit Sprache im Unterricht dient auch dazu, neue Lerntechniken zu erwerben, sie und bereits bekannte zu erproben und weiterzuentwickeln.

Methoden frühen Fremdsprachenunterrichts

Bei der Auswahl der Methoden sind die folgenden Kriterien zu berücksichtigen:

1. Methoden sollen eine Atmosphäre schaffen, in der Kinder sich wohl fühlen. Sie sollen Kinder herausfordern, Lernlust fördern und damit Lernzuwachs ermöglichen.

2. Methoden sollen das Kind in seiner Ganzheit ansprechen. Sie sollen dazu verhelfen, dass das Kind mit allen Sinnen lernt.

3. Bei der Auswahl der Methoden sollen die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt werden. Methodenvielfalt und häufiger Methodenwechsel sollen daher den Unterricht kennzeichnen.

4. Methoden sollen Kinder zum Handeln bringen. Das Spiel bietet dazu die besten Möglichkeiten.

5. Auch Narration macht Kinder zu handelnden Personen. Sie erfahren dabei zugleich, dass das Lernen einer fremden Sprache mehr mit der eigenen Person und ihrer Biographie zu tun hat und weniger mit dem von einer Sprachdidaktik vorgegebenen Weg.

6. Methoden sollen zunehmend dazu führen, Lehrerzentriertheit abzubauen und die Kinder zur Mitgestaltung des Unterrichts und zur Kommunikation untereinander zu motivieren. Dadurch wird es möglich, dass Lehrerinnen und Lehrer mehr zu Beobachtern, Beratern und Mitspielern werden.

7. Methoden sollen zunehmend zu selbstständigem Lernen führen und Binnendifferenzierung ermöglichen.

8. Methoden sollen schließlich alle möglichen Arbeitsformen, wie Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit berücksichtigen.

Die Transparenz des Unterrichts und eine angstfreie Atmosphäre sollen dem Bedürfnis des Kindes nach Information über den eigenen Lernfortschritt entgegenkommen.

Evaluation im frühen Fremdsprachenunterricht

Im frühen Fremdsprachenunterricht soll der Lernfortschritt des Kindes eher festgestellt als bewertet werden. Grundsätzlich gilt, dass Verfahren zur Feststellung der Lernfortschritte den vorangegangenen Lernschritten entsprechen müssen. Evaluationsverfahren im frühen Fremdsprachenunterricht beziehen sich aber nicht nur auf die Lernfortschritte des Kindes, sondern auch auf den Unterricht selbst.

1. Die Verfahren zur Feststellung der Lernfortschritte im frühen Fremdsprachenunterricht sollen die ganzheitliche Entwicklung des Kindes berücksichtigen, also sein Ausdrucksvermögen, seine Kreativität, sein soziales und sprachliches Handeln. Formale sprachliche Aspekte stehen dabei nicht im Vordergrund. Die Fortschritte in der Leistung sollen für alle Beteiligten erkennbar sein:

Die Lehrerin, der Lehrer

  • beobachten die Entwicklung der emotionalen, kreativen, sozialen, kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten des Kindes,
  • reflektieren ihre eigene Arbeit,
  • können dadurch Lernziele differenzierter formulieren,
  • können ihr weiteres Vorgehen entsprechend planen, den Unterricht binnendifferenzierend gestalten und auf diese Weise das Kind individuell fördern.

Das Kind

  • lernt seine Entwicklung kennen und daraus neue Motivation schöpfen,
  • lernt seine eigene und die Leistung der anderen einschätzen,
  • lernt seine eigene Leistung als Hilfe für andere einsetzen.

Die Eltern sollen regelmäßig die Möglichkeit erhalten,

  • sich über die Entwicklung ihres Kindes zu informieren,
  • aktiv am Schulleben teilzunehmen.

2. Es ist angeraten, mit Noten zurückhaltend umzugehen und, wenn möglich, in den ersten Lernjahren auf eine Leistungsbewertung zu verzichten.

Eine Bewertung, die sich ausschließlich auf messbare Leistung ausrichtet, ist nicht wünschenswert, da sie nicht dem pädagogischen Auftrag der Primarstufe entspricht. Demgegenüber ist eine verbale Beurteilung vorzuziehen, die die individuelle Entwicklung des Kindes berücksichtigt: Fehler gelten nicht als defizitäre Leistungen, sondern als notwendige Schritte des Lernprozesses.

3. Lehrerinnen und Lehrer können ihren Fremdsprachenunterricht auch als Forschungsfeld verstehen. Ergebnisse daraus können einen Beitrag zur Revision des Curriculums leisten.

Kompetenzen

Im Achteck der curricularen Wechselbeziehungen spielen die Lehrerin, der Lehrer eine entscheidende Rolle.

Obwohl die organisatorischen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen im frühen Fremdsprachenunterricht außerordentlich verschieden sind, ergibt sich die Notwendigkeit folgender Kompetenzen für eine Fremdsprachenlehrerin, einen Fremdsprachenlehrer, unabhängig vom Einsatz als Klassenlehrerin oder Fachlehrerin oder -lehrer.

1. Die Fremdsprachenlehrerin, der Fremdsprachenlehrer sollen praktisch wie theoretisch mit der Fremdsprache umgehen können. Sie sollen in der Fremdsprache so gut handeln können, dass der gesamte Unterricht fremdsprachlich gestaltet werden kann.

Ihr sprachliches Ausdrucksvermögen soll phonetisch, sprachrhythmisch und intonatorisch vorbildlich sein.

Sie sollen über ein Repertoire von Unterrichtssprache verfügen, die Ausdruck partnerschaftlichen Lernens ist und zu interkulturellem, spielerischem und narrativem Lernen ermuntert (vgl. A,4). Das Repertoire umfasst auch außer- und parasprachliche Elemente wie Gestik und Mimik, Musizieren und Tanzen sowie spielerische und schauspielerische Fähigkeiten.

2. Die Fremdsprachenlehrerin, der Fremdsprachenlehrer sollen Erkenntnisse der Linguistik und Kulturwissenschaften mit Blick auf die Unterrichtspraxis reflektieren können.

3. Die Fremdsprachenlehrerin, der Fremdsprachenlehrer sollen Erkenntnisse der allgemeinen Fremdsprachendidaktik, der Primarschulpädagogik und anderer Referenzwissenschaften mit Blick auf die Bedingungen des frühen Fremdsprachenunterrichts anwenden können.

4. Die Fremdsprachenlehrerin, der Fremdsprachenlehrer sollen Lehr- und Lernmaterial bis hin zu Computerprogrammen auf ihre unterrichtliche Brauchbarkeit analysieren können.

5. Die Fremdsprachenlehrerin, der Fremdsprachenlehrer sollen landeskundliche Texte und Materialien sowie die der zielsprachigen Kinderkultur, recherchieren, analysieren und für die Vermittlung im Fremdsprachenunterricht didaktisieren können.

6. Die Ausbildung von Fremdsprachenlehrerinnen und Fremdsprachenlehrern für die Primarschule muss im engen Wechselspiel mit der Praxis geschehen.

Die Studierenden sollen durch Unterrichtsbeobachtung und eigenen Unterricht früh schon Theorie und Praxis miteinander verbinden können.

Die Studieninhalte sollen nicht nur in traditionellen Veranstaltungen, wie Vorlesungen und Seminaren, gelehrt und theoretisch präsentiert, sie sollen auch im Studium praktisch erfahren und erlebt werden.

7. Nicht nur der unterschiedliche Ausbildungsstand von Fremdsprachenlehrerinnen und Fremdsprachenlehrern in der Primarstufe der einzelnen Länder, das Defizit an spezifischen Studiengängen und Mängel in den bestehenden Studiengängen erfordert eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung, sie ist prinzipiell im Lehrerberuf notwendig, weil er ständig auf Veränderungen im curricularen Achteck reagieren muss.

8. Von den Fremdsprachenlehrerinnen und Fremdsprachenlehrern wird erwartet, dass sie bereit sind, sich selbstständig fort- und weiterzubilden.

9. Die zuständigen Behörden müssen für ein vielfältiges Angebot an Fort- und Weiterbildung Sorge tragen und ermöglichen, das Angebot wahrzunehmen und für den Unterricht zu nutzen.

(Quelle: Goethe Institut “ Nürnberger Empfehlungen zum Frühen Fremdsprachenlernen)

Die Fränkischen Nachrichten am 10.03.2010

Am Tag der Muttersprache beteiligt

Ein russisches Märchen wird vorgelesen

Reinhardshof.

Zum dritten Mal beteiligten sich die Mädchen und Jungen im städtischen Kinderhaus Reinhardshof mit Aktionen am Tag der Muttersprache, der mit Hilfe der Eltern gestaltet wurde. Russisch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Portugiesisch, Türkisch und Deutsch waren die Sprachen, die dabei zu hören waren.

Dieser Tag stellt auch einen Beitrag zu dem Thema der Jahresarbeit einer Anerkennungspraktikantin, „Wir reisen um die Welt und lernen Länder kennen“, dar. Ziele solcher Aktionen sind der Abbau von Vorurteilen, gegenseitiger Respekt und Verständnis, aber auch Wertschätzung. Gemeinsames und Unterschiedliches sollen erfahren werden und sich dadurch in ein Weltbild einfügen, das verschiedene Kulturen und deren Sprachen nicht als Belastung, sondern als Bereicherung verstanden weiß, wie es abschließend im Bericht der Stadtverwaltung Wertheim heißt. Repro: FN

Vielfältige Informationen stehen den interessierten Eltern zur Verfügung

Karin Kotsch liest die kleine Raupe Nimmersatt

Eigene Anmerkungen:

In diesem Jahr bekamen wir Unterstützung von Karin Kotsch,  welche „die kleine Raupe Nimmersatt“ in deutsch vorlas. Nimet Seker unterstützt sie und las den Text in türkischer Sprache. Ihr Kommentar: „So habe ich noch nie vorgelesen! Ich wußte nicht, dass so auch vorgelesen werden kann!

(Die Fotos sind nicht in der Zeitung erschienen/Quelle privat)

Weitere Pressemitteilungen:
https://www.wertheim.de/servlet/PB/menu/1331538_l1/index.html

 

Pressebericht Fränkische Nachrichten 22.02.2010

Aktionstag: Am 26. Februar veranstaltet das „Netzwerk Mehrsprachigkeit“ einen Aktionstag an Kindergärten und Schulen sowie einen „Marktplatz der Möglichkeiten“

Sprachen ändern das eigene Denken

 

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Wertheim. Eine oder vielleicht sogar mehrere fremde Sprachen zu sprechen, gilt einerseits als Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis und Respekt. Andererseits ist gut die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht.

Vor diesem Hintergrund hat die Unesco, die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, zu Beginn des Jahrtausends den „Internationalen Tag der Muttersprache“ ausgerufen. An diesen lehnt sich der „Aktionstag Mehrsprachigkeit“ an, der am Freitag, 26. Februar, in Wertheim stattfindet. Die Schirmherrschaft hat OB Stefan Mikulicz übernommen. Veranstalter ist das „Netzwerk Mehrsprachigkeit“, das sich bundesweit im vergangenen Jahr gegründet hat.

Überaus große Resonanz

Die Organisatoren haben den Kindergärten und Schulen ein vielfältiges Angebot unterbreitet, das sehr gut angenommen wird. „Wir sind ausgebucht“, freut sich Martina Ducque über die unerwartet große Resonanz. Sie ist Fachkraft für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz und in Wertheim zuständig für die Sprachförderung in den Kindergärten. Ducqué ist Mitglied im „Netzwerk Mehrsprachigkeit“ und zeichnet, gemeinsam mit Dirk Jüttner, federführend für den „Aktionstag Mehrsprachigkeit“ in der Großen Kreisstadt verantwortlich.

„Wer eine andere Sprache kann, lernt zugleich, was in ihr nicht oder nur ganz anders geht. Dabei begegnen ihm seine eigenen Grenzen. Indem er sie wahrnimmt, überschreitet er sie auch, aber im gastlichen Sinn“, zitiert sie den Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg. Globalisierung und Migration seien die häufigsten Gründe, weshalb Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenlebten.

Positives Potenzial aufnehmen

„Diese vorhandene Sprachenvielfalt muss aufgenommen und als positives Potenzial begriffen werden, sonst verharrt eine Gesellschaft in rückwärts gewandten Ritualen. Der Umgang mit dieser Situation muss allerdings auch eingeübt werden“, so Ducqué. Auch aus diesem Grund habe sich Mitte vergangenen Jahres der Verein „Netzwerk Mehrsprachigkeit“ gegründet.

Dessen Mitglieder sind Verlage, Institutionen und Personen, die sich professionell mit Mehrsprachigkeit und Fremdsprachenerwerb befassen. Ziel ist die Förderung von sprachlicher und interkultureller Bildung. Dies soll am „Aktionstag Mehrsprachigkeit“ beispielhaft in Wertheim geschehen. Kindergärten, Schulen und Büchereien wurde ein vielfältiges Angebot unterbreitet, das mehrsprachige Lesungen und Vorträge von Experten enthält.

Aus der Vielfalt wählen

„Daraus konnte sich jeder das für ihn Passende aussuchen und das Netzwerk-Mitglied, das dieses Angebot unterbreitet hat, kommt dann am 26. Februar in die jeweilige Einrichtung“, erläutert die Organisatorin. Aus ihrem beruflichen Wirken weiß sie, dass solche Lesungen für manche Kinder der erste Kontakt mit ihrer Herkunftssprache sind. Eltern und Kindern sollen Denkanstöße gegeben, Pädagogen Möglichkeiten zum Umgang mit mehrsprachigen Lernmaterialien unterbreitet werden. Ist der Vormittag mehr den großen und kleinen Fachleuten gewidmet, so kommt die breite Öffentlichkeit am Nachmittag beim „Marktplatz der Möglichkeiten“ im Arkadensaal zum Zuge. Dabei wird dann auch die „Medienkiste Mehrsprachigkeit“ vorgestellt, ein Sortiment zwei- und mehrsprachiger Kinderbücher, das beim Verein ausgeliehen werden kann. ek

Fränkische Nachrichten
22. Februar 201o

Eigene Anmerkung:

Nähere Informationen finden Sie unter:
https://www.verein-mehrsprachigkeit.de/wertheim_aktionstag_mehrsprachigkeit/

„Aktionstag Mehrsprachigkeit“:

(foto Quelle privat)

 

Arkadensaal in einen „Marktplatz der Möglichkeiten“ verwandelt / Bedeutung von Sprache(n) herausgestellt
Förderung von Intelligenz und Identität

Wertheim. Sie hatte schon etwas von einem „Marktplatz“, die Szenerie am Freitagnachmittag im Arkadensaal der Wertheimer Hofhaltung. Man stand in kleineren und größeren Gruppen zusammen, es wurde geredet, diskutiert, erzählt, man blätterte in Büchern, aß und trank. Und genau so war es auch geplant, beim „Marktplatz der Möglichkeiten“ anlässlich des „Aktionstages Mehrsprachigkeit“. Den hatte das „Netzwerk Mehrsprachigkeit“ geplant und organisiert, mit zahlreichen Veranstaltungen in Kindergärten und Schulen und mit eben diesem großen Zusammentreffen am Nachmittag im Arkadensaal (wir berichteten).

Dirk Jüttner, gemeinsam mit Martina Ducque federführend in der Main-Tauber-Stadt, begrüßte „alle Sprachbegeisterten“ – und das waren eine ganze Menge. Ihnen erzählte er von einem seiner Kindheitsträume, nämlich mit allen Menschen in ihrer Sprache reden zu können. „Aber die Wunschfee ist leider nicht vorbeigekommen.“ Zu 100 Prozent erfüllt werden kann der Wunsch wohl auch nicht vom „Netzwerk Mehrsprachigkeit“. Aber einen Teil dazu beitragen schon.

Die Vorsitzende des im Mai vergangenen Jahres gegründeten gleichnamigen Vereins, Patrizia Hahne-Wolter aus Köln, lobte in ihrem Grußwort erst einmal alle Verantwortlichen, die in der Tat Beachtliches auf die Beine gestellt hatten. Wertheim, sagte sie, sei in der Vergangenheit auch für revoltierende demokratische Buchdrucker interessant gewesen und habe heute einen Namen als Standort für vielfältige Industriebetriebe.

„Die Arbeitnehmer kommen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, und die Anbindung an den globalen Markt fordert alle Bürger und Unternehmer. Wie in einem Brennglas bündeln sich hier Bedürfnisse, Anspruch und Herausforderungen, denen sich auch andere Städte Deutschlands gegenübersehen.“ Fremdsprachenkenntnisse seien ebenso gefragt, wie allgemeine Deutschkenntnisse. „Aber das allein reicht nicht.“ Nötig sei auch eine Offenheit gegenüber kulturellen Hintergründen und babylonischer Sprachenvielfalt.

Für das Netzwerk sei es stimmig, den Aktionstag gerade in Wertheim zu begehen. Mit der Übernahme der Schirmherrschaft durch Oberbürgermeister Stefan Mikulicz „bezeugen Sie, dass sie den neuen Ideen der Mehrsprachigkeit unvoreingenommen gegenüberstehen“.

Die Rednerin stellte den Verein vor, dessen Vorsitzende sie ist, und sagte, der Respekt vor der Herkunftssprache und die Förderung der Verkehrssprache Deutsch bestimme dessen Diskurs. „Wir möchten den oft einseitigen und aufgeheizten Diskussionen um Integration und Migration eine zukunftsorientierte und sachlich geführte Debatte entgegensetzen.“

Oberbürgermeister Mikulicz stellte fest, es würden „viele Register gezogen, um Kindern Sprache und Mehrsprachigkeit zu vermitteln“. Dies fördere nicht nur die Intelligenz, sondern auch die eigene Identität und das Einfinden in die neue Heimat. In frühester Kindheit bereits würden die Pfade angelegt, die Jugendliche später befähigten, im Leben und im Beruf zu bestehen. „Als Kommune sind wir sehr stark bemüht, Sprache und Sprachkompetenz zu fördern“, versicherte der Oberbürgermeister. Dies geschehe auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und sei nicht zuletzt im Interesse der heimischen Wirtschaft. Jedes Kind müsse befähigt sein, später einmal eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren.

Mikulicz dankte insbesondere Martina Ducque, die dem Netzwerk beigetreten sei und die Bedeutung eines Aktionstages herausgestellt und verankert habe. „Das Thema wird in Wertheim sehr ernst genommen und bestimmt den Kurs der Kommunalpolitik mit“, so der OB abschließend.

Dann war es Zeit für „Geschenke“. Blumen gab es für Patrizia Hahne-Wolter und von ihr für Martina Ducque. Ihr überreichte die Vorsitzende des Vereins auch einen „Wanderpokal für besonders gelungene Projekte“. Dank der Unterstützung des Lions Club Wertheim konnten mehrere Bücherkisten zum Thema Mehrsprachigkeit angeschafft werden. Eine davon überreichten der amtierende Präsident Alois Sans und Sekretärin Susanne Eberhard an Nimet Seker, Öffentlichkeitsbeauftragte der türkisch-islamischen Gemeinde. Eine weitere Bücherkiste geht an die Stadtbücherei Wertheim, die an diesem Nachmittag durch Doris Neugebauer vertreten war. Und eine dritte wird eine „wandernde Bücherkiste“, die verschiedenen Einrichtungen zur Verfügung steht. Großzügige Unterstützung gewährte dem „Aktionstag Mehrsprachigkeit“ das Fürstenhaus zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.

Zahlreiche Mitglieder der türkisch-islamischen Gemeinde sorgten für das leibliche Wohl der Besucher des „Marktplatz der Möglichkeiten“. ek

Fränkische Nachrichten
01. März 2010

Die Wertheimer Zeitung schrieb am 1 März 10 :

https://www.main-netz.de/nachrichten/region/wertheim/wertheim/art4003,1111616

 

Kinder entdecken fremde Sprachen

Mehrsprachigkeit: Aktionstag mit Lesungen in Grundschulen und Kindergärten – Literaturpräsentationen im Rathaus

Wertheim In Zeiten zunehmender Globalisierung wird es immer wichtiger, Kinder früh mit Fremdsprachen vertraut zu machen. Andererseits ist es für das Gelingen von Integration wichtig, dass Kinder mit Migrationshintergrund über gute Deutschkenntnisse verfügen. Zu beidem will das Netzwerk Mehrsprachigkeit beitragen, das am Freitag einen Aktionstag in Wertheim veranstaltet hat.

Dabei kamen mehrere hundert Kinder in Wertheimer Grundschulen und Kindergärten am Vormittag in den Genuss einer kostenlosen Veranstaltung. »Die Nachfrage war so groß, das wir pro Referentin zwei Termine anbieten mussten«, sagt Martina Ducque. Sie ist Erzieherin und Fachkraft für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz bei der Stadt Wertheim. Gemeinsam mit Dirk Jüttner von JP Design aus Wertheim organisierte sie die Veranstaltungen.
So las beispielsweise die Illustratorin Gül Kurtulus in den Kindergärten Waldenhausen und Reicholzheim in Deutsch und Englisch aus ihren Umweltbüchern zu den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde vor. Dafür hatte sie sich kostümiert und neben den Büchern auch großformatige Bilder mitgebracht, die die Hauptakteure ihrer Werke zeigten. Die Kinder lauschten ihren Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit.
Eigene Geschichte ausgedacht
Keine Lesung im klassischen Sinne hatte sich Patricia Hahne-Wolter für die Kinder der Kindergärten Urphar und Grünenwört ausgedacht. »Meine Wörter reisen« lautete der Titel des Buches, anhand dessen Bilder sich die Kinder eine eigene Geschichte ausdachten. Wer von Hahne-Wolter einen Ball zugeworfen bekam, durfte die Geschichte weiter erzählen.
In allen Einrichtungen waren die Kinder eifrig bei der Sache. »Aus ruhigen werden aktive Kinder und das Bilderbuch regt zum Sprechen an«, kommentierte eine Erzieherin des Kindergartens Urphar. Ihre Kolleginnen aus Bettingen und Lindelbach sagten zu dem Buch »Wer spricht denn da«: »Die Kinder lernten in der kurzen Zeit vier Sprachen kennen und waren total begeistert.«
Der Nachmittag stand beim sogenannten Marktplatz der Möglichkeiten im Arkadensaal ganz im Zeichen von Mehrsprachigkeit und der Präsentation zahlreicher Bücher. »Hier wird eindrucksvoll gezeigt, wie alle Register gezogen werden können, um Kindern mehrsprachige Kompetenz zu vermitteln«, sagte Oberbürgermeister Stefan Mikulicz, der Schirmherr der Veranstaltung war. »Mehrsprachigkeit fördert den Intellekt der Kinder«, sagte der OB. Gemeinsam müssten neben dem Elternhaus vor allem Kindergärten und Schulen Anstrengungen unternehmen, um Sprachkompetenz zu fördern, meinte Mikulicz. Er versicherte, dass das Thema von der Stadt, Schulen und Kindergärten sehr ernst genommen werde.
Die Herausforderung eines globalen Marktes forderten Bürger und Unternehmen gleichermaßen, sagte die Vorsitzende des Netzwerkes Mehrsprachigkeit, Patrizia Hahne-Wolter. »Fremdsprachenkenntnisse sind deshalb so wichtig, wie Deutschkenntnisse«, erklärte sie. Nötig sei auch Offenheit gegenüber kulturellen Hintergründen. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei, Kindern die Freude am Lesen zu vermitteln. »Alles andere kommt von alleine.«
Patrizia Hahne-Wolter freute sich über eine Spende des Lions-Clubs und des Fürstenhauses für das Netzwerk. Dank der großherzigen finanziellen Unterstützung sei es möglich, der Stadtbücherei und dem türkisch-islamischen Verein drei Kisten mit mehrsprachigen Büchern zur Verfügung zu stellen. Zudem werde eine Bücherkiste bereit gestellt, die von Schulen und Kindergärten ausgeliehen werden können. Symbolisch nahm Nimet Seker von der türkisch-islamischen Gemeinde eine Bücherkiste entgegen.
Neben dem Kennenlernen mehrsprachiger Druck-Erzeugnisse für Kinder und dem Erfahrungsaustausch standen am Nachmittag auch verschiedene Seminare auf dem Programm. So erklärte Iris Wolf von der Agentur für Leseförderung Eulenwolf, wie man das richtige zweisprachige Buch findet. Corina Schuhkraft-Wadle von »Ibambiboo« präsentierte einige zweisprachige Bildwörterbücher.
Lesungen für Jungen und Mädchen
Dirk Jüttner stellte unterschiedlichste Wörterbücher und deren Einsatzmöglichkeiten im Grundschulunterricht und in Kindertagesstätten vor. Darüber hinaus fanden für die kleinen Besucher auch noch diverse Lesungen aus zweisprachigen Büchern statt.
Peter Riffenach

Hintergrund: Europäischer Tag der Sprache

Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der Unesco ausgerufener Gedenktag zur »Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit«. Er wird seit dem Jahr 2000 jährlich am 21. Februar begangen.

Zur Förderung interkultureller Kompetenz gehören auch Angebote vor Ort wie auf diesem Bild, das während eines Lesekurses in den Räumen des Türkisch-Islamischen Vereins entstand und das Martina Ducque, Fachkraft für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz, im Gespräch mit Muhiddin Cevahir vom Türkisch-Islamischen Verein zeigt.

Vor dem Hintergrund, dass gut die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht ist, hat sich die Unesco unter anderem die Förderung von Sprachen als Zeichen der kulturellen Identität auf die Fahnen geschrieben.
Europa begeht seinen eigenen Tag der Sprachen, der alljährlich am 26. September gefeiert wird. Es gibt über 200 europäische Sprachen, von denen 23 offizielle Amtssprachen der EU sind. Ziel der Europäischen Kommission ist es, dass alle Bürger mehrere Sprachen sprechen. Ziel ist, dass am Ende der Schulzeit alle mindestens zwei Fremdsprachen beherrschen.
Der Europäische Tag der Sprachen, der seit 2001 begangen wird, geht auf eine Initiative des Europarates zurück.

Vorlesen - auf Deutsch und Türkisch

Vorlesen - auf Deutsch und Türkisch

Peter Riffenach schrieb für die Wertheimer Zeitung im April 09 folgenden Artikel
Vorlesen – auf Deutsch und auf Türkisch

Neues Projekt Arbeitskreis in der Wertheimer Moschee
Wertheim-Reinhardshof

Gemeinsam mit der Öffentlichkeitsbeauftragten der türkisch-islamischen Gemeinde, Nimet Seker, hat die Fachkraft für frühkindliche Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz, Martina Ducqué, in der Moschee auf dem Reinhardshof einen Arbeitskreis initiiert, in dem türkischen Eltern vermittelt werden soll, wie wichtig Vorlesen in der kindlichen Entwicklung ist. 60 Kinder und Erwachsene kamen zum ersten Treffen.

„Beim Erzählen oder Vorlesen hören kleine Kinder wie gebannt zu. Fantasie und Kreativität werden angeregt. Zudem orientieren sie sich an den Sprachvorbildern ihrer Umwelt“, sagte Ducqué. Deshalb sei es wichtig, mit Kindern regelmäßig zu sprechen und ihnen vorzulesen. Dabei sei es wichtig, die Muttersprache nicht außer Acht zu lassen, erklärte sie den türkischen Eltern, sondern zu zeigen, dass ihre Herkunftssprache etwas Besonders sei und Wertschätzung verdiene. Deshalb stellte sie auch viele zweisprachige Bücher vor.

Wie schön vorlesen sein kann, demonstrierten die beiden Initiatorinnen mit Passagen aus dem Buch „Der Elefant, der Masern hatte“, abwechselnd in deutscher und türkischer Sprache. Wobei sie auch die Rollen wechselten, also Martina Ducqué einen Teil in Türkisch und Nimet Seker einen in Deutsch übernahm. Sie wolle zeigen, dass man auch in einer fremden Sprache vorlesen könne, auch wenn man die Sprache nicht perfekt beherrsche, erläutert Ducque: „Das ist gleichzeitig auch eine gute Übung für sie selbst.“

Nimet Seker und Martina Ducqué beim Lesen

Regelmäßigkeit sei ein wichtiger Bestandteil. „Lesen sie ihrem Kind regelmäßig vor und räumen sie dem Bücherlesen einen festen Platz im Tagesablauf ein“, riet sie den Eltern. Wichtig sei auch, den Kindern die Möglichkeit zu schaffen, in der Moschee mit Büchern in Berührung zu kommen, regte sie die Einrichtung einer Bibliothek an. Ziel ihrer Aktion sei auch, Lesepaten in der türkischen Gemeinde zu finden, die mit den Kindern lesen üben und ihnen die Begeisterung daran vermitteln.

Eigene Anmerkungen zu dem Artikel:

Wie schwer es ist eine fremde Sprache zu lesen, welche Eigenarten sie hat und wie schwierig ihre Aussprache ist, habe ich an diesem Tag selbst erfahren können.  Eine Woche lang habe ich das Lesen geübt, mehrere Stunden habe ich vorgelesen und immer wieder wurde ich korrigiert, doch ich habe mich von meinem Vorhaben, wenigstens die Sprache lesen zu können nicht abbringen lassen. Einen besonderen Dank all jenen, insbesondere Nimet Seker und Yasemin , die mich bei meinen ersten Leseversuchen geduldig begleitet haben.

Dank des deutschsprachigen Textes, der direkt darunter stand konnte ich die Inhalte erschliessen, doch die richtige Betonung war die größte Herausforderung. Die überraschten Gesichter zu sehen, die Verwunderung der Kinder zu erleben „die Martina spricht türkisch“, hat den ganzen Aufwand gelohnt. Ich wollte selbst erleben, was es bedeutet, diese Hürde zu nehmen und meine Achtung all jener Menschen gegenüber, die mehr als eine Sprache in Wort und Schrift beherrschen, ist erneut gewachsen.